Posts Tagged ‘Zafón’

Denis Scheck vorhin bei tv total

Posted on 2011 05, 19 by Lilly

Hat’s jemand gesehen?
Ich habe nur zufällig reingeschaltet und bin dann hängen geblieben.
Gut, dass Stefan Raab eine Art Aufmerksamkeitsdefizitproblem hat, und nicht wirklich in der Lage ist, seinen Gästen zuzuhören, das ist bekannt. Aber dass echt so wenig bei Schecks Besuch rumkommt … tja, ein wenig enttäuschend.

In Rekordeile haben Sie einen Batzen von (uninteressanten!) Büchern abgehandelt. Kaum hat Scheck mit:

“Ist ein Abfallprodukt” (Dieter Nuhr)
“Noch nicht gelesen” (Helmut Schmidt)
“Brillant, großartig … hab ich nicht gelesen, um Gottes Willen” (Bud Spencer)
“Schlecht” (Sarrazin)
“Muss man nicht unbedingt haben” (Karen Rose)
“Sein Versuch einer Gothic Novel. Der Sarg bleibt zu” (Zafón) oder
“Ganz widerlicher forensischer Krimi” (Simon Beckett)

geantwortet, fiel Raab ihn auch schon ins Wort oder hat ihm das nächste Buch um die Ohren geschleudert. Keine wirklich Reaktion seinerseits, ein wirkliches Gespräch hat sich gar nicht erst ergeben.

Raabs Fazit: Mit Fiktion könne er nichts anfangen, wer wen auf einer grünen Wiese lieb hat, das sei ihm ziemlich egal.
Tja, ein Glück, das hat man gar nicht germerkt…

Carlos Ruiz Zafón – Das Spiel des Engels

Posted on 2008 10, 30 by www.kirstenmarohn.de

Für all jene, die schon sehnsüchtig auf das neue Buch von Carlos Ruiz Zafón warten, hat der S. Fischer eine eigenes für den neuen Roman “Das Spiel des Engels” eingerichtete Webseite veröffentlicht.

[...] Unerhört: Bereits 4 Wochen vor Erscheinen können Sie hier eintauchen in den neuen Roman von Carlos Ruiz Zafón. Hören Sie hier exklusiv wie die Geschichte beginnt. Gesprochen wird der Beitrag von Gerd Wameling, der auch das Hörbuch liest, welches zeitgleich zum neuen Roman bei Argon erscheint.”
 
Und zu gewinnen gibt’s auch noch was – was will das Leseherz mehr? 

Literaturlandkarte

Posted on 2008 08, 08 by Lilly

Ich bin heute in den Weiten des Webs mal wieder auf eine interessante Seite gestoßen.
Literaturlandkarte.de heißt sie.
Sucht man mehrere Autoren, die einen ähnlichen Stil haben, wie sein Lieblingschriftsteller, wird man dort sicher fündig.
Man gibt dessen Namen ein und eine große Wortwolke “poppt” auf. Je näher ein Autorenname an seinem Favorit dran ist, desto ähnlicher ist deren Schreibstil.

In unmittelbarer Nähe von John Irving hält sich z.B. T. Coraghessan Boyle auf – etwas weiter entfernt wartet Enerst Hemingway.
Anna Gavalda ist Zafón also sehr ähnlich und Paulo Coelho schneidet sich fast mit Jostein Gaarder. Gut zu wissen!

Falls man also Abwechslung in sein Bücherregal bringen will – die Seite hilft bestimmt!

Carlos Ruiz Zafón – Der Schatten des Windes

Posted on 2008 08, 03 by Lilly

Vor einigen Tagen habe ich nun „Der Schatten des Windes“ beendet und bereue, dass ich hier nicht sofort meinen ersten Eindruck geschildert habe.
Das Buch klingt nach, sicher, aber viele Zitate und Textstellen haben sich bereits aus dem Gedächtnis gelöscht und sind schwer wieder zu finden.

Zafón bedient sich einer märchenartigen, poetischen Sprache- genau das, was mich an Büchern fesselt.
Zwei Charaktere sind besonders ausgearbeitet und mir sofort ans Herz gewachsen: Daniel, der Protagonist, dessen Leben in Kinderschuhen, durch die Pubertät und im frühen Erwachsenenalter erzählt wird. Und Fermín, ein älterer, sehr weiser Mann- immer einen frechen, anzüglichen Witz auf den Lippen- den man nie recht einzuordnen weiß.
Daniels Vater nimmt den Jungen früh mit zu einem geheimnisvollen Ort, der sich „der Friedhof der vergessenen Bücher“ nennt. Tausende Schätze werden dort aufbewahrt und sind nur wenigen Leuten zugänglich.
Ein spezielles Buch, welches er sich dort aussucht, wird ihn von nun an begleiten; er kann es nicht mehr vergessen.

“[...] wenige Dinge prägten einen Leser so sehr wie das erste Buch, das sich wirklich einen Weg zu seinem Herzen bahnte.”

Auf der Suche nach weiteren Werken des Autors, stößt er auf dessen unheimliche Lebensgeschichte und wird von ihr in einem immer tieferen, phantastischen, gruseligen und auch gefährlichen Sog gezogen.
Fermín, zunächst Bettler, später Angestellter in der Familienbuchhandlung begibt sich mit ihm auf eine Reise. Eine Reise durch das vom Bürgerkrieg geprägten Barcelonas, eine Reise durch Liebe, durch wunderschöne Worte, Weisheiten und der Vergangenheit von Personen, die Daniel und seinem Umfeld auf mysteriöse Weise zu gleichen scheint. Eine Vergangenheit ohne Happy End.

Ein Buch über Bücher, über die Liebe zum Lesen und das Leben in Traumwelten.

„Es gibt schlimmere Gefängnisse als Worte.“

vermittelt es.
Es hat mich berührt. Mich lachen und weinen lassen; es hat mir ein atmosphärisches Zuhause für einige Nächte geboten. Nächte, in denen ich mich in Barcelona wohl gefühlt habe, obwohl gerade die Tatsache, dass der Roman, übrigens das Lieblingsbuch von Joschka Fischer, in Spanien spielt vorher Zweifel aufgeworfen hat.

Was für eine Bewertung ist nun angebracht? Eigentlich dürfte ich nicht zögern und müsste sofort 5 Ratten vergeben.
Andererseits kann dieser Roman nicht mit John Irvings Büchern, z.B. „Witwe für ein Jahr“ mithalten. Und John Irving ist eigentlich der, an dem ich alles messen muss, die unangefochtene Nummer eins.
Nach langem Überlegen habe ich mich jedoch entschlossen, dass man beide Autoren nicht miteinander vergleichen darf. Zwar sind beide im gleichen poetischen Sinne sehr wortgewaltig, Irving jedoch im Alltäglichen, Zafón im Besonderen.
Irving ist der beste Geschichtenerzähler der Welt, aber Zafón der Poet.
Deswegen trotzdem 5 von 5 Leserratten.