Seit vielen Jahren ist der Name Tess Gerritsen von den Thriller-Beststeller-Listen nicht mehr wegzudenken. Die US-amerikanische Autorin arbeitete früher als Ärztin bevor sie zum schreiben kam. Diese Tatsache ist sicherlich ein Grund dafür, dass einen vor allem immer wieder die Beschreibungen der Leichen und der Morde an sich, das Blut in den Adern gefrieren lässt. Generell bringt sie ihre medizinischen Fachkenntnisse geschickt und gut ein.
Besonders ihr Ermittlerduo Jane Rizzoli und Maura Isles hat es einigen ihrer Fans angetan. So gibt es bereits eine Serie, die auf ihren Geschichten beruht („Rizzoli & Isles“ immer mittwochs um 20:15 Uhr auf Vox). Vor kurzem ist der inzwischen achte Roman „Totengrund“ rund um die beiden Ermittlerinnen endlich auch als Taschenbuch erschienen!
Dieser Fall geht Jane Rizzoli besonders nahe, da ihre Freundin und Kollegin Maura Isles direkt betroffen ist. Die Pathologin Isles hat in einem verlassenen Haus in einem Bergdorf in Wyoming zusammen mit anderen Personen Schutz vor einem Schneesturm gesucht. Seitdem sind sie alle verschwunden. Als ein verunglücktes Auto mit vier Leichen gefunden wurde, beschleicht Jane ein Verdacht: Ist Maura unter den Toten? Rizzoli beginnt unter Hochdruck zu ermitteln…
Wer auf der Suche nach historischen Krimis der anderen Art ist, die sich jenseits von den üblichen Übertreibungen an die Umstände der jeweiligen Zeit halten, der ist richtig bei Andrea Maria Schenkel. Sie widmet sich in ihren Büchern den einfachen Leuten in der bayerischen Provinz zwischen harter Arbeit und weit entfernt von irgendwelchen genialen Ermittlungsmethoden.
So ist es kein Wunder, dass ihr Buch „Tannöd“ 2006 auch international zu einem echten Erfolg wurde. Vor kurzem ist ihr neuestes Buch „Finsterau“ bei Hoffmann und Campe erschienen. Dieses spielt mitten im Bayerischen Wald. Als junge Frau war Afra ausgezogen um ein Leben jenseits der Provinz zu beginnen. Mit Mitte 40 kehrt sie jedoch in ihr Heimatdorf Finsterau zurück, da sie schwanger ist. Sie sucht Hilfe bei ihren Eltern, doch dieser Skandal wird im ganzen Dorf mit Argwohn beobachtet.
Eines Tages findet man Afra tot in der Wohnstube des Elternhauses. Ihr kleiner Sohn stirbt kurze Zeit darauf an den Folgen seiner Verletzungen. Sofort gibt es im Dorf die ersten Gerüchte und Verdächtigungen. Festgenommen wird der Vater von Afra, ein eher stiller Mensch, der von den Nazis drangsaliert wurde. Die Geschichten im Dorf lassen sich dadurch jedoch nicht aufhalten. Es dauert 20 Jahre bis der Fall wieder aufgenommen wird…
Wie so oft bei Andrea Maria Schenkel basiert auch „Finsterau“ auf einem realen Mordfall, der sich in der Nachkriegszeit wirklich ereignet hat. Sie verlegt ihn jedoch in den Bayerischen Wald.
Heute möchte ich euch eine Krimi-Reihe ans Herz legen, die zu meinen absoluten Lieblingsbüchern gehört: Die sechs Bänder des österreichischen Autors Wolf Haas rund um die Figur des eigenwilligen Privatdetektivs Simon Brenner. Alleine schon der Schreibstil nimmt einen gefangen und man merkt schon nach den ersten Zeilen, dass diese Krimis anders sind als alle, die man bisher gelesen hat.
Das erste Buch „Auferstehung der Toten“ rund um den Herrn Brenner erschien im Jahr 1996 und bekam gleich den Deutschen Krimipreis. Danach folgten die Bände „Der Knochenmann“, „Komm, süßer Tod“, „Silentium“, „Wie die Tiere“ und „Das ewige Leben“. Beschreibungen der Geschichten oder auch des Stils sind extrem schwierig und deshalb lasse ich dies an dieser Stelle auch, da man dem Ganzen eh nicht gerecht wird. Lest die Bücher am besten selbst!
Die Krimis, die sich zwischen Spannung, Satire und einem ganz eigenen morbiden Charme bewegen, sind auf jeden Fall ideales Lesefutter für alle, die mal nach echten Ausnahmeerscheinungen in den endlosen Krimis und Thrillern suchen. Die Bände „Komm, süßer Tod“, „Silentium“ und „Der Knochenmann“ wurden übrigens bereits von Wolfgang Murnberger mit Josef Hader als Simon Brenner verfilmt. Ebenfalls empfehlenswert!
Den Namen Sherlock Holmes kennt sicherlich jedes Kind. Er ist der Vater der modernen Kriminalhelden und begründete die forensische Tradition in der Welt der Kriminalromane. Immer wieder, wie auch in letzter Zeit, lassen sich Künstler von den Geschichten rund um Holmes inspirieren. Es gibt unzählige Adaptionen, von Comic-Heften bis hin zu Filmen. So meinen die meisten die Figur des Meisterdetektivs zu kennen ohne jemals die Bücher von Sir Arthur Conan Doyle gelesen zu haben.
Unsere Vorstellungen von Sherlock Holmes sind vor allem von den älteren Filmen geprägt, wo er als spießiger Detektiv mit Jagdkappe und Inverness-Mantel auftritt. Dieses Bild basiert auf einigen Illustrationen von Sidney Paget, jedoch gleichen sie nicht wirklich denen in den Büchern. Schon alleine deswegen lohnt es sich, die Bücher zu lesen. Dabei wird man einige Überraschungen erleben!
Interessant ist auch, dass die aktuellen Filme von Guy Ritchie zwar ein modern eingefärbtes Bild des Detektivs zeichnen, jedoch sich erstaunlich nah an die Bücher halten. Arthur Conan Doyle hat mit seinen Geschichten rund um Sherlock Holmes, von denen es vier Romane und 56 Kurzgeschichten gibt, das Bild des Privatdetektivs gehörig auf den Kopf gestellt. Wurden damals eher Fälle zufällig aufgeklärt, ging es ihm um nüchterne Schlussfolgerungen.
Die ersten Geschichten rund um Holmes und Watson wurden kaum beachtet, doch irgendwann schlugen sie ein wie eine Bombe. Zu diesem Zeitpunkt hatte Doyle seinen Detektiv schon fast wieder über. Er wollte sich lieber anderen Geschichten widmen und so beschloss er Holmes sterben zu lassen. Bei einem Kampf mit seinem Erzfeind Moriarty stürzen er und Holmes in die Schweizer Reichenbachfälle. Die Leser waren entsetzt und trugen öffentlich Trauer.
Ein paar Jahre später schrieb Doyle mit „The Hound of Baskerville“ eine Geschichte, die vor Holmes’ Tod angesetzt war. Der große Erfolg führte dazu, dass Doyle Sherlock Holmes doch wieder auferstehen ließ, da der Detektiv dank seiner japanischen Kampfkunst (ja, es kamen damals bereits Martial Arts vor!) Moriarty in den Fluten entkommen sei. Man könnte an dieser Stelle noch so viel über diese wahren Krimiklassiker erzählen. Am besten ihr lest sie selbst!