Posts Tagged ‘Jonathan Coe’

Tag 6 – Ein Buch, das du nur einmal lesen kannst (egal, ob du es hasst oder nicht)

Posted on 2010 05, 23 by Lilly

Heute mache ich weiter mit Tag sechs, obwohl schon einige Tage mehr ins Land gestrichen sind, an denen ich nichts geschrieben habe. Ich hatte kleine technische Probleme mit meiner Seite. Der ein- oder andere wird vielleicht bemerkt haben, dass sie sogar kurz einmal offline ging. Tja, deswegen verschiebt sich jetzt alles ein wenig, aber das ist ja kein Drama.

regenbevorerfaelltAlso zurück zum eigentlichen Thema:
Dass ich ein Buch, was mir absolut nicht gefallen hat, nicht unbedingt noch einmal lesen würde, versteht sich ja von selbst. Deswegen habe ich mir heute eins rausgesucht, dass mir wirklich gefallen hat: “Der Regen, bevor er fällt” von Jonathan Coe.

Das Buch hat mich sehr berührt. Nicht nur, weil es traurig und weise ist, sondern auch, weil es das Thema Endlichkeit aufgreift. Wenn eine Person, die dahinscheidet, ihre Lebenserinnerungen zurücklässt, dann finde ich das einerseits unglaublich interessant, andererseits drückt es mir aber regelrecht die Kehle zu. Zu verstehen, wie schnell alles vorbeigeht, dass der Mensch eigentlich nicht länger als 960 Monate lebt (ich meine, herje, wie schnell ist ein Monat vergangen?), das macht mich fertig.

Die jugendliche Unbekümmertheit verliert man doch sowieso viel zu schnell; dazu brauche ich solche Bücher nicht. Und wenn ich dann doch ab und zu in so eine Geschichte hineingerate, dann verschenke, verkaufe oder verstecke ich das Buch anschließend. Ich würde den Teufel tun, es noch einmal von vorn zu beginnen.

Jonathan Coe – Der Regen, bevor er fällt

Posted on 2010 02, 15 by Lilly

regenbevorerfaelltGill, eine Mutter in den mittleren Jahren, kümmert sich um den Nachlass ihrer verstorbenen Tante Rosamond. In ihrem Haus findet sie verschiedene Tonbandaufnahmen und einen Brief, in der sie ihre Nichte darum bittet, Imogen zu finden und ihr diese zu überreichen. Gill erinnert sich an diese Imogen, einer weit entfernten Cousine. Sie war in den Zwanzigern und Imogen noch ein Kind – ein stilles, traurig wirkendes und blindes Kind – als sie sich auf dem Geburtstag ihrer Tante kennenlernten. Es gab nur dieses eine Treffen zwischen beiden. Wie soll sie Imogen, die mittlerweile zur jungen Frau herangewachsen sein müsste, finden?
Da es ihr zunächst nicht gelingt, folgt sie der Bitte ihrer Tante und hört sich die Tonbänder selbst an.

“Ich möchte dir, mehr als alles andere, Imogen, eine Vorstellung von deiner Geschichte vermitteln. Du sollst ein Gefühl dafür bekommen, wo du herkommst und welche Kräfte es waren, die dich hervorgebracht haben”, beginnt Rosamond zu erzählen.
Sie möchte Imogen, die nicht bei ihrer Mutter aufgewachsen ist, erzählen, warum es dazu gekommen ist und wie das letztendlich mit ihrer Blindheit zusammenhängt.

Sie beginnt mit den 40er Jahren. Als kleines Mädchen wurde sie selbst von ihren Eltern zu ihrer Tante aufs Land geschickt- evakuiert, um sie vor den Gefahren des Krieges in der Stadt zu schützen. Dort freundete sie sich mit ihrer etwas älteren Cousine Beatrix an, die von ihrer Mutter gänzlich ignoriert oder kaltherzig behandelt wird. Die Liebe scheint nur ihren Brüdern und den Hunden zugute zu kommen.
Um ihrem Elternhaus zu entfliehen, heiratet sie früh und wird ungewollt schwanger. Die Freundschaft zwischen Rosamond und Beatrix besteht lange weiter – und so fühlt sich Rosamond auch zu dem kleinen Kind, Thea, hingezogen. Sie lebt sogar zwei Jahre bei ihr und ihrer Freundin, nachdem die unstete, unreife und verantwortungslose Beatrix einem Mann nach Kanada hinterher reist.
Trotz der Liebe, sie ihr mit auf dem Weg gibt, kann sie das Mädchen nicht vor ihrer Mutter schützen, die sie später wieder zu sich holt und genauso kalt und grausam behandelt, wie sie selbst es von zuhause kannte.






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