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So sieht ein Ablehnungsbescheid aus

Posted on 2008 05, 05 by Lilly

Ich habe mich vor Wochen für ein Stipendium an der Cornelia Goethe Akademie beworben. Ich dachte mir, dass es nicht schaden kann sich weiterzubilden, sofern man dafür nichts zu zahlen braucht.
Heute kam das hier:


Sehr geehrte Frau xxx,

wir haben uns gefreut, die von Ihnen eingesandte Textprobe in die Überlegungen der Akademielektoren und in die Prüfung zur Vergabe der neuen Stipendien einbeziehen zu dürfen. Ihr Text wurde positiv bewertet. Der Grad Ihrer Begabung gestattet ein erfolgreiches und etragreiches Studieren an der Cornelia Goethe Akademie.

Insbesondere gefallen hat uns der lebendige Stil, die ausgewogene sprachliche Verfasstheit und nicht zuletzt die bereits sehr überzeugende inhaltliche Gestaltung Ihres Textes.
Der Akademielektor Joachim Brandstätter hat sich besonders für Sie eingesetzt.

Von einhundert Einsendungen kamen allerdings nur 20 in die Vorauswahl, darunter auch Ihr Text. Da derzeit jedoch nur 3 Stipendien vergeben werden können, konnten zehn vielversprechende Kandidaten, darunter nochmals Sie, nicht mit einem Stipendium gefördert werden.

Nun, ich wette genau das wurde jedem geschrieben … einfach um den Leuten Honig um’s Maul zu schmieren, damit sie das Studium auf eigene Kosten aufnehmen. (im weiteren Verlauf des Schreibens wurden mir auch 10% Rabatt angeboten, weil ich angeblich von Lekoren empfohlen worden bin)

“Es ist eine wiederholende schmerzliche Erfahrung, dass begabte Autoren nicht genügend Förderung erhalten können.”, meinte die gute Frau außerdem.
Finde ich aber eigentlich nicht. Ich bin kein begabter Autor – wäre ich das, würde ich Geld mit meinen Büchern verdienen und keine Unmengen an Kohle für Fernstudien ausgeben. Und warum verzagen? Die Gruppenkurse hier in der Stadt kann sich fast jeder leisten und sie machen sicher auch viel, viel mehr Spaß.
Falls also jemand von euch an einem Fernlehrgang denkt – versucht es am besten erst über ein Stipendium und fragt euch dann, ob die VHS oder die Literaturcafés in eurer Stadt nicht ähnliche Sachen anbieten. Denn bei Preise um die 1800€ hört der Spaß meiner Meinung nach auf.
Bildung sollte keine wirtschaftliche Entscheidung sein!