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Fernstudium: erster Monat

Posted on 2008 07, 22 by Lilly

Wie hier kürzlich berichtet, habe ich ein Fernstudium an der Cornelia Goethe Akademie aufgenommen.
Die ersten drei Lektionen habe ich nun bearbeitet und möchte ein kurzes Fazit ziehen.

Auf ca. 40 halbseitig bedruckten A4-Blättern wurde eine Reise durch die Literaturgeschichte von der griechischen Antike bis zur Moderne unternommen und die Antwort auf die Frage „Was treibt uns zum Schreiben?“ gesucht.
Zu meiner Enttäuschung wurde das ganze Thema ziemlich oberflächlich angepackt und ich habe mich die ganze Zeit gefragt „Wozu?“
Ich denke nicht, dass Literaturgeschichte wichtig ist, um selbst das Schreiben zu lernen. Wenn andere mich lehren wollen, dass es doch so ist- und ich hätte mich da nur allzu gern umstimmen lassen, dann hätte ich mir auch das Gesamtpaket gewünscht und nicht nur ein paar Stichpunkte, die sowieso noch aus Schulzeiten hängen geblieben sind.
Für die verschiedenen Epochen wurden jeweils folgende charakteristische Autoren und manchmal auch deren dazugehörigen, kennzeichnenden Werke knapp unter die Lupe genommen:

  • Sophokles – Antigone
  • Thomas Morus – Utopia
  • Lessing – Nathan der Weise
  • Novalis
  • Kafka

Für mich wichtige Vetreter – Goethe, hallo? – und Epochen wurden aber ausgelassen.

Die 2- 3 Aufgaben, die sich am Ende jeder Lektion befanden bezogen sich meist auf das bloße Zusammenfassen. Eine Zusammenfassung der Zusammenfassung also, was mir ziemlich unsinnig erscheint.

Zwei recht interessante Aufgaben- Erzählungen (bzw. wahlweise ein Dialog oder Gedicht) zu schreiben- waren aber auch dabei. In einer sollte man Bezug auf ein romantisches Bild von Caspar David Friedrich nehmen und in der anderen etwas zu einem frei gewählten Zeitungsartikel, in welchem es „menschelt“, schreiben.
Beide Texte gehen an meine Lektorin. Ich freue mich sehr auf ihr Feedback aber vom Lehrgang selbst bin ich insgesamt noch nicht sonderlich begeistert.
Als Fernstudium dürfte man das gar nicht titulieren, denn der Aufwand ist gering- und der Lehrinhalt steht der Unterhaltung in vielen Dingen nach.

Aber man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben und andersrum. Ich freue mich, dass ich eine Möglichkeit gefunden habe, die mich zu Schreibübungen motiviert und hoffe auf wertvolle Tipps in der Zukunft.

Fernstudium literarisches Schreiben: Ich habe mich angemeldet

Posted on 2008 07, 01 by Lilly

Nun ist es also offiziell. Ich hab mich mit dem Wind gedreht und meine Meinung über Bildung, die aufwendig finanziert werden muss, geändert. Die Cornelia Goethe Akademie hat meinen Zahlungsvorschlag akzeptiert und mir zugleich alle entsprechenden Unterlagen zugesandt. Ich habe bereits begonnen das erste Lehrheft zu bearbeiten.
Es ist einfach zu lesen, sehr unterhaltsam und die Aufgaben stellen (bis jetzt) noch keine Ansprüche dar. Ich vertraue einfach darin, dass sich das im Laufe der Zeit noch ändern wird.

Beim Lesen der Materialien beschleicht mich zwar das unangenehme Gefühl, dass ich das alles eigentlich schon weiß und man mit etwas Mühe und nicht einmal dem Bruchteil des Geldes, was die Akademie verlangt, das Ganze selbst herausfinden kann.
Andererseits muss man dann natürlich auch die Konsequenz aufbringen und sich selbst an Schreibaufgaben setzen, um zu üben.
Das fiel mir vorher am schwersten. Irgendwelche Texte schreiben- mit dem einzigen Ziel sich auszuprobieren.
Von der Akademie wurde mir eine Lektorin zugeteilt, die sich mir gestern vorgestellt hat. Ihr Name ist Cornelia Soltau, sie ist wie ich u.a. Soziologin (ok, ich selbst arbeite noch daran :) ) und 50 Jahre alt.
Ihr sende ich meine Texte zu- sie wird sie fachmännisch bearbeiten und mir ein Feedback geben. Das erhöht die Motivation- und obwohl ich nur für mich schreibe, ist es dennoch ein schönes Gefühl, wenn jemand anderes dies wertschätzt.

Vielleicht glaube ich alles zu wissen. Vielleicht wird mich auch noch oft das Gefühl beschleichen, dass es zum Fenster hinaus geworfenes Geld ist.
Dennoch bin ich mir sicher, dass ich am Ende mehr Kenntnisse und Erfahrungen haben werde als zum jetzigen Zeitpunkt. Und darüber hinaus auch ein offiziell anerkanntes Schriftsteller-Diplom.

Ich werde hier demnächst regelmäßig über meine Erfahrungen berichten.

Wie der Wind. Was denn nun?

Posted on 2008 06, 24 by Lilly

Ich habe mich entschieden doch das Fernstudium an der Cornelia Goethe Akademie aufzunehmen, sofern sie mit meinem Ratenzahlungsvorschlag einverstanden sind.
Ich weiß, das hat sich vor kurzem (in diesem Artkel: So sieht ein Ablehnungsbescheid aus) noch ganz anders angehört.
Aber ich bin mir beim Schreiben einfach so unsicher; komme mir vor als würde ich nur unterdurchschnittliche Schülertexte produzieren. Ich glaube ich brauche einfach die Gewissheit das Handwerk von grundauf an einer angesehenen Akademie gelernt zu haben, um das entsprechende Schriftsteller-Selbstbewusstsein an den Tag legen zu können.

Alternativ habe ich auch noch ein Schreiben an die Hamburger Akademie geschickt. Preisfeilschen. Ob es was bringt, weiß ich nicht. Aber ich habe ja nichts zu verlieren.



Hamburger Akademie für Fernstudien

So sieht ein Ablehnungsbescheid aus

Posted on 2008 05, 05 by Lilly

Ich habe mich vor Wochen für ein Stipendium an der Cornelia Goethe Akademie beworben. Ich dachte mir, dass es nicht schaden kann sich weiterzubilden, sofern man dafür nichts zu zahlen braucht.
Heute kam das hier:


Sehr geehrte Frau xxx,

wir haben uns gefreut, die von Ihnen eingesandte Textprobe in die Überlegungen der Akademielektoren und in die Prüfung zur Vergabe der neuen Stipendien einbeziehen zu dürfen. Ihr Text wurde positiv bewertet. Der Grad Ihrer Begabung gestattet ein erfolgreiches und etragreiches Studieren an der Cornelia Goethe Akademie.

Insbesondere gefallen hat uns der lebendige Stil, die ausgewogene sprachliche Verfasstheit und nicht zuletzt die bereits sehr überzeugende inhaltliche Gestaltung Ihres Textes.
Der Akademielektor Joachim Brandstätter hat sich besonders für Sie eingesetzt.

Von einhundert Einsendungen kamen allerdings nur 20 in die Vorauswahl, darunter auch Ihr Text. Da derzeit jedoch nur 3 Stipendien vergeben werden können, konnten zehn vielversprechende Kandidaten, darunter nochmals Sie, nicht mit einem Stipendium gefördert werden.

Nun, ich wette genau das wurde jedem geschrieben … einfach um den Leuten Honig um’s Maul zu schmieren, damit sie das Studium auf eigene Kosten aufnehmen. (im weiteren Verlauf des Schreibens wurden mir auch 10% Rabatt angeboten, weil ich angeblich von Lekoren empfohlen worden bin)

“Es ist eine wiederholende schmerzliche Erfahrung, dass begabte Autoren nicht genügend Förderung erhalten können.”, meinte die gute Frau außerdem.
Finde ich aber eigentlich nicht. Ich bin kein begabter Autor – wäre ich das, würde ich Geld mit meinen Büchern verdienen und keine Unmengen an Kohle für Fernstudien ausgeben. Und warum verzagen? Die Gruppenkurse hier in der Stadt kann sich fast jeder leisten und sie machen sicher auch viel, viel mehr Spaß.
Falls also jemand von euch an einem Fernlehrgang denkt – versucht es am besten erst über ein Stipendium und fragt euch dann, ob die VHS oder die Literaturcafés in eurer Stadt nicht ähnliche Sachen anbieten. Denn bei Preise um die 1800€ hört der Spaß meiner Meinung nach auf.
Bildung sollte keine wirtschaftliche Entscheidung sein!