Posts Tagged ‘Autoren’

Tess Gerritsen: „Totengrund“ als Taschenbuch erhältlich!

Posted on 2012 05, 09 by Nina
Quelle: Blanvalet

Quelle: Blanvalet

Seit vielen Jahren ist der Name Tess Gerritsen von den Thriller-Beststeller-Listen nicht mehr wegzudenken. Die US-amerikanische Autorin arbeitete früher als Ärztin bevor sie zum schreiben kam. Diese Tatsache ist sicherlich ein Grund dafür, dass einen vor allem immer wieder die Beschreibungen der Leichen und der Morde an sich, das Blut in den Adern gefrieren lässt. Generell bringt sie ihre medizinischen Fachkenntnisse geschickt und gut ein.

Besonders ihr Ermittlerduo Jane Rizzoli und Maura Isles hat es einigen ihrer Fans angetan. So gibt es bereits eine Serie, die auf ihren Geschichten beruht („Rizzoli & Isles“ immer mittwochs um 20:15 Uhr auf Vox). Vor kurzem ist der inzwischen achte Roman „Totengrund“ rund um die beiden Ermittlerinnen endlich auch als Taschenbuch erschienen!

Dieser Fall geht Jane Rizzoli besonders nahe, da ihre Freundin und Kollegin Maura Isles direkt betroffen ist. Die Pathologin Isles hat in einem verlassenen Haus in einem Bergdorf in Wyoming zusammen mit anderen Personen Schutz vor einem Schneesturm gesucht. Seitdem sind sie alle verschwunden. Als ein verunglücktes Auto mit vier Leichen gefunden wurde, beschleicht Jane ein Verdacht: Ist Maura unter den Toten? Rizzoli beginnt unter Hochdruck zu ermitteln…

Marc Elsberg: „Blackout – Morgen ist es zu spät“

Posted on 2012 05, 04 by Nina
Foto: Blanvalet

Foto: Blanvalet

Stellen wir uns einmal vor, in ganz Europa würden nach und nach die Stromnetze zusammenbrechen. Was könnten wir dann alles nicht mehr benutzen? Wie würden sich die Leute verhalten? Usw. Alles nur pures Malen von Horror-Szenarien oder doch möglich? Der österreichische Autor Marc Elsberg hat in seinem vor kurzem erschienenen Buch „Blackout – Morgen ist es zu spät“ genau dieses Szenario auf spannende und beklemmende Weise einmal durchgespielt.

In ganze Europa melden nach und nach die Stromnetze Überlastung, die Kraftwerke schalten sich ab und die Politiker versuchen wie immer zu beruhigen. Doch der Strom kommt nicht wieder… Der Verkehr stockt, U-Bahnen fallen aus und Fahrstühle bleiben stecken. Geldautomaten können nicht mehr bedient werden und irgendwann geben auch die Notstromaggregate von Kliniken und Atomkraftwerken ihren Geist auf…

Klar, dass bei den Menschen irgendwann Panik ausbricht… Gleichzeitig versuchen die Behörden die Verantwortlichen auszumachen und ein italienischer Hacker, der selbst seltsame Steuerungsbefehle auf seinem intelligenten Stromzähler entdeckt hat, gerät ins Visier. Schnell ist klar: Europa ist Opfer eines Terroranschlags und die Gegner sind raffinierter als vermutet…

Beim Lesen des Buches bekommt man ein mulmiges Gefühl, weil einem klar wird, auf welche umfassend zusammenhängenden und brüchigen Konzepte wir unsere Gesellschaft bauen. Das Buch ist nicht nur gut recherchiert, sondern natürlich auch mit allen Elementen ausgestattet, die ein guter Thriller so braucht.

J.K. Rowling: „The Casual Vacancy“ – Neue Details zu ihrem ersten Erwachsenenroman

Posted on 2012 04, 27 by Nina
cc by wikimedia/ Daniel Ogren

cc by wikimedia/ Daniel Ogren

Wir hatten euch an dieser Stelle ja bereits berichtet, dass die Bestseller-Autorin J.K. Rowling in diesem Jahr ihren ersten Roman abseits von Harry Potter auf den Markt bringen wird, der sich zudem an Erwachsene richtet. Nun gibt es neue Details zu dem Buch!

Es soll im Original „The Casual Vacancy“ heißen und in diesem Herbst auch in Deutschland erscheinen und zwar beim Carlsen Verlag. 24,90 Euro wird die Hardcover-Ausgabe kosten. Ihrem leicht düsteren Stil wird die Autorin darin übrigens treu bleiben.

Der Ort Pagford ist nach außen hin ein malerisches Fleckchen Erde. Als der 40-jährige Barry Fairweather plötzlich stirbt, zeigen sich in Pagford alle tief betroffen. Doch der Schein trügt! Durch den Tod des Mannes eröffnen sich im Ort einige Möglichkeiten für so manch einen aufzusteigen, denn der Posten des Gemeinderats muss nun neu besetzt werden. So manch einem ist jedes Mittel recht um dieses Ziel zu erreichen. Die Idylle des Orts verwandelt sich so zu einem Schauplatz zwischen Macht und Intrigen…

Rowling wird es mit dem Buch sicherlich nicht einfach haben, denn obwohl es sich um eine ganz andere Handlung dreht, wird es sich jedoch in den Augen mancher an Harry Potter messen müssen. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Andrea Maria Schenkel: „Finsterau“

Posted on 2012 04, 13 by Nina
Quelle: Hoffmann und Campe

Quelle: Hoffmann und Campe

Wer auf der Suche nach historischen Krimis der anderen Art ist, die sich jenseits von den üblichen Übertreibungen an die Umstände der jeweiligen Zeit halten, der ist richtig bei Andrea Maria Schenkel. Sie widmet sich in ihren Büchern den einfachen Leuten in der bayerischen Provinz zwischen harter Arbeit und weit entfernt von irgendwelchen genialen Ermittlungsmethoden.

So ist es kein Wunder, dass ihr Buch „Tannöd“ 2006 auch international zu einem echten Erfolg wurde. Vor kurzem ist ihr neuestes Buch „Finsterau“ bei Hoffmann und Campe erschienen. Dieses spielt mitten im Bayerischen Wald. Als junge Frau war Afra ausgezogen um ein Leben jenseits der Provinz zu beginnen. Mit Mitte 40 kehrt sie jedoch in ihr Heimatdorf Finsterau zurück, da sie schwanger ist. Sie sucht Hilfe bei ihren Eltern, doch dieser Skandal wird im ganzen Dorf mit Argwohn beobachtet.

Eines Tages findet man Afra tot in der Wohnstube des Elternhauses. Ihr kleiner Sohn stirbt kurze Zeit darauf an den Folgen seiner Verletzungen. Sofort gibt es im Dorf die ersten Gerüchte und Verdächtigungen. Festgenommen wird der Vater von Afra, ein eher stiller Mensch, der von den Nazis drangsaliert wurde. Die Geschichten im Dorf lassen sich dadurch jedoch nicht aufhalten. Es dauert 20 Jahre bis der Fall wieder aufgenommen wird…

Wie so oft bei Andrea Maria Schenkel basiert auch „Finsterau“ auf einem realen Mordfall, der sich in der Nachkriegszeit wirklich ereignet hat. Sie verlegt ihn jedoch in den Bayerischen Wald.

Interview mit Petra A. Bauer

Posted on 2008 11, 23 by Lilly

Mal wieder habe ich eine interessante Persönlichkeit für ein Interview gewinnen können. Diesmal ist es die Berliner Autorin und Journalistin Petra A. Bauer, über welche in an dieser Stelle schon einmal berichtet habe.
Sie plaudert aus ihrem Leben und hält dabei viele interessante und hilfreiche Informationen bereit.


Lilly: Hallo Petra. Du bist im Netz überaus präsent, offen für alles Neue – vor allem, wenn es technisch ist – schreibst Artikel, Bücher und betreust vier Kinder. Was ist dein Geheimnis? Woher nimmst du diese Energie?

Petra: Das wüsste ich auch gerne ;-) Vermutlich liegt das Geheimnis darin, dass ich alles, was ich mache gerne tue.

Lilly: Zugegeben, ich habe deinen Berlin Krimi „Wer zuletzt lacht, lebt noch“ noch nicht gelesen. Aber, trauen wir einmal den Rezensionen, hat dieser ja einen äußerst positiven Anklang gefunden.
Wie bist du darauf gekommen einen Kriminalroman zu schreiben?

Petra: Momo Evers, die Lektorin, die im Mitteldeutschen Verlag die Reihe „Tatort Ost“ aus der Taufe gehoben hat, hatte mir damals angeboten, den ersten Krimi dieser Reihe zu schreiben. Ich bin schon lange Fan skandinavischer Krimis, daher habe ich mich über diesen Auftrag sehr gefreut.
Du solltest den Krimi wirklich mal lesen ;-)

Lilly: Das werde ich sehr bald. Versprochen!
Hast du das Handwerk Schreiben irgendwo gelernt, oder hat sich das mit der Zeit und den Erfahrungen ergeben?

Petra: Ich habe kein Diplom einer Schreibschule an der Wand hängen – da hängt nur mein Stadtplanungsdiplom, und das ist auch das einzige, zu was es je nütze war: Als Wandschmuck ;-)
Wie so viele meiner Kollegen bin ich Autodidaktin. Ich habe schon als Kind viel geschrieben: Kein Brief verließ meine Obhut, ohne dass ich ihn nicht mehrfach gelesen und ggf. verändert oder gar neu geschrieben habe. Ich habe damals daraufhin von Freunden und Verwandten positives Feedback für meinen Schreibstil bekommen. Aus heutiger Sicht seltsam für ein Grundschulkind.
Journalistisches Schreiben habe ich mir in einem langen Prozess angeeignet. Das fing ebenfalls in der (Grund)Schule an, mit Schülerzeitungen und Artikeln für die Kinderseite der Berliner Morgenpost. Als ich dann selbst Kinder an einer Schule hatte, beklagte ich den mangelnden Informationsfluss und gründete kurzerhand eine Schulinformationszeitung, die ich mit drei anderen Müttern stemmte. Wir produzierten innerhalb von vier Jahren 16 Ausgaben, die bis zu 24 Seiten stark waren und einer „echten“ Zeitung schon sehr nahe kamen. Damals las ich mich durch Berge von Büchern zum Thema „Journalistisches Schreiben“. Schließlich war ich Chefredakteurin, Herausgeberin und lieferte den größten Teil des Contents. Nur eine Schulzeitung? Vielleicht. Aber da ich mit meinem Namen dafür stand, sollte es „close to perfect“ sein. Wenn ich heute die erste Ausgabe mit der letzten vergleiche, stelle ich fest, dass ich in dieser Zeit wirklich viel gelernt habe.
Als ich im Jahr 1995 meine ersten Versuche machte, tatsächlich ein Buch zu verfassen, schrieb ich einfach drauflos. Ich glaube nicht, dass es richtig schlecht war, aber spätestens auf Seite 70 (einzeilig, keine Normseiten, damals wusste ich noch nicht einmal, dass es so etwas gibt) hatte ich mich immer so verfranzt, dass ich gar nicht wusste, wie meine Protagonisten weitermachen sollten.
Im Jahr 2000 begann ich Autorenratgeber zu lesen. Die Übungen habe ich nie gemacht, weil sie nie zu dem passten, was ich schreiben wollte, und ich wollte nicht im luftleeren Raum üben. Aber ich habe einige hilfreiche Tipps mitgenommen. Ich lese beispielsweise bewusst Bücher, die handwerklich nicht so gut gelungen sind, und analysiere dann, woran das eigentlich liegt. Das fällt mir leichter, als ein gutes Buch darauf zu überprüfen, weshalb es so gut ist. Denn ehe ich mich versehe, habe ich mich wieder darin festgelesen und vergesse die Analyse ;-) Und das selbst bei Büchern, die ich kurz zuvor schon einmal zum Vergnügen gelesen habe.
Ich habe in den Büchern viel über Figuren- und Plotentwicklung gelernt. Das hat mir dann auch geholfen, endlich ein Buch fertigzuschreiben. Ich habe dieses erste Werk (ein Jugendbuch) nie jemandem ernsthaft angeboten. Es war für mich selbst der Beweis, dass ich es schaffen kann, ein ganzes Buch bis zum Ende durchzuhalten.
Erst im Jahr 2007 habe ich dann Drehbuchseminare besucht, aus denen ich auch für meine Bücher noch Anregungen mitnehmen konnte, wie ich es noch besser machen kann.

Lilly: Bist du auch der Meinung, dass jeder mit Ausdauer und starkem Willen einem Mammutprojekt, wie einen Roman zu entwickeln, gewachsen ist, oder gehört dazu auch ein gewisses Talent?

Petra: Wie du schon sagtest, Ausdauer und starker Willen sind in jedem Fall nötig, um ein Buch auch zum Abschluss zu bringen, und diese Eigenschaften sind nicht jedem gegeben.
Zudem ist ein gewisses literarisches Basistalent hilfreich, denn wenn jemand auf Kriegsfuß mit Worten steht, wie soll dann ein Text dabei herauskommen, den Menschen gerne lesen? Das wäre in etwa so, als wollte ich eine Karriere als Mathematikerin anstreben. Ich wäre von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Doch ich denke, wenn jemand liebt, was er tut, muss diese Basis ja vorhanden sein.
Ich sage Basistalent, weil ich denke, dass sich dieses von echtem Talent noch unterscheidet. Wer wirklich talentiert ist, wird es leichter haben: Wer schon immer eine gut ausgebildete Feinmotorik hatte, wird weniger Mühe haben ein sehr guter Jongleur zu werden, als ein „Grobmotoriker“, der Jonglieren unglaublich toll findet, und es unbedingt erlernen will. Auch er kann es schaffen, kann sogar gut werden. Aber er wird länger dafür brauchen, weil er Grundtechniken erlernen muss, die dem talentierten Jongleur wie selbstverständlich von der Hand gehen.

Wir haben also Ausdauer, starken Willen, und ein Grundtalent. Es fehlt noch etwas: Kritikfähigkeit und der Willen Neues zu lernen. Sonst wird das Mammutprojekt entwickelt und das Schreiben
durchgehalten, aber niemand will das Buch haben, weil der Stil vielleicht nicht lesekompatibel ist ;-)

Ich denke da an eine Frau, über die ich einmal in einer Zeitung las. Sie wollte unbedingt ein Buch veröffentlichen, und hat viel Geld bezahlt, um sich diesen Traum zu erfüllen. Sie hat das Projekt also von A – Z durchgezogen. Anschließend ist sie von Buchhandlung zu Buchhandlung getingelt, aber die Buchhändler haben sich geweigert dieses Buch in ihr Sortiment aufzunehmen. Es war einfach zu schlecht, und das haben sie ihr auch gesagt. Das ist natürlich erst einmal bitter, und angesichts von über tausend Büchern, die im Schlafzimmer lagerten, wohl auch ein harter Brocken. Doch anstatt sich der Kritik zu stellen und an ihrem Handwerk zu arbeiten, hat sie auf selbem Niveau ein weiteres Buch geschrieben. Ich fürchte, die nächsten tausend Bücher werden auf Jahre hinaus den Zugang zum Bade- oder Wohnzimmer blockieren.

Lilly: Kritik annehmen ist also die Basis. Hast du einen weiteren Tipp für angehende Autoren?

Petra: Schreiben, schreiben, schreiben. Ihr müsst wirklich einen langen Atem haben, wenn ihr erfolgreich sein wollt. Reich und berühmt über Nacht – das läuft in dem Business nicht. Wer euch das weismachen will, verschweigt die vielen tausend Seiten, die er bis dahin geschrieben hat, ohne dass sie je Veröffentlichungsreife erreicht hätten. Was dann kommt – ob ein Buch die Bestsellerlisten erklimmt, oder trotz guter Qualität ewig im Keller des Vergessens schlummert, daran könnt ihr selbst nur wenig beeinflussen. Die Gesetze des Marktes hat wohl noch niemand völlig durchschaut – Marketing hin oder her. Wer vom Schreiben leben will, sollte also viele, viele Buchveröffentlichungen haben, und bis dahin ein anständiges finanzielles Polster.
Und vor der ersten Veröffentlichung solltet ihr euch Gedanken darüber machen, was ihr wollt: Der Weg ein fertiges Manuskript anzubieten, ist durchaus ein gangbarer. In Lektoraten anzurufen, zu fragen, ob gerade bestimmte Manuskripte gesucht werden, und dann dazu ein Exposé zu schicken, ist eine Methode, der für viele Autoren weniger frustrierend ist.

Lilly: Du hast diesen Weg bereits erfolgreich gemeistert. Aktuell arbeitest du an einer Krimireihe. Kannst du den Lesern etwas mehr dazu verraten?

Petra: Die Krimireihe „Es geschah in Berlin …“ hat sich Horst Bosetzky ausgedacht, das Berliner Krimi-Urgetein, besser bekannt als „-ky“.
Er ersann Kommissar Kappe, der 1910 aus Wendisch Rietz nach Berlin kommt, und hier seinen ersten Kriminalfall löst. Den ersten Band hat –ky natürlich selbst verfasst und schreibt auch zwischendurch immer mal einen. Die Reihe lebt jedoch davon, dass die Bände von unterschiedlichen Autoren verfasst werden. Vorgabe: Kappe muss darin vorkommen, die Bücher müssen jedoch nicht aus seiner Perspektive geschrieben werden. Alle 2 Jahre ist er in einen neuen Fall verwickelt.
Mich hatte „-ky“ gefragt, ob ich das Jahr 1926 übernehmen möchte, was ich auch gerne getan habe. „Unschuldsengel – Kappes neunter Fall“ erscheint im Frühjahr 2009 im Jaron Verlag.
Über den Fortgang der Arbeit daran berichte ich natürlich im autorenblog.writingwoman.de


Lilly: Liebe Petra. Ich danke dir sehr für dieses ausführliche Interview.


« Older Entries




  • Archiv