Archive for the ‘Rezensionen’ Category

Franca Düwel – Julie und Schneewittchen- schlimmer geht’s immer

Posted on 2009 08, 16 by Lilly

julie

Habe von Ben geträumt. Ich hab ihn gefragt, ob er meinen Busen anfassen möchte, und er hat Nein, danke gesagt. Verstehe ich nicht. Nein danke???? Bin mir nicht klar, was mir mein Unterbewusstsein damit sagen will. Fand meinen Busen bisher eher normal.

Ach, wie schön war doch meine Kindheit. Wie leicht und unbeschwert konnte man alles anpacken. Wie einfach es doch war Idealist zu spielen, als man die Verantwortung noch von sich weisen konnte.
Ja, bunt und spaßig waren die meisten Sorgen der Kindheit, wenn man sie im Nachhinein betrachtet.

Mirja Boes – Boese Tagebücher

Posted on 2009 08, 08 by Lilly

mirja-boes1

Warum ich mir dieses Buch gekauft habe, kann ich eigentlich gar nicht genau erklären.
Ich steh schon auf Comedy und Mirja Boes ist mir auch nicht unsympathisch, aber so reine Spaß- bzw. Quatschbücher haben eigentlich noch nie den Weg in mein Regal gefunden.
Schieben wir es einfach auf den Sommer; auf dem Wunsch sich auf einem Backofen von Balkon einige herrlich leichte Gedankenprisen um die Ohren wehen zu lassen.

Auf den ersten Blick vermutet man, dass es sich tatsächlich um Mirjas Tagebuchaufzeichnungen aus ihrem 13. Lebensjahr handelt. Überall findet man Gekritzel und kleine Zettelchen mit Aufkleber. Auch auf dem Backcover heißt es:

Sebastian Fitzek – Das Kind

Posted on 2009 07, 30 by Lilly

Ist das … ? Das kann nicht sein. Felix ist gestorben. Er war kalt, als ich ihn Sophie aus den Armen nahm. Ich habe ihn selbst beerdigt und …
“Bei diesen Bildern könnte man ins Zweifeln geraten, oder?”
… und ihn sterben sehen. Eben gerade.

daskind
Das Kind hat mich seit dieser Weblesung ungemein interessiert. Ich habe mir diesen Roman, der nach meiner Erfahrung mit Splitter und die Therapie der letzte sein sollte, gekauft und …
… und wurde diesmal nicht enttäuscht. Ich habe das Buch in einer nervösen Erwartungshaltung gelesen, dachte ich doch die herrliche Spannung und all die Verwirrungen laufen am Ende wieder ins Leere und werden mit fadenscheinigen Lösungen begründet. Aber nein. Handwerklich war in meinen Augen alles solide.

Aber von vorn.
Robert Stern ist ein erfolgreicher Anwalt und absoluter Rationalist. Er glaubt nur an das, was er sieht. Beruflich hat er es damit weit gebracht, aber privat steht er vor einem Trümmerfeld. Seit sein neugeborener Sohn vor 10 Jahren am plötzlichen Kindstod verstarb und seine Frau ihn verlassen hat, ist nichts mehr wie zuvor.

Kerstin Gier – Rubinrot

Posted on 2009 07, 27 by Lilly

„Die Parole?“
Quark edit bisquitis. Oder so ähnlich.
„Qua redit nescitis“, sagte Gideon.
Na, fast.

rubinrot
Wenn Du die Möglichkeit mit Hilfe eines kleinen Geräts in beliebig viele Zeiten zu reisen, was würdest Du dann tun? Die Welten, die darauf warten entdeckt zu werden, sind grenzenlos. Die Gefahren sind es auch. Eben deshalb wäre es von ungeheurer Wichtigkeit sich intensiv mit Geschichte, vergangenen Kulturen, Traditionen und Gepflogenheiten auseinanderzusetzen.

Die 16-jährige Gwendolyn Shepherd hat ein sogenanntes Zeitreise-Gen geerbt. Ihr stehen die Türen in vergangene Jahrhunderte offen. Allerdings gibt es ein kleines Problem. Gwen wurde direkt ins kalte Wasser geschmissen. Durch eine Irrtum oder auch durch bewusste Verschleierung sind einige Familienmitglieder – ihre Großmutter Lady Arista, die Großtante Maddy und Tante Glenda – davon ausgegangen, dass Gwens Cousine Charlotte die Gen-Trägerin ist.

Neil Gaiman – Coraline

Posted on 2009 07, 16 by Lilly

„Die Mäuse können den Nebel nicht leiden“, sagte er. „Davon kriegen sie ganz schlaffe Schnurrhaare.“

coraline
Ich fand den Roman schon länger interessant. Einerseits hat mich der Buchtitel, der Name schon immer gereizt. Ich weiß nicht, woher ich ihn kenne, aber ich bringe ihn mit Fantasy und Märchen in Verbindung – und das schon bevor ich das Buch bewusst wahrgenommen habe.
Da die Geschichte als englischsprachige Ausgabe schon 2002 erschienen ist, das ist immerhin 7 Jahre her, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich immer nur bruchstückhafte Informationen aufgenommen habe, die sich als Puzzleteile zu einen unbewussten Ganzen zusammengesetzt haben.
Ein anderer Aspekt ist das wunderschön gestaltete Cover, dem man einfach nicht widerstehen kann.

Das Buch wirft uns ins Leben von Coraline, einem kleinen Mädchen. Man zeigt uns das große Haus, das in vier verschiedenen Wohneinheiten aufgeteilt ist. Coraline und ihre Eltern leben in einer Wohnung mit 21 Fenstern und 14 Türen. Eine davon wurde mit Backsteinen zugemauert, um sie so von einer identischen, leerstehenden Wohnung auf der gegenüberliegenden Seite zu trennen.

F. Scott Fitzgerald – Der seltsame Fall des Benjamin Button

Posted on 2009 07, 11 by Lilly

Doch nach und nach wich der honigfarbene Ton ihres Haares einem langweiligen Braun, das blaue Emaille ihrer Augen wurde stumpf und erinnerte immer mehr an billiges Steinzeug; obendrein aber und vor allem war sie mittlerweile viel zu sehr in ihren Gewohnheiten verhaftet, zu selbstgefällig, zu zufrieden, zu blutleer in Momenten der Erregung und von zu nüchternem Geschmack. In der Brautzeit war sie es gewesen, die Benjamin zu allen möglichen Tanzvergnügen und Diners geschleppt hatte – heute war es umgekehrt. Sie begleitete ihn zwar noch, wenn er in Gesellschaft ging, doch ohne Enthusiasmus, schon angefressen von der ewigen Trägheit, die jeden von uns irgendwann ereilt, die heimlich still und leise von uns Besitz ergreift und uns bis ans Ende unserer Tage nicht mehr loslässt.

benjaminbutton
Wie bereits in dem Artikel zum Kinofilm erwähnt, hat diese Novelle von Fitzgerald nur wenig mit dem Film Der seltsame Fall des Benjamin Button gemein. Die Idee alt geboren zu werden und jung auf die Welt zu kommen ist das einzige, was beides verbindet.
In diesem Buch wird Benjamin nicht als greises Baby geboren, sondern kommt als 70-jähriger recht weiser Mann auf die Welt, der sprechen kann und die Welt inklusive ihrer Zusammenhänge komplett versteht.
Hier wird er nicht ausgesetzt, sondern von seinem Vater mit nach Hause genommen, der ihm absurder Weise nur zögerlich gestattet etwas anderes als Milch zu sich zu nehmen und ihn zwingt sich die grau-weißen Haare dunkel zu färben und Kindersachen zu tragen.

Diana Gabaldon – Die geliehene Zeit

Posted on 2009 06, 30 by Lilly

“Hodie mihi cras tibi”, lautete die Inschrift. “Sic transit gloria mundi”. Heute ich, morgen du. So vergeht der Ruhm der Welt.

geliehenezeit
Der zweite Teil der Highland-Saga hat mich erstmal geschockt. Der Leser erfährt, dass Claire wieder zurückgekehrt ist. Sie ist Ende 40, hat eine erwachsene Tochter, lebt in Amerika und ist Ärztin. Jamie ist im Schlachtfeld vor 20 Jahren umgekommen.
Ich war pappsatt und habe das Buch eigentlich sofort wegpacken wollen.
Aber nach für nach wurde einem bewusst, dass diese Geschichte nur die Rahmenhandlung bildet.
Claire ist nach Schottland zurückgekehrt, um ihrer Tochter Brianna die Wahrheit über ihren Vater und dem unheimlichen Steinkreis Craig na dunh zu erzählen.

Die eigentliche, „richtige“ Geschichte beginnt dann fast an der gleichen Stelle, in der sie in Feuer und Stein aufhörte.
Jamie und Claire beschließen in Frankreich zu bleiben und sich in das bevorstehende geschichtliche Ereignis, den gescheiterten Unabhängigkeitskrieg Schottlands und die Schlacht in Culloden einzumischen. Sie wollen verhindern, dass Prinz Charles die nötigen Finanzen für seinen Aufstand auftreibt.
Die Katastrophe lässt nicht lange auf sich warten. Was sie auch versuchen, sie können den Lauf der Geschichte nicht verändern.

Sebastian Fitzek – Splitter

Posted on 2009 06, 23 by Lilly

Das menschliche Gehirn ist in der Lage, selbst unumstößliche Wahrheiten zu verdrängen, denen sich jeder einmal stellen muss: Alter, Krankheit, Verfall, der eigene Tod. All das kommt auf jeden von uns zu, und doch erscheint es unwirklich. Jemand anderes mischt die Karten, mit denen wir spielen, und sooft wir darüber verzweifeln, so dankbar sind wir letzten Endes über die Gnade des Systems. Denn würden wir den Weg des Lebens weitergehen, wenn wir in die Zukunft sehen könnten?

splitter
Der Roman erzählt einen kurzen Ausschnitt vom Leben des Marc Lucas, der Frau und Kind bei einem Autounfall verloren hat. Durch eine Zeitungsannonce trifft er auf ein verlockendes Angebot: einer psychiatrische Privatklinik ist es gelungen eine Amnesiepille zu entwickeln. Sie sucht Freiwillige mit traumatischen Erlebnissen, die einen totalen Neuanfang wünschen.
Obwohl Marc sich letztendlich doch dagegen entscheidet, beginnt das Unglaubliche. Sein Leben gerät vollends aus den Fugen.
Nichts scheint mehr real. Seine Handydaten wurden gelöscht, der Schlüssel für seine Wohnung passt nicht mehr, er kann sein Auto nicht auffinden, in seinem Büro erkennt ihn niemand und seine Kreditkarten sind gesperrt.
Warum?

Diana Gabaldon – Feuer und Stein

Posted on 2009 06, 07 by Lilly

feuer
Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich zu dem Buch gekommen bin. Es war eine unbedingte Empfehlung, der ich aus unbekannten Gründen sofort Vertrauen geschenkt habe.
Bis dato wusste ich überhaupt nicht, dass die Reihe so groß ist, die Anhänger sich mit den Twilight Groupies vergleichen lässt und die männliche Hauptfigur Jamie Fraser als Harry Potter für Frauen zwischen 25 und 55 Jahren bezeichnet wird.
Ich fand das Thema unglaublich langweilig. Ich lese auch gern mal einen historischen Roman, aber dann eingebettet im Thema wilde Hochlandschotten des 18. Jahrhunderts? Dazu eine leidenschaftliche Liebesgeschichte? Also wirklich! Dann kann ich mir ja gleich einen Groschenroman kaufen und ein dröges Geschichtsbuch daneben legen.
Auch das Cover ist schlichtweg hässlich bzw. es spricht mich in keinster Weise an.
Aber ich habe es gewagt. Und nicht bereut!

„Du bist Blut von meinem Blute und Fleisch von meinem Fleische.
Ich schenke dir meinen Leib, auf dass wir eins sein mögen.
Ich schenke Dir meine Seele, bis wir unser Leben aushauchen.“


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