Archive for the ‘Rezensionen’ Category
Das Abenteuer von Gideon und Gwendolyn geht weiter. Und wenn ich ehrlich bin, dann fällt es mir zum ersten Mal richtig schwer, den Inhalt eines Romans zusammenzufassen. Zum einen passiert tatsächlich nicht sehr viel Neues, zum anderen möchte ich nichts verraten, was denjenigen, die den ersten Band noch nicht gelesen haben, den Spaß verderben würde.
Grob zusammengefasst lässt sich sagen, dass Gwen einen neuen Freund gewinnt: Xemerius, ein toter Dämon in Form eines steinernen Wasserspeiers, den nur sie sehen kann.
Gegenwart. Die Welt dreht sich munter, wie wir sie kennen. Mit einem Unterschied: Es gibt Vampire. Okay, Vampyre. Warum sie mit y geschrieben werden? Das fragt sich wohl jeder.
Keine Monster, keine Kreaturen, die sich vom Rest der Menschheit fernhalten. Es hat sie schon immer gegeben und jeder weiß es. Shania Twain ist ein Vampyr und überhaupt – die schönsten und talentiertesten Lebewesen sind in diesem Buch nicht mehr menschlich.
Die Göttin Nyx entscheidet, in welchem Menschen sie Potential sieht und wen sie mit ihren Kräften bedenken will. Ganz normale Teenager werden daraufhin gezeichnet. Gebranntmarkt, wenn man so möchte. Eine blau gezeichnete Mondsichel erscheint dann auf der Stirn. Das Zeichen, dass ihre Körper soeben die Transformation vom Mensch zum Vampyr begonnen haben. Eine harte Prozedur für die jungen Menschen, die sie unmöglich allein durchstehen können. Also müssen Sie in eine spezielle Schule, das Hogwarts der Vampyre, House of Nights. Das ist eine Art Internat, indem die Nächte zum Tag gemacht werden und umgekehrt. Die Schüler werden von erwachsenen Vampyren unterrichtet und auch in privaten Belangen betreut.
Nicht jeder Teenager wird den Wandel erfolgreich bestreiten. Einer von zehn, so hat es sich in der Vergangenheit gezeigt, wird sterben. Entweder gleich als 16-jähriger Jungvampyr oder nach Abschluss der letzten Klasse kurz vor der endgültigen Vollendung. Quasi wahllos trifft es einen, der qualvoll aus Ohren, Mund und Nase zu bluten beginnt und dann innerhalb weniger Minuten stirbt.
Gill, eine Mutter in den mittleren Jahren, kümmert sich um den Nachlass ihrer verstorbenen Tante Rosamond. In ihrem Haus findet sie verschiedene Tonbandaufnahmen und einen Brief, in der sie ihre Nichte darum bittet, Imogen zu finden und ihr diese zu überreichen. Gill erinnert sich an diese Imogen, einer weit entfernten Cousine. Sie war in den Zwanzigern und Imogen noch ein Kind - ein stilles, traurig wirkendes und blindes Kind - als sie sich auf dem Geburtstag ihrer Tante kennenlernten. Es gab nur dieses eine Treffen zwischen beiden. Wie soll sie Imogen, die mittlerweile zur jungen Frau herangewachsen sein müsste, finden?
Da es ihr zunächst nicht gelingt, folgt sie der Bitte ihrer Tante und hört sich die Tonbänder selbst an.
“Ich möchte dir, mehr als alles andere, Imogen, eine Vorstellung von deiner Geschichte vermitteln. Du sollst ein Gefühl dafür bekommen, wo du herkommst und welche Kräfte es waren, die dich hervorgebracht haben”, beginnt Rosamond zu erzählen.
Sie möchte Imogen, die nicht bei ihrer Mutter aufgewachsen ist, erzählen, warum es dazu gekommen ist und wie das letztendlich mit ihrer Blindheit zusammenhängt.
Sie beginnt mit den 40er Jahren. Als kleines Mädchen wurde sie selbst von ihren Eltern zu ihrer Tante aufs Land geschickt- evakuiert, um sie vor den Gefahren des Krieges in der Stadt zu schützen. Dort freundete sie sich mit ihrer etwas älteren Cousine Beatrix an, die von ihrer Mutter gänzlich ignoriert oder kaltherzig behandelt wird. Die Liebe scheint nur ihren Brüdern und den Hunden zugute zu kommen.
Um ihrem Elternhaus zu entfliehen, heiratet sie früh und wird ungewollt schwanger. Die Freundschaft zwischen Rosamond und Beatrix besteht lange weiter – und so fühlt sich Rosamond auch zu dem kleinen Kind, Thea, hingezogen. Sie lebt sogar zwei Jahre bei ihr und ihrer Freundin, nachdem die unstete, unreife und verantwortungslose Beatrix einem Mann nach Kanada hinterher reist.
Trotz der Liebe, sie ihr mit auf dem Weg gibt, kann sie das Mädchen nicht vor ihrer Mutter schützen, die sie später wieder zu sich holt und genauso kalt und grausam behandelt, wie sie selbst es von zuhause kannte.

Auf dieses Buch bin ich durch den Newsletter des PAN Verlages gestoßen, einem recht neuen Ableger des Droemer Knaur Verlages. Zu meiner Zeit gab es lediglich das Genre Fantasy, unter diesem Oberbegriff versammelte sich damals alles, was man sich unter Fantasy vorstellt, ob Magie, Märchen oder eben fantastische Abenteuer. Heutzutage muss alles seine Schublade haben, ein Begriff reicht nicht mehr aus, und so splittet sich mittlerweile das Genre Fantasy unter anderem in die sagenumwobenen Begriffe High Fantasy, Urban Fantasy, Romantic Fantasy.
Als ich letztes Jahr auf den PAN Verlag stieß, war ich neugierig, was es mit diesen neuen so abenteuerlich klingenden Begriffen auf sich hat. Ich vermute, dass diese neue (Ab-) Art, die Dinge noch einmal aufzusplitten, unter anderem durch den Erfolg der Twilight Romane ausgelöst wurde. Fantasy mit Romantik zu vermischen ist nicht gerade neu, auch gab es früher schon Fantasyromane, in denen es etwas deftiger zuging, sprich Erotik und Sex mit Gestaltwandlern, Werwölfen, Vampiren, oder der Highlander, der sich in der Gegenwart manifestiert und die Burgfräuleins mit ihren Black Berrys aufmischt, all das kann man wohl getrost als frühe Anfänge der Urban-, High-Fantasy und Romantic Fantasy zuordnen. Stephanie Meyer hat diese Genres nicht neu erfunden, aber gewiss neu belebt und aus der „verruchten Liebesroman“ Ecke herausgeholt, in der sich vor allem die deftigen Genreableger tummeln.

Ein guter Schluss ist unendlich wichtig. Manchmal rettet ein guter Schluss das ganze Buch. Ein Buch mag streckenweise nicht schlüssig sein, aber wenn der Schluss stimmt, verzeiht der Leser, vergisst sogar. So ähnlich verhält es sich mit “Grab aus Stein” von Jenni Mills.
Das Buch erschien 2007 im Dumont Verlag, einem Verlag, in dem ich bisher Reise- bzw. Sachliteratur vermutet habe. Ich habe selten ein Buch mit derart vielen Rechtschreib- und Tippfehlern gelesen wie “Grab aus Stein”. Dafür gehört dem Dumont Verlag ein kräftigiger Hieb auf die Finger verpasst. Vielleicht lag es am Termindruck, eine rasche Übersetzung abzuliefern, jedenfalls beschlich mich das eine und andere Mal das Gefühl, dass einige Sätze und Formulierungen holprig zusammengefügt waren, einmal wurde ein neues Kapitel sogar an den letzten Satz gehängt, statt die obligatorische freie Seite einzufügen. Zudem kommt, dass “Grab aus Stein” - wohl mangels einer Genre Nische - falsch vermarktet wurde/wird.
Es ist schon zwei Wochen her, dass ich das Buch fertig gelesen habe, weswegen ich es etwas schwer finde, meine Gefühle so zu rekonstruieren, dass ich Euch möglichst einen genauen Eindruck liefern kann. Aber ich werde es versuchen.
Die Hauptperson ist die 16-jährige Rebecca, die mit ihrer Mutter und deren Lebensgefährtin Spatz in Hamburg lebt. Jeden Mittwochabend veranstalten die drei eine Ladys Night, einen Abend, an dem abwechselnd jeder von Ihnen entscheiden kann, was sie zuhause unternehmen.
In Der Mann schläft erzählt eine in die Jahre gekommene Frau mit Sozialphobie von ihrem Leben und ihrem Lebenspartner. Sie war schon immer eine stille Genossin, die eigentlich nie etwas anderes wollte, als ihre Ruhe. Aber als der Mann bei einer gemeinsamen Chinareise verschwand und nicht zurückkam, verwandelte sie sich in eine zynische und unerträgliche Frau.
Abwechselnd verflucht sie die Welt und alle, die darin leben, um sich dann von Grund auf selbst zu bemitleiden. Sie verachtet Menschen, die glücklich sind, die sich auf den richtigen Weg sehen und glaubt nur selbst die ultimative Wahrheit zu kennen.
Welche ist das? Ganz simpel: Das Leben macht keinen Sinn. Alle, die es nicht bemerken, sind bedauernswert, alle anderen sowieso.
Handlung? Oder nur Gedanken?

Eine wirkliche Handlung ist kaum vorhanden, die Spannung besteht einzig in der Frage, wohin der Mann verschwunden ist.
Das Hauptgerüst sind die Gedanken der Protagonistin: ihre Gleichgültigkeit, ihre Beobachtungen, ihre Vergangenheit, ihre Sehnsucht, ihre Hass.
Wenn man diese Reflektionen weglässt und nur die eigentlichen Elemente als Geschichte verkauft, dann merkt man erst, wie erstaunlich banal das Buch ist.
Es erinnert mich ein wenig an Bitterfotze von Maria Sveland oder Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins von Milan Kundera. Auch diese Bücher werden nur von Gedanken getragen. Der Unterschied: Im Falle von Kundera sind es unglaublich schöne und liebevolle Weltschmerzgedanken und bei Maria Sveland sind sie immerhin interessant und unterhaltsam.
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