Archive for the ‘Mein Weg’ Category

Lilly macht mit beim NaNoWriMo

Posted on 2008 10, 18 by Lilly

Bitte was?
Ja, NaNoWriMo – der National Novel Writing Month, der diesen November seinen 10.Geburtstag feiert.
Was genau das ist?
Seit 1998 versammeln sich schreibwütige Personen aus der ganzen Welt im Internet (gut, die ersten Jahre kamen sie nur aus den USA, darum auch „national“), um den Monat November dazu zu nutzen einen kurzen Roman mit mindestens 50.000 Wörtern zu schreiben.
Erst am 1.November wird das Textfeld auf der Homepage freigeschaltet und man kann loslegen.

Wie soll man denn einen Roman in einem Monat schreiben? Wozu das das Ganze? Und gibt es Gewinne?
Nein, gewinnen kann man nichts bzw. der Gewinn ist, dass man am Ende ein fertiges Manuskript in der Hand hält.


NaNoWriMo stellt nur eine einzige Anforderung: Quantität. Schaff deine 50.000 Wörter und du hast es gepackt. Ganz egal, wie schlecht du schreibst oder wie holprig sich der ganze Entwurf liest.
Erstes Ziel: alles schnell runter zu schreiben.

So unsinnig wie sich das erstmal anhört ist es nicht. Hat man erstmal einen kompletten Entwurf einer Geschichte in der Hand, erscheint das unwirkliche Gefühl, dass man selbst daraus einen richtigen Roman basteln kann, der sich auch verkaufen lässt, gar nicht mehr so unwirklich.
Das Ziel des Projektes ist, dass man Schreibhemmungen über Bord wirft und einfach einmal loslegt. Anders würde man nie erfahren, ob man das Talent zum Schreiben hat.
Jegliches Theoriebüffeln in sinnlos, wenn man nicht selbst zum Stift greift.
Ganz davon abgesehen hat sich die NaNoWriMo- Internetseite im Laufe der Zeit auch zur Community gewandelt. Die Autoren können sich dort profilieren, Freundschaften knüpfen und sich in Foren- ob lokal oder international- austauschen.

Lilly macht auch mit!

Auch ich werde dieses Jahr dabei sein. Zum ersten Mal.
Ich möchte einfach mal ein wenig Abstand zu meiner jetzigen Schreibarbeit bekommen und mir einen Monat Zeit nehmen etwas ganz anderes auszuprobieren. Wie es sich dann weiterentwickelt, werden wir sehen.
„Naked Marbelle“ wird mein Projekt heißen. Ein Fantasyroman, vielleicht etwas Peter-Pan-mäßig.
Ein italienischer Student namens gibt sich seiner Lethargie hin, bis Maria Lia Marbelle, eine nackte Fee aus einer anderen Welt, kommt und ihn verzaubert.
Warum sie nackt ist, weiß ich eigentlich gar nicht genau. Vermutlich will ich einfach nur etwas Erotik mit ins Spiel bringen.

Also ihr da draußen. Greift zu Stift und Papier, plant einen Entwurf und macht mit. Es macht sicher Spaß, hält eine Menge Übung bereit- und man kann nur gewinnen, oder?
Für alle Anfänger: Schaut euch einfach noch mal die Kapitel der Schreibschule an. Wie bringe ich Spannung in die Handlung, wie entwerfe ich den Plot, wie sollten die Charaktere dargestellt werden usw. ?

An die Überarbeitung braucht ihr nicht denken – also ob ihr euch richtig ausdrückt oder tolle Worte verwendet. Dafür ist später noch genug Zeit. Eigens dafür wurde auch der NaNoEdMo- der National Novel Editing Month ins Leben gerufen.
Es ist wirklich machbar. Durchschnittlich drei A4 Seiten pro Tag sind nicht viel. Die schreiben sich erstaunlich schnell, wenn man gewisse Ideen hat und nicht darüber nachdenken muss, ob das jetzt Sinn macht oder gut klingt.

Roman Nummer zwei

Posted on 2008 10, 06 by Lilly

Eigentlich ärgert es mich ja. Aber neulig Abend hat sich eine neue Geschichte ihren Weg zu mir gebahnt. Ich arbeite bereits an einem (so denke ich) sehr komplexen, interessanten und anspruchsvollen Roman, den ich unbedingt veröffentlichen will.
Wie kann es also sein, dass ich plötzlich das dringende Bedürfnis verspüre dieses Buch an zweiter Stelle zu schieben um stattdessen eine Liebesgeschichte zu entwickeln? Eine Liebesgeschichte! Ich? Wo doch gerade das das Genre ist, was mich am wenigsten interessiert.

Aber sei’s drum. Ich folge einfach meiner Intuition und schreibe mir die Finger wund.
Einen Titel gibt es schon: “Hörst du das Leben singen?”

Und genau so werde ich einsteigen:

Wer glaubt dies ist eine typische Geschichte zwischen Macho, bestem Freund und Frauennaivität, der irrt.
Ebba war viel, aber sie war nicht typisch. Sie tappte in eine allzu bekannte Liebesfalle und fiel dem Teufelskreis einer erfüllten Beziehung zum Opfer. Aber sie war nicht so dumm zu ignorieren, dass oberflächliche Anziehung ein ganzes Leben zerstören kann.

Zeitprobleme

Posted on 2008 09, 18 by Lilly

Auch wenn ich die pubertären Teenagerjahre einigermaßen heil überstanden habe, kann ich mich vom Naivität und unüberlegten Handlungen nicht freisprechen.
Derzeit steht eine wichtige Frage im Raum: Soll ich mein Studium aufgeben?
Aufgeben nicht in dem Sinne von es komplett sein zu lassen, weil ich nicht hinterherkomme oder mich nicht für den Stoff interessiere. Nein, ganz im Gegenteil: Ich liebe meine Studium. Alles, was ich lerne ist so unglaublich interessant und ich genieße die Vorlesungen vieler Professoren mehr als großes Entertainment.
Die Frage ist, ob ich nicht nur die Veranstaltungen besuchen sollte, dir mir tatsächlich einen Mehrwert bieten - und im Endeffekt dadurch auf meinen Abschluss zu scheißen?!

Ich weiß, was ich will. Ich will Schreiben. Ein Überlebenskünstler sein, der für sein Leben lebt und nicht für die Arbeit. Jemand, der Zeit hat für seine Familie und sich nicht den Gesellschaftskrankheiten á la Bluthochdruck, Diabetes und Depressionen hingeben will.
Den Abschluss, den ich letztendlich erreichen würde, befähigt mich dazu Berufe auszuüben, die nicht mit meinen Vorstellungen vom Leben übereinstimmen. Berufe, die Morgens um 8 Uhr beginnen und bis 17 Uhr dauern. Die tagein, tagaus den gleichen Trott bieten; Sonntage wieder zu trägen Tagen machen, die die lange, unheilvolle Woche ankündigen.
Jobs, die mich in das Zahnrad der Gesellschaft quetschen, mich der imaginären Mohrrübe des Wohlstandes hinterherlaufen lassen; Wohlstand, den ich gar nicht brauche- der nur als Lebensbestandteil propagiert wird.
Nein. Ich möchte nicht im Büro sitzen. In einer Bank schon gar nicht.
Wozu also einen akademischen Abschluss besitzen oder sogar einen Titel tragen? Aus Prestigegründen?
Ich fürchte ja.
Aber ganz ehrlich: wozu. Wem will ich gefallen? Bin ich nicht ein bemitleidenswertes Wesen, wenn ich mich nur wertvoll fühle, indem ich etwas Handfestes einer Institution in der Hand halte? Reichen mein Vertrauen in mich selbst, die guten Ergebnisse der Prüfungen und die Liebe meines Partners nicht aus, um mich selbst schätzen zu können?

Schriftsteller ist leider kein anerkannter Beruf; zumindest insofern nicht, als dass man nicht davon leben kann. Es gibt keine Lehrstätte der Welt, die mich erfolgsversprechend ausbilden kann. Alles liegt an mir selbst. Wie sehr will ich es? Wie viel Zeit kann ich opfern?
Als Vollzeitstudentin mit zahlreichen Hobbys, die nebenbei arbeiten gehen muss, um das Überleben zu sichern, bleibt nicht allzu viel Freiraum, um seinem eigentlichen Lebensinhalt genug Zeit zukommen zu lassen.
Und selbst wenn man effektiv arbeitet und ein gutes Zeitmanagement betreibt. Ist da nicht auch noch die Familie, der die meiste Aufmerksamkeit zukommen sollte?

Die Tage, ja das Leben an sich, ist einfach zu kurz, um sich in allen Bereichen zu verwirklichen. Ich kann keine Fiktionsautorin, Wissenschaftlerin, Hundezüchterin, Hobbygärtnerin, Leserratte, Sportskanone und liebevolle Partnerin sein; nicht gleichzeitig.
Und selbst wenn ich es könnte:
Wo bleibt dann das kostbarste aller Güter- die Zeit? Das Liegen in der Sonne, das Schnuppern an einer Blume, das Lauschen des Klanges der Wellen, die allgemeine Schönheit der Natur, der lange und ausführliche Kaffeeklatsch mit Freunden – die innere Ruhe?
Termine hier, Verpflichtungen da. Wer will das? Warum rennen wir der Anerkennung so sehr hinterher und vergessen uns dabei selbst?

Weil es wehtut?
Ja, es tut unendlich weh ein Ziel aufzugeben, um sich selbst ein kleines Stück näher zu kommen.

Meine erste Veröffentlichung

Posted on 2008 09, 16 by Lilly

Meine erste Veröffentlichung steht zur Adventszeit an. Eigentlich ist es keine große Sache, nein ganz im Gegenteil, aber ich freue mich tierisch.
Ich habe einfach mal so aus Spaß ein Gedicht, welches meinem Partner gewidmet war, an die Brentano- Gesellschaft in Frankfurt am Main gesendet.

Gestern erhielt ich folgende postalische Nachricht:

[...]
Die Edition bietet einen repräsentativen Querschnitt durch die literarische Kultur unserer Gesellschaft. Die Herausgeberin sucht daher auch gerade nach Beiträgen noch nicht entdeckter Autoren, die ihre literarische Karriere noch vor sich haben.
Wir freuen uns besonders, dass ihr Beitrag zum Abdruck aufgenommen wurde, und ich darf ihnen dazu gratulieren!
[...]
Die Frankfurter Bibliothek gehört zu den am meisten verbreiteten Lyrikveröffentlichungen der letzten Jahrzehnte. Sie wird weltweit in den bedeutendsten Bibliotheken eingestellt, z.B. in der Wiener Staatsbibliothek, in der Schweizer Nationalbibliothek, in der Französischen Nationalbibliothek und in der National Library of Washington.
Nochmals Gratulation zu diesem Erfolg! Wir freuen uns sehr, dass Sie zu den in einem Standartwerk neuer Lyrik publizierten Autoren zählen werden.

Und das hier war mein kurzer Beitrag:

Ewigkeit

In der Fantasie der Ferne liegt die Zeit
Der Winter geht, der Frühling offenbart


sein buntes Kleid
Wärme liegt in der Luft

Goldenes Erwachen in sich trägt der
Morgen
Wir sind zusammen, niemand muss sich
mehr sorgen
Ein Hauch von Ewigkeit, der Liebe Duft

Wenn die Sehnsucht ruft …

.
.

Grafik für mein Cover

Posted on 2008 09, 09 by Lilly


Da ich vorhabe nächstes Jahr meinen Roman zu veröffentlichen, habe ich mir schon langsam Gedanken um die Covergestaltung gemacht.
Eigentlich zu früh. Ich bin noch in einer Phase in welcher ich mich ausschließlich auf’s Schreiben konzentrieren sollte, aber es ist einfach zu verlockend.
Ich habe Kontakt mit einer netten Britin, die mir ein Angebot für eine wunderschöne Grafik gemacht hat. Ich werde mich daran dumm und dusselig zahlen, aber ich denke das ist es mir wert.
Oben habe ich einen klitzekleinen Ausschnitt als Vorgeschmack gepostet.

Gedanken um Glaubwürdigkeit

Posted on 2008 08, 13 by Lilly

Ich habe lange überlegt, mich aber trotzdem dazu entschlossen hier einen eher intimeren Tagebucheintrag zu veröffentlichen:

Ich kann nicht mehr vernünftig schreiben. Was ist los? Wo sind die Morgen, an denen ich fröhlich von der Leber schnacken konnte?

Habe ein paar verworrene Gedanken gedacht. Seit Wochen nun schon. Sie haben keine Hand und kein Fuß, nichts was irgendwie belastend wäre. Aber es ist auffällig.
Liebe. Beziehungen. Wozu? Was ist es?
There’s nothing as pure love. Unsere Liebe ist nicht rein. Egoismus.
Gut, nichts ist nicht egoistisch. Wir können nur von unserem “point of view” handeln; selbst wenn wir in der Lage sind uns in andere Menschen hineinzuverstzen, ist es trotzdem noch unser Geist, der da herumwandert.

Ist die Liebe nicht eine Art Zweckbeziehung? Nicht bewusst. Aber auch nicht wirklich unbewusst.
Aber wenn man liebt, dann macht man sich selbst zum besseren Menschen. Man arbeitet an sich. Man verkauft sich als die Person, die man gern sein möchte.
Ein Abbild von sich. Ein Abbild, was bewundert, wiedergeliebt werden soll.

Kennt eine Person unser wahres Ich - ich meine nicht dieses Ich, was sich aus ewiger Zweisamkeit ergibt, sondern das innere, ganz intime - auch unterbewusste Traum-Ich, dann wird sie wohl kaum noch reizvoll erscheinen.
Zeigt eine Person all ihre Abgründe - ist so bedingungslos ehrlich und vertrauenswürdig, dass wir es nicht mehr für nötig halten nach unserem besseren Ich zu streben, wird diese genauso uninteressant.

Lieben ist so schön. Es macht Spaß. Es hat eine Menge Vorteile. Man träumt viele Träume. Und in der Tat, man begehrt das Gegenstück. Man möchte es unversehrt, unverletzt - in Watte gepackt und glitzernd wie der Staub von gemähten Feldern im Spätsommer.
Aber irgendwo ganz tief in uns drin wollen wir uns … uns als Abbild eines Ideals.
Ein Ideal, welches sich in der Liebe ergibt.
Anders ausgedrückt: Wir lieben die Person, die uns wachsen lässt. Die ein Vorbild ist, für immer ein ungelöstes Rätsel bleibt.
Alles andere ist nur Nettigkeit und körperliche Anziehung.

Eine andere Frage, die mich seit einigen Tage beschäftigt:
Ist es von Bedeutung welcher Nationalität ein Autor angehört? Oder anders: Sind deutsche Autoren, die ihre Handlung ins Ausland versetzen, glaubwürdig?`
Ich sehe mich nicht als Deutsche. Der einzige Fleck Erde in diesem Land, wo ich mich wirklich wohl fühle, ist meine Heimatinsel und mein Rostock.
Gegenden mit viel Wald, von der salzigen Ostsee umzingelt - mit den meisten Sonnenstunden im Jahr.
Menschen mit rauhen Charakteren, schwedischen Wurzeln und bescheidenen Leben. Wie heißt es so schön? “Hier bin ich Mensch, hier will ich sein.”
Nun ist es natürlich nicht schwer einen Roman in dieser Kulisse spielen zu lassen - aber nicht diesen Roman. Nicht diese Geschichte, nicht dieser Charakter. Die Nord-Ostdeutsche Küste wird dem, was ich zu erzählen habe, was ich ausdrücken möchte nicht gerecht.
Also bleiben wir bei der Realität. Eine Neuseeländerin bleibt eine Neuseeländerin. Wir schicken sie nach Afrika und lassen sie ihre Erkenntnisse ziehen.
Platz für Spannung? Viel!
Aber glaubwürdig? Ich weiß nicht.

Ich habe seit einiger Zeit Emailkontakt mit einer lieben Autorin. Sie gibt mir wertvolle Tipps- nicht aufdringlich, nicht besserwisserisch - einfach nur das, an was sie wirklich glaubt, was Experten ihr geraten haben.
Sie meinte das beste was sie mir raten könnte, ist meinen Roman in Deutschland spielen zu lassen. Es wäre nicht nur wichtig für mich, weil es mehr Identifikation bietet, sondern auch für die Verlagswelt.
Warum sollte jemand deutsche Autoren einkaufen, die das Ausland beschreiben, anstatt die (wahrscheinlich günstigeren) Rechte eines dort ansässigen Autors zu erwerben?
Ich weiß es nicht.

Aber Identifikation? Mit Deutschland? Das geht nicht. Ich fühle mich nicht Deutsch.
Ich habe nicht vor meine Nationalität zu verraten, aber ist Fiktion nicht frei von nationalen Grenzen? Ist es nicht die Fantasie und Kreativität, die sie zum Leben bringt?

Kurzfristig habe ich mir überlegt, meinen Wohnort einfach vorzuverlegen. Sprich - ich werde angeben, dass ich schon heute in Nordschweden lebe. Eine deutsche Autorin mit ausländischen Wohnsitz kann wohl etwas mehr überzeugen.
Aber das ist dumm (vor allem dumm, weil ich meinen studivz-Uniort vorschnell geändert habe).
Ich bin was ich bin - und ich will mit einer Geschichte überzeugen. Eine Geschichte, die ich für wirklich erzählenswert halte, nicht durch meine Person.
Ich werde mich schlichtweg weigern, mich durch mein Deutschsein in bestimmte Schubladen stecken zu lassen.

Warum sollte ich einen Krimi, der in München spielt besser rüberbringen können, als eine Identifikationsreise nach Liberia?
Ich kenne München genauso wenig wie Afrika - und kriminaltechnisch bin ich auch ein Anfänger.
Vielleicht müsste ich auch ein Mörder sein, um möglichst detaillgenaue Gefühle und Kriminalakte rüberbringen zu können?

Wer weiß. Ich weiß nur eines. Ich darf nicht enden wie Edgar Allen Poe. Das heißt Finger weg vom Alkohol!

… das hatten wir schon!

Ich bin nur ein Ideal. Ein Ideal der Gedanken von Person X.
Sie hält im Grunde nichts von mir. Ich könnte heute Nacht sterben und sie würde nicht eine Träne vergießen.
Meine Gefühle sind ihr egal - was ich brauche, was ich will - alles nicht wichtig.
Aber sie hat da diese Person im Kopf - ein Abbild einer jungen Frau. Eine junge Frau, die selbstbewusst, frech, clever und sympathisch ist. Gewiss, etwas zu neugierig, viel zu zynisch für ihr Alter, ein bisschen selbstverliebt und psychisch gestört. Aber verdammt attraktiv - ein Arsch wie ein Apfel, die Titten einer 15-jährigen und die Libido eines Mannes.
Eine Person, die man jede Nacht im Traum durchnehmen kann, ohne dass irgendetwas passiert. Ohne dass man sich verbrennt.
Aber herrgott! Ich bin es leid.
Ich will nicht deine Phantasie sein. Sei nicht so feige und rede gefälligst mit mir. Sieh den Tatsachen ins Gesicht und schau wer ich bin:
jämmerlich, unsicher, krank, innerlich verwahrlost, langweilig - und vor allem … vergeben (!!!)

Fernstudium: erster Monat

Posted on 2008 07, 22 by Lilly

Wie hier kürzlich berichtet, habe ich ein Fernstudium an der Cornelia Goethe Akademie aufgenommen.
Die ersten drei Lektionen habe ich nun bearbeitet und möchte ein kurzes Fazit ziehen.

Auf ca. 40 halbseitig bedruckten A4-Blättern wurde eine Reise durch die Literaturgeschichte von der griechischen Antike bis zur Moderne unternommen und die Antwort auf die Frage „Was treibt uns zum Schreiben?“ gesucht.
Zu meiner Enttäuschung wurde das ganze Thema ziemlich oberflächlich angepackt und ich habe mich die ganze Zeit gefragt „Wozu?“
Ich denke nicht, dass Literaturgeschichte wichtig ist, um selbst das Schreiben zu lernen. Wenn andere mich lehren wollen, dass es doch so ist- und ich hätte mich da nur allzu gern umstimmen lassen, dann hätte ich mir auch das Gesamtpaket gewünscht und nicht nur ein paar Stichpunkte, die sowieso noch aus Schulzeiten hängen geblieben sind.
Für die verschiedenen Epochen wurden jeweils folgende charakteristische Autoren und manchmal auch deren dazugehörigen, kennzeichnenden Werke knapp unter die Lupe genommen:

  • Sophokles – Antigone
  • Thomas Morus – Utopia
  • Lessing – Nathan der Weise
  • Novalis
  • Kafka

Für mich wichtige Vetreter - Goethe, hallo? - und Epochen wurden aber ausgelassen.

Die 2- 3 Aufgaben, die sich am Ende jeder Lektion befanden bezogen sich meist auf das bloße Zusammenfassen. Eine Zusammenfassung der Zusammenfassung also, was mir ziemlich unsinnig erscheint.

Zwei recht interessante Aufgaben- Erzählungen (bzw. wahlweise ein Dialog oder Gedicht) zu schreiben- waren aber auch dabei. In einer sollte man Bezug auf ein romantisches Bild von Caspar David Friedrich nehmen und in der anderen etwas zu einem frei gewählten Zeitungsartikel, in welchem es „menschelt“, schreiben.
Beide Texte gehen an meine Lektorin. Ich freue mich sehr auf ihr Feedback aber vom Lehrgang selbst bin ich insgesamt noch nicht sonderlich begeistert.
Als Fernstudium dürfte man das gar nicht titulieren, denn der Aufwand ist gering- und der Lehrinhalt steht der Unterhaltung in vielen Dingen nach.

Aber man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben und andersrum. Ich freue mich, dass ich eine Möglichkeit gefunden habe, die mich zu Schreibübungen motiviert und hoffe auf wertvolle Tipps in der Zukunft.


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