Archive for the ‘Kommentiert’ Category

Lovelybooks: DSDS für Schreibtalente?

Posted on 2010 02, 23 by Lilly

Die Autorin Milena Moser hat für ihren Roman “Möchtegern” eine Autoren-Wettbewerb fürs Fernsehen geschaffen.
Wie sieht das in der Realität aus? Bräuchten wir neben DSDS, Popstars, Germanys Next Topmodel und Co. nicht auch eine Castingshow für Schreibtalente?

Wenn Autoren sich daneben benehmen

Posted on 2009 11, 23 by Lilly

In der Besprechung zu Sybille Bergs Der Mann schläft hatte ich erwähnt, dass ich im nächsten Artikel erklären wollte, warum ich glaube, dass die Protagonistin des Romans eigentlich deckungsgleich mit der Autorin ist.
Daran wäre an sich natürlich nichts schlimm, allerdings hatte ich auch erwähnt, dass ich ihre entworfene (?) Figur, nennen wir sie “die Frau”, sehr unsympathisch finde.
Grenzwertige Gedanken, ein riesiges Zentrum um sich selbst und nahezu ekelhaft zynisch.
Genau das gleiche fiel mir zu Frau Berg ein, nachdem ich sie in verschiedenen Fernsehshows gesehen habe.

Bei Harald Schmidt sagte sie: “Ich finde Schweinegrippe und Sterben sehr in Ordnung. Es hat zu viele Menschen.”
Schmidt sagte, er habe gehört sie würde sich ein Haus am See wünschen. Sie entgegnet daraufhin, dass es da natürlich darauf ankommen würde, wo es steht. Wäre das die Ukraine, hätte sie sich das schon längst leisten können. Es muss aber teuer sein. Sprich: Mit dem gemeinen Fußvolk möchte sie nicht in Kontakt kommen.

Hier könnt Ihr Euch den gesamten Auftritt ansehen:

In der Sendung von Denis Scheck hat sie sich ähnlich menschenverachtet geäußert.

Ja, ist denn heute schon Weihnachten?

Posted on 2009 11, 08 by Lilly

Spekulatius und Schokomänner seit Ende August im Supermarkt, das ist ja nichts Neues.
Aber auch auf Amazon wird schon Weihnachten gefeiert.

weihnachtenamazon

Richtig, es sind jetzt ja nur noch zwei Wochen bis zum Totensonntag, und dann geht es langsam wirklich los. Aber der zauberhafte Tannenbaum-Header schmückt die große Bücherseite schon seit längerem.

Was soll uns das sagen?
“Kaufe Deine Geschenke dieses Jahr schon rechtzeitig, sonst…”
Ja, was sonst? Kommen sie nicht mehr pünktlich an? Bei einem Buchversand, der sogar Overnight-Express anbietet?
Sind sämtliche Artikel vielleicht ausverkauft?

Der Unsinn vom Deutschen Buchpreis

Posted on 2009 10, 13 by Lilly

Ich gratuliere Kathrin Schmidt recht herzlich zum Gewinn des deutschen Buchpreises.

Eigentlich hatte ich gestern vor zu dokumentieren, wie das Buch in den Verkaufslisten von Amazon ansteigt. Ich fand das bei Herta Müllers Atemschaukel so faszinierend.
Aber ich habe zu spät damit begonnen.
Als ich um 23:10 nachgeschaut habe, war der Roman schon auf Platz 4 im Belletristikbereich:

2310

Coraline und die Kinderfreundlichkeit

Posted on 2009 07, 22 by Lilly

In den Kommentaren zu meiner Coraline-Rezension ist so was wie eine Mikrodiskussion entstanden. Denn plötzlich standen kontroverse Meinungen zum Thema „Ist das Buch für Kinder geeignet?“ im Raum.
Da ich mich bisher nicht mit Gaiman beschäftigt habe, ja nicht einmal hätte sagen können, dass er Autor ist, wusste ich nichts von dieser eigentlich schon seit 2002 bestehenden Diskussion.

Wer meine Rezension gelesen hat wird wissen, dass ich dieses Buch absolut nicht für kinderfreundlich halte.
Aber warum?
Ich habe es schon in den Kommentaren versucht zu erklären und dabei festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist. Es ist vielmehr ein Gefühl, ein bestimmter Druck in der Magengegend, als eine eindeutig beleuchtbare Tatsache.

Keine Zuzahlungen bei Verlägen!

Posted on 2008 06, 27 by Lilly

Auf verschiedenen Seiten habe ich schon “Erfolgsstories” von Jungautoren gelesen, die beschrieben haben, auf welche Weise sie an einen Verlag gekommen sind. Die meisten von Ihnen sind bei den sogenannten Zuschussverläge gelandet. Ob das Glück war? Eher nicht.
Ich werde hier nicht alle über einen Kamm scheren, da ich von den verschiedensten Details so viel Ahnung habe, wie von griechischer Anthropologie (Kenntnisse entsprechen der Zahl null, richtig geraten); wenn jedoch direkt eine Kampagne gestartet wird, die darauf hinweist sich dort in Acht zu nehmen, dann halte ich es für erwähnenswert.

Dass die Verläge einem nicht unbedingt nur Böses wollen, glaube ich schon. Sie sind bereit verschiedenste Werke zu publizieren; wollen aber kein allzu großes, wirtschaftliches Risiko eingehen und beteiligen somit die Autoren bei den Herstellungskosten. Kosten, die laut Kritiker jedoch in einem unangemessenen Verhältnis zu den eigentlichen Materialkosten stehen.
Die Frage ist dann: Wozu sollte man sich der Verlag also noch großartig bemühen- Lesungen arrangieren und die Werbetrommel schlagen? Das ist alles mit einem Haufen mehr an Kosten verbunden. Jedes Buch was per Zufall verkauft wird, bedeutet einen Gewinn. Jedes nicht verkaufte Buch aber keinen Verlust.
Man könnte also davon ausgehen, dass es dem Verlag nicht allzu viel bedeutet einen einzelnen groß raus zu bringen.

Wenn man bedenkt, dass viele Buchhandlungen einen Großteil dieser Zuschussverläge boykottiert, worin besteht dann der Vorteil gegenüber Eigenverlägen wie lulu (siehe Artikel: Dein Buch wird veröffentlicht- garantiert! )?
Zweiteres verspricht ohne aktives Zutun keinen großen Erfolg- jedoch zahlt man auch nichts, sofern nichts verkauft wird.

Weiterhin hat man als Jungautor bei “seriösen” Verlägen keine Chance mehr unter Vertrag genommen zu werden, wenn man einmal mit Zuschüssen veröffentlicht hat.
Das Risiken- nicht nur die wirtschaftlichen- sollten also genau abgewägt werden.

EM2008: Fußballfrust und Leselust?

Posted on 2008 06, 11 by Lilly

Ich glaube ich werde schizophren. Da habe ich gestern Nacht- hundemüde- in einem Blog ein Artikel entdeckt, der Fußballfieber mit Literaturgenuss vergleicht. Zumindest glaube ich diesen gelesen zu haben. Ich kann ihn heute nirgendwo mehr finden.
Wie kann man so blöd sein und vergessen eine Seite zu bookmarken, über die man schreiben will?
Nun, kurz zusammengefasst:
Die Schreiberin, ein Fußballmuffel, hat sich über die EM-Euphorie aufgeregt und fragt sich warum die Menschen niemals so aus dem Häuschen geraten, wenn es um Bücher geht. Warum Bücherfans nicht laut in der Straßenbahn grölen und Buchseiten vorlesen oder warum Lesungen mit anschließenden Diskussionen nicht als echtes Gemeinschaftsgefühl empfunden werden im Gegensatz zu den angeblich „gefakten“ Fußball-Emotionen.

Aber mal ehrlich. Kann man Fußball und Literatur wirklich miteinander vergleichen?
Das lässt mich leicht schmunzeln, denn es scheint mir ein wenig wie der Vergleich von Gurken und Erdbeeren mit der anschließenden Nachfrage warum Gurken denn nicht auch süß seien.
Natürlich kann ein tolles Buch genauso spannend sein, wie Fußballspiel.
Der Unterschied ist jedoch, dass Lesen zumeist ein sehr privates, teils auch intimes Erlebnis ist, während das Ballspiel erst dann seinen richtigen Charakter entfalten kann, wenn eine Gemeinschaft versammelt ist.

Klar gibt es auch Literaturgemeinschaften wie VHS-Gruppen oder Lesungen. Aber wo ist da der Reiz für sämtliche Bücherratten?
Ich bin auch ein leidenschaftlicher Leser, aber meine Bücher möchte ich für mich persönlich haben, genießen, vor Aufregung zuschlagen, innehalten, um dann tief Luft zu holen und wie gebannt an entsprechender Stelle weiter zu lesen.

Fußball ist etwas vollkommen anders. Das kann ich in meiner Einsamkeit nicht genießen. Das Spiel schreit gerade so nach Supporter. Es ist Gemeinschaftsgefühl, Heimat, Lokalpatriotismus, ein freundschaftlicher Wettbewerb.
Und eine EM oder WM ist so ein bisschen wie Weihnachten: sie wecken Kindheitserinnerungen, schüren Vorfreude und bringen eine Menge Traditionen und Rituale mit sich. (Gesänge, Bier, bunte Fahnen, Spielpläne zum Ausfüllen etc.)

Würde ein Leser sein Buch laut in der Straßenbahn oder im Bus vorlesen und die Fußballfans sich ganz im Stillen für sich selbst freuen, dann würde es mich auch nicht wundern, wenn ACDC in Universitäten auftreten, während man in den angesagtesten Clubs die Nächte durch
 …über Franz Kafka sinnieren würde.

Ein Buch ist ein Gegenstand. Eine wundervolle, fiktionale Welt.
Aber Fußball ist ein Lebensgefühl, es ist „Jetzt“, es ist Realität.
Hat man einmal mit Hunderttausenden die Nationalhymne gegröhlt, ist dem Nebenmann vor Freude heulend in die Arme gesprungen oder hat eine Nacht ausgelassen mit den Nationen der Welt gefeiert, weiß man, dass es sich um echte Emotionen handelt und kein „Pseudo-wir-haben-uns-alle-lieb.“
Fußball ist ein Teil dieser Welt. Ein Buch nur ein Abbild dieser.
Aber Fußball und Bücher sind auch keine Gegensätze …

… sagte sie und nahm das verstaubte Antiquariat WM Mexiko 1986 aus ihrem Regal.

Auf ein faires und spannendes Turnir!