Archive for the ‘Rund ums Buch’ Category
Ihr habt noch nicht alle Weihnachtsgeschenke zusammen, und euch fällt auch partout nichts mehr ein? Dann nichts wie ab zum nächsten Buchladen. Bücher gehen immer, selbst dann, wenn sich die zu beschenkende Person nicht eindeutig um eine Leseratte handelt. Ich stelle euch ein paar meiner Favoriten vor, und erkläre auch gleich, welche Art Mensch daran Gefallen finden würde:
Marilyn Monroe: Tapfer lieben

Ich habe das Buch selbst noch nicht gelesen, es aber schon mehrmals in der Hand gehabt. Es ist toll, und ich hätte es selbst gern. Im Gegensatz zu normalen Abhandlungen und Biografien lesen wir hier wirklich Dinge, die Marilyn selbst zu Papier gebracht hat – ihre Tagebücher und Notizen. Sie war eine unglaublich sensible, leidenschaftliche, poetische und intelligente Frau.
Kennt ihr Frauen, auf die diese Attribute auch zutreffen? Die werden sich dann ganz sicher mit den Inhalten identifizieren können.
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Nicht lustig

Egal ob Teil 1, 2, 3, 4 – NichtWeihnachten oder andere Specials dieser Bücher: Nicht lustig rules. Ich könnte mich jedes Mal wegschmeißen; diese Art von Humor – mal schwarz, aber immer trocken, bringt’s einfach genau auf den Punkt.
Gerade für “coole Jungs” im Alter von 12 bis 32 ein geniales Geschenk! 
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Die kleine Spinne Widerlich

… ist ein Kinderbuch von Schauspielerin Diana Amft. Ist es nicht niedlich?
Es nimmt Spinnenphobie als Metapher für die Angst vorm Unbekannten, und rät unterm Strich dazu, neugierig und offen zu bleiben, und sicht nicht vorschnell eine Meinung zu bilden. Für Kinder zwischen 2 und 5 Jahren. Aber auch für Ältere Kinderbuchliebhaber.
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Post Secret

Post Secret von Frank Warren enthält Postkarten von Menschen auf aller Welt, die darauf anonym eines ihrer intimsten Geheimnisse offenbaren. Mal ist es makaber („My dad died from lung cancer. He was the most important thing to me. I’m ashamed of myself because I keep wishing it was my mom instead.[...]), mal überraschend („Whenever my husband goes down on me, I think of Fred Durst”), mal einfach nur traurig (“I can’t forgive myself for the abortion I had over six years ago”).
So oder so lernt man Menschen und auch sich selbst besser zu verstehen. Auf dieser Seite kann man sich anschauen, wie kreativ die einzelnen Postkarten gestaltet sind. Ein schönes Geschenk für einfach jeden, der ein wenig Tiefe besitzt und Englisch kann.
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Libellensommer

… oder alle anderen Bücher von Antje Babendererde empfehle ich für alle Liebhaber von den Twilight-Geschichten, oder für Teeniemädchen. Sie schreibt so wunderbar über Indianer und erste Lieben, da kann einem nur das Herz aufgehen!
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1001 Bücher…

… die sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist.
Ganz klar, für Bücherfans und Leseratten!
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Stieg Larsson: Eine politische Biografie

Fast so spannend, wie die Millennium-Trilogie selbst. Stieg Larsson war ein außergewöhnlicher Mensch, der sich für das stark gemacht an, an was er glaubte. Wer die Bücher mochte, wird sich auch freuen, mehr über den Menschen dahinter zu erfahren. Ich denke, eher ein männliches Geschenk, für solche, die etwas Interesse an Politik oder Menschenrechte haben.
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Jack Kerouacs „Unterwegs“

Ein Hoch auf das Leben! Die Reise des jungen Schriftstellers Sal Paradises durch das Amerika der 50er Jahre. Der Krieg ist vorbei, ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Leidenschaft, Abenteuer, und die Botschaft, dass der Weg das Ziel ist. Dass der Weg glücklich macht. Immer.
Für Fans von Jazz, Bebop, guten Klassikern und Amerika. Für Schriftsteller oder Hobbyschreiber, und alle, die schon etwas älter sind.
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Für weitere Tipps findet ihr hier alle meine Rezensionen, könnt in Lillys Buchshop schmökern, oder schaut euch hier Denis Schecks Empfehlungen für unter dem Weihnachtsbaum an.
Wow, was für ein Titel, oder? Wenn das Buch auch nichts taugt, einer gewissen Aufmerksamkeit kann man sich damit ja gewiss sein.
Aber nein, mit dem Titel hält die Autorin, was Sie verspricht. Ich glaube, das Buch hätte gar nicht anders heißen dürfen!
Kleine Kostprobe gefällig?
Die Großstadt war gewesen, was ich brauchte, das Leben am Überangebot vorbei, möglichst weit entfernt von der Frau Schwägerin vom Doktor Soundso, bei dem ja auch der Neffe vom Dings in Behandlung ist mit diesem Furunkel am Kinn schlimme Sache der arme Bub wie will der denn mit dem Ei im Gesicht eine Freundin finden. Der Studienplatz war Vorwand genug, endlich ihrem Wirkungskreis zu entkommen, jedem ihrer Kreise, ich wollte weg sein, gänzlich entbunden, ein winziges Zimmer in einer billigen Wohnung behausen, Schallplatten hören in jeder Lautstärke, Kassetten, Radio. […]
Ich wollte auf den Gehwegen, in den Untergrundbahnen nichts als fremde Gestalten mit ihren Leben und Tätowierungen auf den Schultern, mit ihrer Musik, ihren unbekannten Sehnsüchten und Leiden. Und ich mitten unter ihnen, leidend auch, leidenschaftlich, eine Fremde, sich selbst fremd, doch hartnäckig an einer Liebe festhaltend zu ihrer großen Stadt, beschützt von deren Anonymität, eure Ignoranz war mein Deodorant.
(Seite 8 )
Rezension folgt in Kürze!
Bücher kann man ganz allein für sich genießen, man kann die spannenden Geschichten aber auch gemeinsam mit anderen erleben. Das funktioniert zum Beispiel bei einem sogenannten Krimidinner. Ich hatte hier schon einmal darüber berichtet. Es handelt sich dabei um einen Abend an einem schönen Ort, an dem zuerst Abendessen und dann ein Skript serviert wird. Die Beteiligten schlüpfen in die Rollen verschiedener Charaktere und müssen einen Mordfall aufklären. Ganz krimitypisch geraten die einzelnen Rollen nach und nach unter Verdacht; zurrecht, denn fast jeder hat auch die ein oder andere „Leiche“ im Keller. Aber nur einer kann der echte Täter sein. Gemeinsam mit mehreren Mitspielern stellt man die Szenen originalgetreu dar, spielt jeweils seine Figur und versucht, das große Rätsel zu lösen. Das Ganze ist eine Mischung aus Theater, CSI New York und Agatha Christies “Mord im Orientexpress”
Im letzten Artikel habe ich über einen Buch-Gutschein bei einem relativ unbekannten Bücherhändler berichtet. Es gibt aber auch welche für sehr bekannte Portale Gutscheine. Das Problem ist leider immer wieder, dass diese nicht für preisgebundene Bücher gelten – und in der Regel sind die Romanchen, die wir uns holen wollen das ja.
Aber hin und wieder findet man trotzdem einen, aus dem man etwas rausholen kann. Hier zum Beispiel werden zwei Gutscheine für buecher.de angeboten; einer ist bis zum Ende des Monats gültig, der andere sogar bis Ende Januar nächsten Jahres.
Bei dem für 5 Euro steht explizit dabei, dass er nicht gültig für preisgebundene Bücher, Musikdownloads und Angebote auf den Marktplatz ist.
Bei dem anderen steht das nur für preisgebundene Bücher. Daraus schließe ich, dass man trotzdem Songs downloaden, Hörbücher und gebrauchte Bücher kaufen kann. Nun sind 7 Euro bei einem Bestellwert von 50 Euro sicher nicht die Welt, aber immerhin. Wenn man sowieso zuschlagen wollte und das Ganze nicht als Lockangebot sieht, dann spart man ganze 14%. Ich würde also vorschlagen, immer erst nach Gutscheinen zu googeln, bevor man etwas übers Netz bestellt.

Ein Buch, das mich an jemanden erinnert? Das ist “Zwei an einem Tag” von David Nicholls. Wie sich die beiden Protagonisten in einer Konsequenz immer wieder verpasst haben, wie immer grundsätzlich irgendetwas dazwischen kam- das hat mich die ganze Zeit an eine bestimmte Person erinnert.
Ich habe ihr, also der Person, dieses Buch anschließend auch geschenkt. Zum einen, weil ich die Geschichte natürlich ganz toll fand, zum anderen, weil ich gehofft habe oder vielleicht immer noch hoffe, dass ich nicht die einzige bin, die diese kleine Botschaft darin gefunden hat.
Heute mache ich weiter mit Tag sechs, obwohl schon einige Tage mehr ins Land gestrichen sind, an denen ich nichts geschrieben habe. Ich hatte kleine technische Probleme mit meiner Seite. Der ein- oder andere wird vielleicht bemerkt haben, dass sie sogar kurz einmal offline ging. Tja, deswegen verschiebt sich jetzt alles ein wenig, aber das ist ja kein Drama.

Also zurück zum eigentlichen Thema:
Dass ich ein Buch, was mir absolut nicht gefallen hat, nicht unbedingt noch einmal lesen würde, versteht sich ja von selbst. Deswegen habe ich mir heute eins rausgesucht, dass mir wirklich gefallen hat: “Der Regen, bevor er fällt” von Jonathan Coe.
Das Buch hat mich sehr berührt. Nicht nur, weil es traurig und weise ist, sondern auch, weil es das Thema Endlichkeit aufgreift. Wenn eine Person, die dahinscheidet, ihre Lebenserinnerungen zurücklässt, dann finde ich das einerseits unglaublich interessant, andererseits drückt es mir aber regelrecht die Kehle zu. Zu verstehen, wie schnell alles vorbeigeht, dass der Mensch eigentlich nicht länger als 960 Monate lebt (ich meine, herje, wie schnell ist ein Monat vergangen?), das macht mich fertig.
Die jugendliche Unbekümmertheit verliert man doch sowieso viel zu schnell; dazu brauche ich solche Bücher nicht. Und wenn ich dann doch ab und zu in so eine Geschichte hineingerate, dann verschenke, verkaufe oder verstecke ich das Buch anschließend. Ich würde den Teufel tun, es noch einmal von vorn zu beginnen.
Ein Buch, das ich erst einmal gelesen habe, aber immer und immer wieder lesen könnte, ist Tana Frenchs “Totengleich”. Warum? Es ist ein Roman, der alles hat und vieles in den Schatten stellt.
Es geht um Liebe, aber sie ist nicht seicht, es geht um Mord und Polizeiarbeit, aber sie verfällt keinen Klischees, es geht und Freundschaft, aber um ganz und gar ungewöhnliche und das Ganze wird von spitzfindigen psychologischen Details, von tiefer Melancholie und von cleverem Humor getragen.
Richtig spannende Bücher lesen sich schnell weg, aber nur wenige berühren oder bleiben in Erinnerung. Anrührende oder dramatische Romane sind hingegen oft schwer, machen einen (also zumindest mich) weinerlich und leicht depressiv.
Tana French nimmt aber von allem das Beste: Drei Seiten lang gruselt man sich, dann denkt man, man müsste weinen, dann kringelt man sich wegen einer frechen Bemerkung und danach fiebert man dem nächsten Ereignis entgegen, während man die ganze Zeit die Spuren auswertet und jede Person genau auf eine mögliche Schuld untersucht.
Das ist ein Buch, das kein Kritiker seicht finden dürfte und kein Mainstream-Liebhaber als trocken oder zäh bezeichnen kann. Ich liebe es!
Und ich möchte unbedingt noch in Erfahrung bringen, wie die Autorin das hinbekommen hat.
Aus hobbypsychologischer Sicht kann ich nur sagen, dass Hass, egal auf wen oder was, immer ein Warnzeichen ist. Hass ist nicht gesund, denn er richtet sich am Ende immer gegen sich selbst. Das Gefühl ist einfach zu stark und hat keine Richtung, in die es sich (produktiv bzw. positiv) entladen kann. Hassbücher zu haben, zu pöbeln und womöglich noch andere anzufeinden, halte ich also für bedenklich. Wisst ihr Bescheid
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Aber natürlich kenne auch ich die Bücher, die einem eine Menge negativer Gefühle entlocken – und zwar nicht nur, weil sie langweilen, sondern weil sie provozieren, hinters Licht führen, sich dreist mancher Stilelemente bedienen oder grauenvolle Orte bzw. unsympathische Menschen umreißen.

Ein Beispiel dafür ist für mich Sybille Bergs “Der Mann schläft”. Das Buch bestand nicht aus Handlung, sondern aus Gedanken und Behauptungen. Und da die Protagonistin kaum charakterisiert wurde, konnte man sich nie der Vermutung entziehen, dass es eigentlich die Autorin ist, die da von sich spricht.
Beim Lesen habe ich ständig diese neunmalkluge Person vor mir gesehen, die auf andere herabblickt, sie belächelt, vielleicht auch bemitleidet, weil sie einfach anders ticken.
In dem Roman wurde nicht nur eine stille und beruhigende Liebe dargestellt, sie wurde immer wieder im Vergleich zur wilden Leidenschaft gesetzt, die ja angeblich so unecht und unbeständig wäre.
Ich denke jeder hat in diesem Roman etwas anderes gelesen, aber ich habe eine Frau erkannt, die sich ihre eigene Welt schön- und die der anderen mit einer ungeheuerlichen Arroganz schlecht reden musste, um ihren Lebenssinn nicht zu verlieren.
Für mich war das keine Unterhaltung, das waren 312 Seiten Kopfschütteln. Meine Rezension dazu gibt es hier.

Mein Lieblingsbuch ist noch immer, und wahrscheinlich auf ewig, John Irvings “Das Hotel New Hampshire”.
Was mir an dem Buch gefällt und vor allem, worum es geht, habe ich im letzten Jahr ganz ausführlich abgehandelt. Das kann man alles hier nachlesen, falls Interesse besteht. Falls nicht, gibt es hier die Kurzversion:
Irving schreibt Märchen für Erwachsene. Märchen, die unwirklich und weit weg wirken, die aber nichts mit Drachen und rosa Zuckerwolken gemeinsam haben. Er deutet an, beschreibt das, was man sonst nicht in dieser Art wahrnimmt, er geht unkonventionelle Wege und thematisiert das Phantom in jedem von uns.
Er lässt uns sehen und verstehen, ohne dass er mit dem Finger drauf zeigt.
Zu erklären, warum ich dieses Buch zu liebe, ist genauso schwer zu erklären warum man einen bestimmten Mann und keinen anderen liebt.
Man kann alles aufzählen, was einem gefällt und die nächste Person nimmt genau die Aspekte und sagt, warum sie ihn nicht begeistern konnten.
Es ist das Gefühl, was wichtig ist. Sich in einem Buch zuhause zu fühlen, zu spüren, dass das Herz schneller klopft, weil man etwas zu wunderschön findet und Gänsehaut zu bekommen, weil man eine Wahrheit für sich erkannt hat – das ist entscheidend. Und damit hat das Hotel bei mir genau ins Schwarze getroffen.
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