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Isabel Abedi – Isola

Posted on 2010 09, 15 by Lilly

isolaFür zwölf Teenager beginnt ein großes Abenteuer. Sechs Mädchen und sechs Jungen wurden vom berühmten Regisseur Quint Tempelhoff ausgewählt, drei Wochen auf einer einsamen Insel in Brasilien zu verbringen. Gemütliche Unterkunft, Narrenfreiheit, Traumstrand und reichlich Verpflegung inklusive. Einziger Haken, sofern man ihn denn als Haken empfinden will: Die gesamte Insel ist mit Kameras verkabelt und vernetzt. Ganz im Sinne von Big Brother bleibt kein Schritt ungesehen, denn die Jugendlichen sind das Futter für Tempelhoffs neues Dokumentarfilm-Projekt.

Wir lernen Vera kennen, die sich, wie alle anderen, für diesen Film einen neuen Namen, einen Inselnamen, zugelegt hat. Still und schüchtern beobachtet sie das Geschehen und stellt als Ich-Erzähler alle Charaktere vor. Da gibt es zum Beispiel Moon, das sanfte Mädchen mit der Glatze, die quirlige Elfe, die sich wie ein Hippie kleidet, die hochnäsige Darling, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit ihrem Sexappeal die Jungen zu verführen, Neander, ein großer und klobig wirkender Junge, der sich für Vogelkunde interessiert, der geheimnisvolle Solo, der wie Vera wenig spricht oder Joker, der, wie sein Name es schon verrät, dafür sorgt, dass alle viel zu Lachen haben.
Hier jeden Namen aufzuzählen und jede Figur vorzustellen, macht nicht viel Sinn. Aber die Autorin hat es clever gelöst. Niemals hat man den Eindruck, jemanden zu verwechseln oder einen Namen zu vergessen. Man prägt sich jeden Charakter sofort ein.

Alle sind sie dort auf Isola. Und alle haben sie unterschiedliche Beweggründe. Manch einer möchte groß rauskommen, jemand anderes seine tote Schildkröte beerdigen, andere sich nur eine schöne Zeit machen. Aber einige von ihnen tragen auch ein Geheimnis mit sich herum, das ein Schatten auf ihr Leben wirft.