TV Tipp: “Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben”

Posted on April 14, 2009 by Lilly

ranickiMorgen um 20:15 läuft die Literaturverfilmung vom Leben unseres trotzigen Kritikers. In der Hauptrolle Matthias Schweighöfer.
Ich habe mich mit seiner Vita bisher noch nicht beschäftigt und bin somit mehr als gespannt auf sein “Schicksal”, seiner Begegnung mit Tosia und den geschichtlichen Ereignissen. Dass er es als Jude in seiner Jugend ziemlich schwer gehabt haben muss, ist rein historisch gesehen ja leicht zu erahnen; mir kam es bisher jedoch noch nicht in den Sinn.
Den guten Reich-Ranicki als Gesamtpaket und nicht nur als Besserwisser zu betrachten, wird mir und meiner Meinung über ihn sicher gut tun. Ausführliche Informationen zu seinem Leben findet man, wie immer nett aufbereitet, bei Wikipedia.

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Comments

  • Sternenwanderer on April 14th, 2009

    Ich hätte wieder einen Tipp für dich, wenn du dich ein wenig mehr mit seiner Einstellung bezüglich des Themas “Literaturkritik” auseinandersetzen willst:

    Marcel Reich-Ranicki, Über Literaturkritik; Deutsche Verlags-Anstalt, 2.Auflage, Stuttgart / München, 2002

    (Ich durfte / musste es für ein Seminar – “Vom Manuskript zum Buch” – lesen und war von seiner Arguemntationsleistung im übrigen sehr angetan.)

  • Kari on April 14th, 2009

    Ich habe den Film letzten Freitag schon auf Arte gesehen. Da ich auch ein Neuling auf dem Gebiet “Marcel Reich-Raniki” bin, kann ich kein fachkundiges Urteil abgeben, aber ich fand den Film wirklich gut und habe auch viele Details aus seinem im Gedächtnis behalten.

  • Nomadenseele on April 14th, 2009

    Wenn es nicht um Marcel Reich-Raniki gegangen wäre hätte ich mir den Film vielleicht angesehen, aber für mich ist er einer der unsympathischsten Leute überhaupt – ich nehme Abstand.

  • Anna on April 16th, 2009

    Ich habe den Film gesehen und frage mich, warum nichts über die Jahre 1945-1949 gesagt wurde. Das hätte mich nämlich am meisten interessiert. Tatsächlich handeln 90% des Filmes von Ranickis Kriegserlebnissen.

  • Lilly on April 16th, 2009

    Ich habe den Film gesehen und frage mich, warum nichts über die Jahre 1945-1949 gesagt wurde.

    Wurde es doch aber – die Rahmenhandlung bildete doch das Jahr 1949, indem er nach Warschau zurückgeordert wurde, aus der Partei geworfen und aus dem Geheimdienst entlassen worden ist.
    Dem Typen saß er doch dann gegenüber und erzählte vom Krieg.

    Ich denke, dass diese krassen Erlebnisse ihn doch am meisten geprägt haben und die genug Stoff für einen Streifen geboten haben.
    Bei allen anderen Dingen hätte man sicher noch etwas dazudichten müssen, denn ich glaube nicht, dass er über seine Zeit im Geheimdienst viel preisgegeben hat. Auch Tante Wiki sagt nichts darüber.
    Und seine anschließende Zeit als Kritiker, nun, die war und ist ja öffentlich und konnte jederzeit nachverfolgt werden.
    Seine Jugend und die Jahre als junger Erwachsener aber nicht.

    Ich muss zugeben, dass der Film ihn mir wirklich sympathischer gemacht hat. Aber so ganz habe ich den Machern Schweighöfers Rolle nicht abgenommen. Klar, er sah ihm ähnlich, auch mit dem späten Haaransatz und so (Tosia wurde auch gut gewählt), aber irgendwie war er zu zahm, liebenswürdig und zu sehr in sich gekehrt.
    Selbst nach dem Krieg war er immer noch sanftmütig … wann ist denn dieser ruppige Trotzkopf aufgetaucht, dem viele seiner Kollegen Arroganz nachgesagt haben?

  • Anna on April 17th, 2009

    Finde ich nicht – der Film fängt ja 1949 an, der Krieg wurde ja bekanntlich etwas früher beendet. Über die Jahre, in denen er ganz eng mit der SB (polnische Stasi) gearbeitet hatte – kein Wort! Sogar die Wiki schreibt, dass er mitverantwortlich für viele Verurteilungen war etc. etc. DAS hätte mich interessiert – seine Worte hinzu in einem, glaube ich, STERN-Interview fand ich, milde gesagt, sehr arogant.

    Schweighöfer war tatsächlich sehr gut.

  • Lilly on April 18th, 2009

    Die Frage ist allerdings, wie Krieg und Geheimdienst in einem Film nebeneinanderher bestehen können, ohne dass das alles zu schwer oder zu oberflächlich wirkt.
    Man kann kein ganzes Leben in einen Film packen, zumindest nicht so, wie sie es angefangen haben.
    Dann hätten sie sich auf ein übergeordnetes Thema stützen müssen, etwa seine Bücherliebe – und dann durch verschiedene Zeiteinblicke zeigen müssen, wie er dazu kam, wie sie sich weiterentwickelt hat usw.

    Aber außer Leseratten hätte das wohl niemanden interessiert.

    Was hat er dann in diesem Interview gesagt?

  • Anna on April 22nd, 2009

    Tja, ich bin davon ausgegangen, dass schon nichts ausgelassen wird, wenn seine Autobiographie als Vorlage dient.

    Tja, sehr arrogant und abwertend hat er über die Zeit in Polen gesprochen, jede Art von Zuständigkeit bei dem Geheimdienst abgelehnt etc. Fand ich insgesamt sehr oberflächlich.

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