10 Tipps um gute Kolumnen zu schreiben – Teil I

Posted on März 29, 2009 by Lilly

Rubkrik Keine Fiktion: Was ist ein guter Autor, der kein gutes Essay verfassen kann? Der nicht in der Lage ist eine bewegende Rede zu halten? Journalistische Texte zu tippen oder ein Exposé zu entwerfen?


Kolumnen sind kurze Meinungsdarstellungen, die zumeist als Spaltentext in verschiedenen Print- und Onlinemedien erscheinen.
Feste Regeln oder eine bestimmte Form gibt es nicht. Was also muss man beachten, wenn man gute Kolumnen schreiben will, die als solche auch sofort erkennbar sind?

Ich habe für Euch 10 Tipps zusammen gefasst. Die ersten fünf gibt es heute, die anderen folgen morgen:

1. Der Aufbau

Auch für den Aufbau gibt es keine festen Regeln. Man kann munter vor sich herplaudern, Behauptungen aufstellen, mit sich selbst diskutieren oder andere Leute aufs Korn nehmen. Allerdings sollte man eine bestimmte Grundstruktur einhalten, da man sonst sehr leicht in die journalistische Form der Glosse (eine einseitige und kurze satirische Betrachtung) oder der Causerie (unterhaltsame und kurze Essays) übergeht.
Anbieten tut es sich, wenn man zunächst auf möglichst originelle Art in ein Thema einleitet, eine These aufstellt oder auf eine Frage Bezug nimmt und diese dann umfassend, aber doch knapp umschreibt und hinterfragt. Man kann über sich persönlich sprechen, über die eigenen Beobachtungen, über die Allgemeinheit oder nur über ganz bestimmte Personen. Wichtig ist, dass besonders kritische Betrachtungen mindestens von einem Fakt getragen werden. Allzu viele Fakten fallen wieder in den Bereich des Essays, überhaupt keiner könnte in eine Glosse führen.
Abschließend bietet man einen Lösungsvorschlag an, zieht ein Fazit, stellt eine (rhetorische) Frage oder endet mit einem Witz oder einer Anekdote. (bis auf die Lösung und das Fazit bietet sich auch alles zur Einleitung an)

2. Möglichst präzise

Wie bereits erwähnt steht der Kolumnen in den Printmedien meist nur eine Spalte zur Verfügung. Man hat nicht genug Platz, um auszuufern. Sofern Du nur für Dich oder auf Deiner eigenen Webseite schreibst, mag das natürlich egal sein. Ist es aber nicht.
Kolumnen haben sich durch diese knappen Lückenfüllertexte erst herausgebildet. Sofern Du also längere Abhandlungen schreiben willst, handelt es sich schlichtweg nicht mehr um eine Kolumne.
Beschränke Dich auf ein einziges Thema und beleuchte dieses möglichst prägnant von verschiedenen Blickwinkeln.


3. Themenfindung

Beim Thema solltest Du Dich einerseits auf das beschränken, was Du wirklich kennst, andererseits aber eine Allgemeinheit ansprechend. Niemanden wird es interessieren, was Du Dir zum Frühstück machst, was Deine Hobbys sind oder was Du von gesunder Ernährung hältst. Andererseits können diese Themen zur Einleitung sehr interessant sein. Von Deinem Frühstücksmüsli kannst Du zu den erhöhten Milchpreisen kommen, von Deinen Hobbys- etwa dem Lesen zu aktuellen Äußerungen von Reich-Ranicki oder Heidenreich und von der Ernährung zu bestimmten Kampagnen, Forschungsergebnissen oder Aufrufen.
Du musst nicht immer kritisch sein, auch ganz allgemeine Themen wie Glück, Liebe und Hoffnung können betrachtet werden.
Wichtig ist nur, dass Du authentisch bleibst. Mache Dich nicht über Dinge lustig, nur weil Satire gerade angesagt ist und schreibe nicht über Promis, wenn sie Dich im Grunde genommen gar nicht interessieren.

4. Humor

Eine gute Kolumne kann sich durch Witze, guten Pointen und ironischen Bemerkungen auszeichnen, muss sie aber nicht. Hier noch mal: Sei nicht gezwungen witzig oder satirisch. Aber dennoch ist eine kleine Prise Humor wichtig, selbst wenn diese sich nur dadurch auszeichnet, dass man sich selbst nicht so wichtig nimmt und alles mit einem Augenzwinkern erzählt.

5. Die eigene Stimme finden

Eine Kolumne muss klingen, wie Du, als würdest Du gerade Deiner besten Freundin etwas erzählen. Versuche deshalb keine zu steifen Formulierungen zu verwenden oder lange, verschachtelte Sätze zu schreiben. Vielleicht hilft es Dir ja, wenn Du Dir einige Stichpunkte machst – und dann einen kleinen Vortrag hältst, den Du aufzeichnest. Wenn Du diesen 1:1 abschreibst, dann Füllwörter, „öööh’s“ und „hmm’s“ streichst, dann hast Du schon mal einen guten Ansatz.

Bild: sparamrum.de

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