Archive for Januar, 2009

Stephenie Meyer – Breaking Dawn

Posted on 2009 01, 30 by Lilly

Ich habe es nicht mehr geschafft zu warten, bis „Bis(s) zum Ende der Nacht“
erscheint, und daher „Breaking Dawn“ gelesen. Sobald ich die Übersetzung in meinen Händen halte, werde ich diese natürlich auch kommentieren.
Bitte beachtet, dass sich bei diesem und auch bei anderen Twilight-Artikeln SPOILER nicht vermeiden lassen, es sei denn man hat kein Interesse daran sich intensiv mit den Büchern auseinander zu setzen, sondern eine Berichterstattung á la ZDF zu frönen. Wer sich den Spaß also nicht verderben möchte, versucht am besten alle meine Artikel über Meyer und ihre Bücher zu ignorieren.

As a human, I’d never been best at anything. I was okay at dealing with Renée, but probably lots of people could have done better; Phil seemed to be holding his own.
I was a good student, but never the top of the class. Obviously, I could be counted out of annoying athletic. Not artistic or musical, no particular talents to brag of. Nobody ever gave away a trophy for reading books.
After eighteen years of mediocrity, I was pretty used to being average.
I realized now that I’d long ago given up any aspirations of shining at anything. I just did the best with what I had, never quite fitting into my world. So this was really different. I was amazing now – to them and to myself. It was like I had been born to be a vampire. The idea made me want to laugh, but it also made me want to sing.
I had found my true place in the world, the place I fit, the place I shined.

Wo fange ich am besten an? Dieses Buch, der letzte Teil der Twilight-Saga war überwältigend, verwirrend, enttäuschend und wunderschön zugleich.
Alles kommt irgendwie so, wie der Leser es sich wünscht, aber alles das macht auch die Atmosphäre zunichte.

Ich kann Stephenie da nicht mal einen Vorwurf machen. Hätten die Dinge sich nicht genauso zugetragen, dann wären die Fans sicher auch enttäuscht gewesen. Sie wollten mehr, als bloß ihre Fantasie und viele von ihnen haben gemerkt, dass gerade dieses „Was könnte wohl noch alles passieren?“ das war, was den Reiz ausgemacht hat. Dass Bella ein Ottonormalverbraucher war, war der eigentliche Punkt, aus dem sich alles ergeben hat: Die Verteilung der Dominanzen, die Konflikte, die entscheidende Story der ersten drei Bücher. Da dieser nun verschwunden ist, wirkt der gesamte Inhalt fremd und unecht.
Die verbotene Liebe, die Heimlichtuerei, das Hin- und Her zwischen Pflichten (Schule, Haushalt) und Freiheit (Abenteuer im Wald), das Flügge-Werden, all das fehlt. Und es stört. Dazu kommen noch folgende Dinge, die ich recht merkwürdig und unpassend fand:

  • Die Hochzeitsreise östlich von Rio de Janeiro? Eine unbekannte Insel namens Esme? Das klingt zu weit hergeholt und unwirklich.
  • Ein Kind? Mit 18? Und eine Schwangerschaft, die nur einen Monat andauert? Okay, es ist ein halb-halb Kind. Aber Menschengene (langsames Wachstum) mit Vampirgenen (kein Wachstum) kombiniert soll eine erhöhte Wachstumsgeschwindigkeit ergeben?
  • Bella, ein ruhiger, tollpatschiger Teenager, der sich für fast alles schämt, soll mit mal eine glückliche Mom sein?
  • Renesmee Carlie? Das klingt nach Vorschulkindern, die „Mutter Vater Kind“ spielen … total konstruiert und ausgedacht.
  • Warum verbringen die Cullens fast die gesamte Zeit im Haus? Muss Carlisle nicht arbeiten? Ist ihnen das gesellschaftliche Leben mit einmal egal geworden?

Aber alles in allem muss ich auch zugeben, dass diese Dinge im Laufe der Handlung auch verschwimmen. Nach der ersten Enttäuschung hat man sich daran gewöhnt und konnte sich auf einen Handlungsablauf im ganz anderen Stil einlassen.

Es gab natürlich auch Sachen, die besonders positiv aufgefallen sind:

  • Das Buch ist in drei Teilen eingeteilt, zweimal das Buch Bella und in der Mitte das Buch Jacob. Es war interessant die Sachen auch mal aus seiner Sicht zu erleben. Bella hätte sie in dieser Situation aufgrund ihres Gesundheitszustands sowieso nur unzureichend erklären können. Es gibt dem Buch Tiefe, erklärt Jacobs hin- und her gerissene Art und bringt dem Leser Bellas nach außen hin wirkende irrationale Entscheidung näher
  • Jacobs Blondinenwitze und die Kabbelei zwischen ihm und Rosalie waren zum schießen
  • Die Dialoge innerhalb des kleinen Rudels haben viel Spaß gemacht. Vielleicht ist das nur die Originalsprache, aber ich habe das Buch anfänglich viel humorvoller empfunden, als alle anderen drei Bände zusammen.
  • Die Tatsache, dass Jacob geprägt worden ist, hat mich glücklich gemacht. Endlich müssen Edward, Bella und er nicht mehr leiden. (auch wenn ich zwischenzeitlich genauso sauer wie Edward und Bella war aufgrund der Tatsache wer zu seinem Objekt der Begierde wurde)

Im letzten Teil lässt die Autorin dann Gefahr von außen einfließen und sorgt für den schnelleren Teil und einer etwas gezwungenen Spannungshaltung. Dabei bleibt sie sich wirklich treu. Wer sind die Antagonisten? Die Volturi, Hüter der Ordnung und des Gesetzes, natürlich.
Zwar waren die Umstände allesamt ein wenig unlogisch, aber dennoch: man hat mit seinen Lieblingen mitgefiebert.
Aufmerksame Leser werden nicht übersehen haben, dass es hier und da kleine Hinweise darauf gibt, dass die Twilight-Serie mit diesem letzten Buch nicht komplett abgeschlossen ist. Meyer lässt sich ein paar Hintertürchen offen.

Schade fand ich, dass sie die Sexszenen sehr clever und fast schon prüde umschrieben hat. Keiner hat erotische Literatur erwartet, aber etwas mehr wäre sicherlich nicht schlecht gewesen. So kann ich nur diesen einen Abschnitt zitieren, der mich einmal rot werden und ein wenig kindisch kichern lassen hat:

We laughed together, and the motion of our laughter did interesting things to the way our bodies were connected, effectively ending that conversation.

Ich weiß, ich habe sehr viele kritische Stellen gefunden. Aber wie bereits geschrieben, hat man die Tatsachen irgendwann akzeptiert.
Ich habe das Buch trotzdem nicht aus der Hand legen können, habe nachts (ich lese meist abends) verwirrende Träume gehabt. Die Story und die Charaktere haben mich gepackt und wieder nicht losgelassen. Daher kann ich gar nicht anders, als alle Ratten zu vergeben. Das Buch ist anders und hat recht wenig mit der Stimmung von Band 1-3 zu tun. Aber es ist nur für sich betrachtet trotzdem mehr, als man erwarten konnte.

5 Ratten

Tribute to Leonard Cohen

Posted on 2009 01, 29 by Lilly

Baby, ich war schon mal hier.
Ich kenne dieses Zimmer, ich bin schon auf diesem Fussboden gelaufen.
Ich habe immer allein gelebt, bis ich dich kennenlernte.

Ja, ich habe deine Flagge auf dem Marmorbogen gesehen,
Aber Liebe hat doch nichts mit einemTriumpfzug zu tun.
Sie ist nur ein kaltes und total zerstörtes Halleluja.

Es gab mal eine Zeit, da hast du mir gesagt,
was dich im Innersten bewegt.
Aber jetzt hältst du alles vor mir verborgen, oder?

Aber ich weiß noch, wie ich in dich hineingekrochen bin,
Und die heilige Taube war dabei auch mit im Spiel.
Und jeder Atemzug von uns war ein kleines Halleluja.

Mag sein, dass es da einen Gott gibt.
Aber alles was ich von der Liebe gelernt habe,
ist jeden sofort niederzuschiessen, der dich mir ausspannen will.

Aber das was du heute Nacht hier hörst soll kein Klagelied sein,
und auch nicht das Siegerlächeln von jemandem, der glaubt das Licht gesehen zu haben.
Nein, es ist nur ein kaltes und sehr einsames Halleluja.

(Halleluja, Teil der dt. Übersetzung)

Dieser Mann ist ein Poet. Nichts steht derzeit höher auf meine “Muss-ich-haben”-Liste, als sein “Buch der Sehnsüchte”.

Meyer propagiert Keuschheit? – Das “gute” alte ZDF (SPOILER)

Posted on 2009 01, 28 by Lilly

Wenn man beim Fernsehen angestellt ist – und nicht irgendwo, sondern beim ach so seriösen ZDF, für das (unter anderem) so gut wie jeder Haushalt quartalsweise über 50€ blechen muss – sollte man dann nicht um ein wenig Qualität bemüht sein?
Zumindest dieser Beitrag zu Stephenie Meyers Bücher lässt die Frage aufkommen: Haben die Reporter auch nur einen einzigen Roman in die Hand in der Hand gehabt um sich dort reinzulesen?

Die Autorin Stephenie Meyer ist bekennende Mormonin und die ganze Geschichte spiegelt ihre Glaubensüberzeugung. Als Mormonin propagiert sie Enthaltsamkeit vor der Ehe. Der Versuchung zu widerstehen, ist für Meyer religiöse Pflicht.
Und ausgerechnet diese Keuschheitsphantasie fasziniert Teenager in der ganzen Welt.


Ist es wirklich die Keuschheit, die die Teenager begeistert? Oder nicht viel mehr der Gedanke als nicht perfekter Ottonormalverbracher etwas Einzigartiges anzuziehen?
Propagiert Meyer wirklich Enthaltsamkeit, nur weil es (Achtung Spoiler!) Bella und Edward nicht vor Ihrer Ehe miteinander schlafen? Denn wenn es so wäre, warum liefert sie dann nicht ein einziges Argument dafür? Das einzige, was sie schreibt, ist, dass Sex unvernünftig wäre, weil Bella dadurch verletzt werden könnte.
Dass Edward so auf die Ehe plädiert, hat doch nichts mit Geschlechtsverkehr zu tun, sondern
a) mit seinen Moralvorstellungen, da er um 1900 geboren worden ist und
b) mit der Sicherheit, dass Bella die Ewigkeit mit ihm auch wirklich will.

Gut, wenn man weit spekuliert, dann könnte es natürlich sein, dass sie wert darauf gelegt hat, dass alles koscher abläuft, weil sie andere Dinge mit ihrer Einstellung zur Religion nicht vereinbaren könnte. Das heißt aber dennoch nicht, dass sie irgendwas propagiert.
Und überhaupt- wer will schon wissen, ob es wirklich so ist, ob Ihre Plotgestaltung auch nur ansatzweise etwas mit der Weltanschauung der Mormonen zu tun hatte?
Warum sind solche Dinge überhaupt wichtig?

Meiner Meinung nach ist es ein Armutszeugnis für das ZDF, dass sie sich kaum darum scheren, was in dem Buch steht, als ihr Augenmerk viel mehr auf die Lebensweise der Autorin zu richten.
Schon John Irving sagte immer, dass es darum gehen sollte, was es zwischen den Buchdeckeln steht. Und eigentlich gibt es dort doch auch wirklich genug zu entdecken, oder?

Sebastian Fitzek – Die Therapie

Posted on 2009 01, 27 by Lilly

Selbst die intelligentesten Menschen legen mitunter sehr skurrile und lächerlich unlogische Verhaltensweisen an den Tag. Nahezu jeder Besitzer eine Fernbedienung hat zum Beispiel die unverbesserliche Angewohnheit, fester auf die Tasten zu drücken, sobald die Batterien schwächer werden. […] Für Viktor war das menschliche Gehirn eine solche Fernbedienung. Sobald die Batterie wegen Erschöpfung, Krankheit oder anderer Gründe die Gehirnströme verlangsamte, nutzte es gar nichts, sich den Kopf zu zermatern.


Der Starpsychiater Dr. Viktor Larenz reist auf die Insel Parkum, um mit sich selbst wieder ins Reine zu kommen und den schrecklichen Verlust seiner Tochter vor vier Jahren zu verkraften.
Unerwartet steht eine hübsche blonde Frau vor seiner Tür und bittet darum therapiert zu werden.
Dr. Larenz will diese Bitte ablehnen, zu sehr ist er mit sich selbst beschäftigt ist und von seiner Trauer fast in den Wahnsinn getrieben wird. Aber was diese Frau namens Anna Spiegel zu erzählen hat, fesselt ihn, sowie den Leser gleicher Maßen. Es scheint, als habe sie eine Lösung was mit seinem kleinen Mädchen passiert ist.
Während er sich ihrer im Glauben an einer schweren Schizophrenie annimmt, passieren unheimlich Dinge. Sein Freund, ein Detektiv, berichtet, dass in seinem Berliner Ferienhaus eingebrochen worden ist, man das ganze Bad voller Blutspuren gefunden hat, dass Dinge aus seinem persönlichen Besitz entwendet worden sind.
Sein Hund verschwindet, der Bürgermeister der Insel warnt ihn vor seiner Patientin. Als er sich immer kranker und elender fühlt, fängt er an zu glauben, dass Anna ihn an der Nase herumführt, mitten in der Nacht in seinem Haus herumschleicht und versucht ihn zu töten. Warum?

Ja, warum, das habe ich mich auch gefragt. Bis an dieser Stelle war die Spannung kaum noch steigerungsfähig. Fitzek arbeitet mit einer Masse an Cliffhangern, sodass der Leser kaum in der Lage ist das Buch beiseite zu packen. Die Kapitel sind sehr kurz, sprachlich gut aufbereitet und voller Fragen, die einem keine Ruhe mehr lassen.
Nichts von alledem schien mir logisch, aber das war mir egal. Ich wusste ja, dass es am Ende die Aufklärung geben und sich alles mit Sinn füllen würde.
Weit gefehlt!
Das was der Autor mir da aufgetischt hat, ist so was von unlogisch und inkompatibel zum ersten Teil, dass es mich fast schon wütend gemacht hat.
Ich habe auch ein wenig Ahnung von Schizophrenie und mir wird niemand weis machen können, dass jemand … SO schizophren sein kann.
Und selbst wenn das möglich ist, nehmen wir das einfach mal an, wozu dann all diese Vorgeschichten, wie der ausgefallene Generator, der tote Hund, das Gift, die privaten Geschichten der Anna S., dem Fax, das er angeblich selbst geschickt hat und wozu dieser unglaubwürdige tobende Sturm?
All das hat mit dem eigentlichen Ende, welches ich hier nicht verraten möchte, überhaupt nichts zu tun.
Und dann wird der Leser noch aufs Korn genommen, indem er glauben soll, dass die erste Menstruation eines jungen Mädchens ein ganzes blutiges Bad hinterlässt. Zunächst war ich gewillt das hinzunehmen, ich wusste ja nicht, welche Lösung mir angeboten werden würde.
Aber jetzt kann ich nur noch ungläubig den Kopf schütteln.

Eigentlich ist es schade. Das Buch ist bis kurz vor Ende wirklich gut und vor allem sehr spannend geschrieben. Das einzige, was ich bemängelt hätte, wären die plastischen Figuren, die das Buch nicht wirklich rund gemacht hätten.
Aber das Ende ist so furchtbar unbefriedigend, dass ich Herrn Fitzek nur zwei Ratten übrig lassen kann.

PS) Das ist jetzt unabhängig von meiner Wertung, aber eigentlich kann man Fitzek nicht einmal für seine Idee loben. Denn diese ist keinesfalls neu oder originell. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den Film “Hide and Seek”, der ein Jahr vor seinem Debutroman erschien.
Gleiches Prinzip, aber einwandfrei umgesetzt.

RelevantBlogs.de

Posted on 2009 01, 26 by Lilly


Heute erreichte mich eine nette Email von Peter Unruh, dem Macher von RelevantBlogs, einer Angelpunktpage vieler verschiedener Blogs.
Egal, auf welchem Blog es News gibt, auf RelevantBlogs hat man sofort den Überblick.

Neben den Bereichen Design, Fotografie und Glaube, interessiere ich mich natürlich insbesondere für Literatur.
Neben lillyberry.de (danke dafür!) sind dort auch meine Lieblingsblogs aufgelistet: Seanne.at, Bibliomanie, die Buchkolumne, Read it, Buchhändleralltag und Kundenwahnsinn, der Lesekreis, das Literaturcafé und Liisas Litblog.
Es gibt auch einige andere, die ich noch nicht kenne, aber bei denen ich gern mal vorbeischauen werde.
Da jeder User Blogs vorschlagen kann, wird es bald auch noch viel mehr zu entdecken geben.

Ich werde die Funktion nachher gleich mal nutzen und unsere writingwoman, sowie das Rosenlippenmädchen vorschlagen.
Ich hoffe auch auf ein erneutes Lebenszeichen auf libromanie, denn Nina gehört auch unbedingt mit in diese Liste.


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