Archive for November, 2008

“The Wrestler” und “Lars und die Frauen”

Posted on 2008 11, 29 by www.kirstenmarohn.de

Ich hoffe, Lilly verzeiht mir, wenn ich hier abseits dem Thema Literatur etwas schreibe. Ich weiß, dies ist ein Literaturblog – und so soll es auch bleiben -, aber ich dachte, ich lege euch die zwei o.g. Filme mal ans Herz, weil sie mich – auf ganz unterschiedliche Weise – sehr berührt haben.

The Wrestler” Der Wrestler Randy Robinson (Mickey Rourke) ist in den 1980er Jahren ein gefeierter Star der Shows, bis er einen Herzinfarkt bekommt. Die Ärzte sind der Meinung, dass er bei einem weiteren Kampf sterben könnte, worauf Robinson sich zur Ruhe setzt. Er arbeitet zwei Jahrzehnte später in einem Lebensmittelgeschäft und versucht, der mit ihm befreundeten Stripperin Cassidy näher zu kommen. Robinson bemüht sich, eine engere Bindung zu seiner Tochter Stephanie aufzubauen, die er mehrere Jahre nicht sah. Robinson beschließt, erneut als Wrestler anzutreten. Er soll gegen den als Ayatollah bezeichneten Wrestler kämpfen, der bereits vor Jahren sein Rivale war. Der Film bewegt sich am Rand der Sentimentalität, wurde dank der strengen Regie und der Darstellungen aber nicht zu einer Schmonzette, das verdankt der Film in erster Linie einem beeindruckenden Mickey Rourke, besser bekannt als Verführer aus “9 1/2 Wochen”, der hier in seiner Rolle als gealteter Wrestler kaum wiederzuerkennen ist. Der Film erhielt bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2008 dem Goldenen Löwen als Hauptpreis des Festivals und läuft demnächst bei uns in den Kinos an. Schaut euch den Trailer an und urteilt selbst.

Ein ganz anderer Film ist die Tragikkomödie “Lars und die Frauen” (siehe Trailer), der jetzt auf DVD erschienen ist. Der schrullige Einzelgänger Lars lebt in einer Garagenwohnung des Anwesens seiner verstorbenen Eltern. Aus heiterem Himmel überrascht er seinen Bruder Gus und dessen schwangere Ehefrau Karin mit der Ansage, er habe sich in eine an den Rollstuhl gefesselte, ehemalige Missionarin aus Brasilien namens Bianca verliebt – die sich als lebensgroße Sexpuppe entpuppt. Auf Anraten der örtlichen Psychologin spielen nicht nur Gus und Karin, sondern auch die übrige Gemeinde die Scharade mit. Mit ungewöhnlichen Resultaten. 
 

Jonathan Tropper – Mein fast perfektes Leben

Posted on 2008 11, 27 by www.kirstenmarohn.de

Eigentlich könnte der 28-jährige Doug ein wunderbares Leben führen – doch als seine Frau stirbt, verliert er nicht nur seine große Liebe, sondern auch sich selbst. Sogar nach einem Jahr verlässt Doug das Sofa nur widerwillig: Er will nicht über den Verlust hinwegkommen, denn dann würde Hailey ganz aus seinem Leben verschwinden. Da kommt es mehr als ungelegen, dass es auf einmal andere Menschen gibt, die ihn brauchen: sein pubertierender Stiefsohn, seine scharfzüngige Schwester, sein verwirrter Vater. Ganz zu schweigen von einer Nachbarin, die den trauernden Witwer mit der Eleganz eines hungrigen Hais umkreist. Dougs Leben ist wirklich alles andere als perfekt – aber es hilft nichts: Er muss es endlich wieder in den Griff bekommen …

Jonathan Troppers Buch beginnt amüsant, und im Nu sind die ersten Seiten gelesen, doch leider kommt dann der Einbruch, eine schmerzhafte Erfahrung, die der eine und andere Leser unter euch kennen wird – ein erstes mitreißendes Kapitel, und dann muss man sich damit abfinden, dass man in die typischste aller Verkaufsfallen getappt ist, doch wer vermag schon in der Buchhandlung oder im Internet über das erste Kapitel hinauszulesen? Man muss Vertrauen schenken und sich darauf einlassen. Das habe ich leider bei diesem Buch getan – und ich bereue es.

Dieses Buch wird meiner Meinung nach zu Unrecht beworben. Der Schreibstil ist eine Mischung aus Nick Hornby und amerikanischer, männlicher Sophie Kinsella – was aber bei Sophie Kinsella funktioniert, britischer Charme und die Tücken des weiblichen Alltags, entlockt einem bei Tropper nur ein müdes Lächeln. Da ist also der 28-jährige Witwer Doug, der seine Frau bei einem Flugzeugabsturz verloren hat. Anfangs setzt sich das Buch gekonnt und mit Witz mit dieser Situation auseinander, doch schnell fällt das so säuberlich errichtete Kartenhaus in sich zusammen. Was bleibt, ist ein Witwer, der seinen Kummer Abend für Abend im Jack Daniels (wie einfallsreich) ertränkt und nebenbei seine Nachbarin flachlegt, um Trost zu finden. Die Ausgangsstory alleine – junger Witwer, der trauert und zurück ins Leben finden will – hätte ansich genug Ansatzpunkte geliefert, um eine interessante Geschichte zu erzählen, aber Tropper gleitet allzu schnell in die typischen Klischees und Stereotypen ab. Seine gesamte Familie scheint einer amerikanischen Sitcom entsprungen zu sein, so ist es nicht verwunderlich, dass angefangen bei der Schwester bis zum dementen Vater einem jedes Familienmitglied merkwürdig vertraut vorkommt. Anfangs fand ich das noch schön, weil ich mich irgendwie zuhause fühlte, doch mit der Zeit merkte ich, warum das so war, eben weil ich die Charaktere von amerikanischen Vorabendserien her kannte.

Da ist der nach einem Schlaganfall demente Vater, der gerne mal nackt im Vorgarten rumläuft, dann die ausgeflippte Mutter, die immer noch denkt, sie sei Schauspielerin am Broadway und sich dementsprechend aufführt. Dann hätten wir die Zwillingsschwester Claire, die schwanger ihren Mann verlassen will, und natürlich einen pubertierenden Stiefsohn, den Doug quasi “not-adoptiert”. All diese Personen agieren erschreckend vorhersehbar. Der minderjährige Stiefsohn kifft, trinkt und lässt sich tätowieren. Die Mutter macht vulgäre Szenen. Die schwangere Claire bekommt ständig Hormonschübe, die für ihre merkwürdigen Taten herhalten müssen. All das wäre noch erträglich gewesen, doch die Handlung begegnet dem größten Feind des Schriftstellers, der Willkür. Richtig schlimm wird es irgendwo in der Mitte des Buches, wo unser Witwer ein Date mit einer fremden Frau hat. Das Ganze läuft schief und er bringt die Frau nach Hause. So weit so gut. Dann muss die Frau plötzlich ihr Kind in die Notaufnahme bringen, und Doug soll für das andere Kind im Haus Babysitter spielen. Spätestens hier fragt sich der Leser, wie realistisch ist es, dass man einen quasi fremden Mann auf sein schlafendes Kind aufpassen lässt? Damit nicht genug, bekleckert Doug seine Hose und bedient sich am Jack Daniels. Was macht Doug? Er zieht seine Hose aus und steckt sie in die Waschmaschine (na klar, haben wir doch alle schon mal gemacht, wenn wir bei Fremden zu Besuch waren, nicht wahr?).

Nur in Unterhose bekleidet läuft Doug durchs Haus. Dann fällt ihm ein, dass er pinkeln muss. Das Badezimmer im Erdgeschoss ist zufällig gerade eine Baustelle (so was aber auch!), also muss unser Pechvogel notgedrungen nach oben gehen, um das Badezimmer im Schlafzimmer zu benutzen. Da er aber doch reichlich Jack Daniels getankt hat, kommt es, wie es kommen muss – der Unglücksvogel sinkt auf das Bett jener besagten Frau und nickt dort ein. Als die Frau nach Hause kommt und ihn in ihrem Schlafzimmer vorfindet – nur in Unterhose und die Flasche Jack Daniels in Phallusform zwischen seinen Beinen steckend – kreischt sie und läuft aus dem Haus.

So unsäglich geht es dann Seite für Seite weiter. Auf dem Höhepunkt der Farce gibt es einen Schusswechsel, in dem Doug angeschossen wird – ein glatter Durchschuss an der Seite – und sich mit dieser Schussverletzung dann noch die Haare wäscht …

Ich habe das Buch noch nicht durch – ein paar Seiten fehlen noch -, aber leider läuft die Geschichte an sämtlichen Strippen auf ein Happy End hinaus. Ich frage mich, was an diesem Buch so gut sein soll. Wenn ich dann lese, dass Jonathan Tropper Literatur und Literarisches Schreiben studierte und auch noch Schreibseminare an einer Universität abhält, weiß ich, warum ich KEINE Schreibseminare besuche. Ich kann angesichts dieses Buches nur die Augenbrauen in die Höhe ziehen.

Jonathan Tropper, Mein fast perfektes Leben – eine fast perfekte Zeitverschwendung.  

Lesen ist das Gleiche wie fallen

Posted on 2008 11, 26 by Lilly

[...] ich kaufte mir Bücher, ja gelegentlich lieh ich mir auch welche aus. Aber lesen? Nein. Früher ja, da schon, da las ich ununterbrochen, im Bett, beim Essen, auf dem Fahrrad. Doch damit war Schluss. Lesen, das war das Gleiche wie sammeln, und sammeln war das Gleiche wie aufbewahren, und aufbewahren war das Gleiche wie nicht genau zu wissen, und nicht genau zu wissen war das Gleiche wie vergessen zu haben, und vergessen war das Gleiche wie fallen, und das Fallen musste ein Ende haben.

Katharina Hagena in “der Geschmack von Apfelkernen”

Interview mit Petra A. Bauer

Posted on 2008 11, 23 by Lilly

Mal wieder habe ich eine interessante Persönlichkeit für ein Interview gewinnen können. Diesmal ist es die Berliner Autorin und Journalistin Petra A. Bauer, über welche in an dieser Stelle schon einmal berichtet habe.
Sie plaudert aus ihrem Leben und hält dabei viele interessante und hilfreiche Informationen bereit.


Lilly: Hallo Petra. Du bist im Netz überaus präsent, offen für alles Neue – vor allem, wenn es technisch ist – schreibst Artikel, Bücher und betreust vier Kinder. Was ist dein Geheimnis? Woher nimmst du diese Energie?

Petra: Das wüsste ich auch gerne ;-) Vermutlich liegt das Geheimnis darin, dass ich alles, was ich mache gerne tue.

Lilly: Zugegeben, ich habe deinen Berlin Krimi „Wer zuletzt lacht, lebt noch“ noch nicht gelesen. Aber, trauen wir einmal den Rezensionen, hat dieser ja einen äußerst positiven Anklang gefunden.
Wie bist du darauf gekommen einen Kriminalroman zu schreiben?

Petra: Momo Evers, die Lektorin, die im Mitteldeutschen Verlag die Reihe „Tatort Ost“ aus der Taufe gehoben hat, hatte mir damals angeboten, den ersten Krimi dieser Reihe zu schreiben. Ich bin schon lange Fan skandinavischer Krimis, daher habe ich mich über diesen Auftrag sehr gefreut.
Du solltest den Krimi wirklich mal lesen ;-)

Lilly: Das werde ich sehr bald. Versprochen!
Hast du das Handwerk Schreiben irgendwo gelernt, oder hat sich das mit der Zeit und den Erfahrungen ergeben?

Petra: Ich habe kein Diplom einer Schreibschule an der Wand hängen – da hängt nur mein Stadtplanungsdiplom, und das ist auch das einzige, zu was es je nütze war: Als Wandschmuck ;-)
Wie so viele meiner Kollegen bin ich Autodidaktin. Ich habe schon als Kind viel geschrieben: Kein Brief verließ meine Obhut, ohne dass ich ihn nicht mehrfach gelesen und ggf. verändert oder gar neu geschrieben habe. Ich habe damals daraufhin von Freunden und Verwandten positives Feedback für meinen Schreibstil bekommen. Aus heutiger Sicht seltsam für ein Grundschulkind.
Journalistisches Schreiben habe ich mir in einem langen Prozess angeeignet. Das fing ebenfalls in der (Grund)Schule an, mit Schülerzeitungen und Artikeln für die Kinderseite der Berliner Morgenpost. Als ich dann selbst Kinder an einer Schule hatte, beklagte ich den mangelnden Informationsfluss und gründete kurzerhand eine Schulinformationszeitung, die ich mit drei anderen Müttern stemmte. Wir produzierten innerhalb von vier Jahren 16 Ausgaben, die bis zu 24 Seiten stark waren und einer „echten“ Zeitung schon sehr nahe kamen. Damals las ich mich durch Berge von Büchern zum Thema „Journalistisches Schreiben“. Schließlich war ich Chefredakteurin, Herausgeberin und lieferte den größten Teil des Contents. Nur eine Schulzeitung? Vielleicht. Aber da ich mit meinem Namen dafür stand, sollte es „close to perfect“ sein. Wenn ich heute die erste Ausgabe mit der letzten vergleiche, stelle ich fest, dass ich in dieser Zeit wirklich viel gelernt habe.
Als ich im Jahr 1995 meine ersten Versuche machte, tatsächlich ein Buch zu verfassen, schrieb ich einfach drauflos. Ich glaube nicht, dass es richtig schlecht war, aber spätestens auf Seite 70 (einzeilig, keine Normseiten, damals wusste ich noch nicht einmal, dass es so etwas gibt) hatte ich mich immer so verfranzt, dass ich gar nicht wusste, wie meine Protagonisten weitermachen sollten.
Im Jahr 2000 begann ich Autorenratgeber zu lesen. Die Übungen habe ich nie gemacht, weil sie nie zu dem passten, was ich schreiben wollte, und ich wollte nicht im luftleeren Raum üben. Aber ich habe einige hilfreiche Tipps mitgenommen. Ich lese beispielsweise bewusst Bücher, die handwerklich nicht so gut gelungen sind, und analysiere dann, woran das eigentlich liegt. Das fällt mir leichter, als ein gutes Buch darauf zu überprüfen, weshalb es so gut ist. Denn ehe ich mich versehe, habe ich mich wieder darin festgelesen und vergesse die Analyse ;-) Und das selbst bei Büchern, die ich kurz zuvor schon einmal zum Vergnügen gelesen habe.
Ich habe in den Büchern viel über Figuren- und Plotentwicklung gelernt. Das hat mir dann auch geholfen, endlich ein Buch fertigzuschreiben. Ich habe dieses erste Werk (ein Jugendbuch) nie jemandem ernsthaft angeboten. Es war für mich selbst der Beweis, dass ich es schaffen kann, ein ganzes Buch bis zum Ende durchzuhalten.
Erst im Jahr 2007 habe ich dann Drehbuchseminare besucht, aus denen ich auch für meine Bücher noch Anregungen mitnehmen konnte, wie ich es noch besser machen kann.

Lilly: Bist du auch der Meinung, dass jeder mit Ausdauer und starkem Willen einem Mammutprojekt, wie einen Roman zu entwickeln, gewachsen ist, oder gehört dazu auch ein gewisses Talent?

Petra: Wie du schon sagtest, Ausdauer und starker Willen sind in jedem Fall nötig, um ein Buch auch zum Abschluss zu bringen, und diese Eigenschaften sind nicht jedem gegeben.
Zudem ist ein gewisses literarisches Basistalent hilfreich, denn wenn jemand auf Kriegsfuß mit Worten steht, wie soll dann ein Text dabei herauskommen, den Menschen gerne lesen? Das wäre in etwa so, als wollte ich eine Karriere als Mathematikerin anstreben. Ich wäre von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Doch ich denke, wenn jemand liebt, was er tut, muss diese Basis ja vorhanden sein.
Ich sage Basistalent, weil ich denke, dass sich dieses von echtem Talent noch unterscheidet. Wer wirklich talentiert ist, wird es leichter haben: Wer schon immer eine gut ausgebildete Feinmotorik hatte, wird weniger Mühe haben ein sehr guter Jongleur zu werden, als ein „Grobmotoriker“, der Jonglieren unglaublich toll findet, und es unbedingt erlernen will. Auch er kann es schaffen, kann sogar gut werden. Aber er wird länger dafür brauchen, weil er Grundtechniken erlernen muss, die dem talentierten Jongleur wie selbstverständlich von der Hand gehen.

Wir haben also Ausdauer, starken Willen, und ein Grundtalent. Es fehlt noch etwas: Kritikfähigkeit und der Willen Neues zu lernen. Sonst wird das Mammutprojekt entwickelt und das Schreiben
durchgehalten, aber niemand will das Buch haben, weil der Stil vielleicht nicht lesekompatibel ist ;-)

Ich denke da an eine Frau, über die ich einmal in einer Zeitung las. Sie wollte unbedingt ein Buch veröffentlichen, und hat viel Geld bezahlt, um sich diesen Traum zu erfüllen. Sie hat das Projekt also von A – Z durchgezogen. Anschließend ist sie von Buchhandlung zu Buchhandlung getingelt, aber die Buchhändler haben sich geweigert dieses Buch in ihr Sortiment aufzunehmen. Es war einfach zu schlecht, und das haben sie ihr auch gesagt. Das ist natürlich erst einmal bitter, und angesichts von über tausend Büchern, die im Schlafzimmer lagerten, wohl auch ein harter Brocken. Doch anstatt sich der Kritik zu stellen und an ihrem Handwerk zu arbeiten, hat sie auf selbem Niveau ein weiteres Buch geschrieben. Ich fürchte, die nächsten tausend Bücher werden auf Jahre hinaus den Zugang zum Bade- oder Wohnzimmer blockieren.

Lilly: Kritik annehmen ist also die Basis. Hast du einen weiteren Tipp für angehende Autoren?

Petra: Schreiben, schreiben, schreiben. Ihr müsst wirklich einen langen Atem haben, wenn ihr erfolgreich sein wollt. Reich und berühmt über Nacht – das läuft in dem Business nicht. Wer euch das weismachen will, verschweigt die vielen tausend Seiten, die er bis dahin geschrieben hat, ohne dass sie je Veröffentlichungsreife erreicht hätten. Was dann kommt – ob ein Buch die Bestsellerlisten erklimmt, oder trotz guter Qualität ewig im Keller des Vergessens schlummert, daran könnt ihr selbst nur wenig beeinflussen. Die Gesetze des Marktes hat wohl noch niemand völlig durchschaut – Marketing hin oder her. Wer vom Schreiben leben will, sollte also viele, viele Buchveröffentlichungen haben, und bis dahin ein anständiges finanzielles Polster.
Und vor der ersten Veröffentlichung solltet ihr euch Gedanken darüber machen, was ihr wollt: Der Weg ein fertiges Manuskript anzubieten, ist durchaus ein gangbarer. In Lektoraten anzurufen, zu fragen, ob gerade bestimmte Manuskripte gesucht werden, und dann dazu ein Exposé zu schicken, ist eine Methode, der für viele Autoren weniger frustrierend ist.

Lilly: Du hast diesen Weg bereits erfolgreich gemeistert. Aktuell arbeitest du an einer Krimireihe. Kannst du den Lesern etwas mehr dazu verraten?

Petra: Die Krimireihe „Es geschah in Berlin …“ hat sich Horst Bosetzky ausgedacht, das Berliner Krimi-Urgetein, besser bekannt als „-ky“.
Er ersann Kommissar Kappe, der 1910 aus Wendisch Rietz nach Berlin kommt, und hier seinen ersten Kriminalfall löst. Den ersten Band hat –ky natürlich selbst verfasst und schreibt auch zwischendurch immer mal einen. Die Reihe lebt jedoch davon, dass die Bände von unterschiedlichen Autoren verfasst werden. Vorgabe: Kappe muss darin vorkommen, die Bücher müssen jedoch nicht aus seiner Perspektive geschrieben werden. Alle 2 Jahre ist er in einen neuen Fall verwickelt.
Mich hatte „-ky“ gefragt, ob ich das Jahr 1926 übernehmen möchte, was ich auch gerne getan habe. „Unschuldsengel – Kappes neunter Fall“ erscheint im Frühjahr 2009 im Jaron Verlag.
Über den Fortgang der Arbeit daran berichte ich natürlich im autorenblog.writingwoman.de


Lilly: Liebe Petra. Ich danke dir sehr für dieses ausführliche Interview.

Update NaNoWriMo: Abbruch

Posted on 2008 11, 21 by Lilly

Vielleicht ist Euch schon die kleine Wortzählleiste an der Seite aufgefallen- mein Duell gegen Klaudia habe ich kläglich verloren.
Denn der NaNoWriMo ist bei mir zu einem Unterfangen geworden, an dem ich gescheitert bin.
Die Gründe? Ein paar Tage Krankheit haben mich weit zurückgeschlagen und die Motivation die fehlenden Wörter aufzuholen fehlte. Vielleicht weil die Geschichte kein wirkliches Potential hatte, vielleicht weil es nichts für mich ist blind ins Leere zu schreiben oder auch einfach, weil ich ein Loser bin.

Ich wollte ein Märchen schreiben, eines in dem weder Ort noch Zeit genannt wird, eine Welt, die überirdische Wesen zulässt und eine kleine Moral enthält.
Ich habe aber leider keine Ahnung von Märchen, mir auch kaum Wissen angeeignet und schon gar keinen Plot entworfen.

So ist es also bei 12.797 Wörtern geblieben, die einen Ehrenplatz in meiner Schublade erhalten werden.
Daran weiter arbeiten kann ich momentan nicht.
Gut für meine anderen Projekte. 2009 wird auf jeden Fall mein erster Roman erscheinen, zur Not im Eigenverlag.

 

Foto: http://happybunny.orbitearthstores.com

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