Archive for Oktober, 2008

NaNoWriMo: Es geht los!

Posted on 2008 10, 31 by Lilly

Noch knapp 2 1/2 Stunden und dann können wir in die Tasten hauen.
Hier auf der rechten Seite findet ihr noch einen Link mit fünf Tipps zum Schreiben. Hab’s irgendwo auf der offiellen Jugendseite gefunden. Vielleicht findet es der ein oder andere ja hilfreich.

Falls mich jemand bei msn aufnehmen möchte, um sich auszutauschen (besonders während der Nachtstunden bin ich sehr aktiv), dann schreibt mir eine Mail an info[at]lillyberry[dot]com.
Mein offizielles Nano-Profil findet ihr hier.
Wenn ich euch als Buddies aufnehmen soll, einfach irgendwie bemerkbar machen. Ich habe bisher Ken, Klaudia und Frau Melle mit auf meine Liste gepackt.

Vielleicht hat auch jemand Lust auf einen kleinen internen Wettbewerb oder einer Wette- wer bis da und da mehr Wörter geschrieben hat?!
Dazu gibt es diese tollen Battle-Widgets, mit denen man bis zu drei (oder fünf?) Statistikbalken untereinander packen kann. Kann ja sein, dass dieses Vergleichen die Motivation schürt.
Auch in diesem Fall einfach anschreiben.

Und nochmal viel, viel Glück, Erfolg und Spaß euch allen!

Carlos Ruiz Zafón – Das Spiel des Engels

Posted on 2008 10, 30 by www.kirstenmarohn.de

Für all jene, die schon sehnsüchtig auf das neue Buch von Carlos Ruiz Zafón warten, hat der S. Fischer eine eigenes für den neuen Roman “Das Spiel des Engels” eingerichtete Webseite veröffentlicht.

[...] Unerhört: Bereits 4 Wochen vor Erscheinen können Sie hier eintauchen in den neuen Roman von Carlos Ruiz Zafón. Hören Sie hier exklusiv wie die Geschichte beginnt. Gesprochen wird der Beitrag von Gerd Wameling, der auch das Hörbuch liest, welches zeitgleich zum neuen Roman bei Argon erscheint.”
 
Und zu gewinnen gibt’s auch noch was – was will das Leseherz mehr? 

Sorry, aber Elke Heidenreich nervt!

Posted on 2008 10, 29 by Lilly

Dieser ganze Skandal um Frau Heidenreich hat mich eigentlich nicht sehr interessiert. Ich habe ihre Sendung nie geschaut und nie wirklich über ihre Person nachgedacht.
Jedoch sind mir zwei Interviews mit ihr ins Auge gesprungen, einmal im Bücherband Von Bücherlust und Leseglück: Kluge Köpfe und ihre Bibliotheken und einmal im Literaturcafé bzw. auf der Podspot-Seite des Literaturcafés.
Was sie da unter anderem vom Stapel gelassen hat, ist meiner Meinung nach einfach nur arrogant, weltfremd und auch inkompetent.

Ich kann offenbar ganze Sätze bilden mit Subjekt, Prädikat, Objekt. Und das ist doch was heutzutage, wo alles nur „geil“ und „super“ ist.

Ja, super Frau Heidenreich. Wortgewandtheit ist sicher etwas, was einen Menschen zu einem guten Menschen macht. Sie sollten stolz auf sich sein.

[…] es wäre wunderbar, wenn die sehr Intelligenten ein bisschen gefühlsstärker wären und die sehr Gefühlsstarken etwas intelligenter.

Das ist meiner Meinung nach eine Aussage, bei der sich jeder angesprochen fühlen könnte. Wer von sich glaubt intelligent zu sein – und das werde ziemlich viele Menschen denken – dem wird unterstellt unter Emotionsarmut zu leiden. Und Menschen, mit intensiv ausgeprägten Emotionen, ich denke da sind sich auch viele bewusst, dass sie diese haben, wird Dummheit unterstellt.
In ihrer Welt gibt es also keine wunderschön schreibenden, einfühlsamen und cleveren Autoren … und das wo sie doch angeblich schon so viel gelesen hat. Diese Frau tut mir leid.

„Haben Frauen mehr emotionale Intelligenz, als Männer?“ wollte ihre Gesprächspartnerin wissen. Sie meinte:

Auf jeden Fall entwickeln sie durch intensives Lesen mehr emotionale Kompetenz als Männer, die immer nur Sachbücher darüber lesen, wie man ein Auto zusammenschraubt oder die Karriere vervollkommnet.

Zum einen glaubt sie also, dass in der Regel nur Frauen Belletristik lesen und Männer, wenn schon, sich nur im Sach/Fachbereich bedienen (ja, was suchen denn all die „Wie sie eine erfolgreiche Frau werden“ und „Moppel-Ich“-Ratgeber in den Buchhandlungen) und zum anderen geht sie davon aus, dass Belletristikleser ein größeres Einfühlungsvermögen haben.
Ehm. Wie kommt sie darauf?
Ist es nicht eher so, dass emotionale und soziale Kompetenz im Umgang mit anderen Menschen entwickelt werden? Dass nicht die Bücher die Kompetenz schaffen, sondern die Kompetenz die Richtung zur Literatur weist? Gut, kann man sehen, wie man will.

Auf die Frage, ob ins in der heutigen Zeit charismatische Erzähle fehlen, antwortete sie:

Wir haben diese umfassend gebildeten Renaissancemenschen nicht mehr. Das hat sicherlich unter anderem mit dem Dritten Reich zu tun.

Um das mal zu übersetzen: Sie geht davon aus, dass moderne Geschichten junger Autoren weniger interessant bzw. schlechter erzählt sind, weil diese Schriftsteller nicht von Krieg und Leid geprägt sind. Ihnen fehlt es an bestimmten Erlebnissen, um wirklich heraussagend zu sein.
Kommt meine Kollegen, wollen wir uns ein Flugticket für den Gazastreifen besorgen, um unsere Fähigkeiten zu perfektionieren?

Persönlich auf den Schlips getreten fühlte ich mich, als sie den Wert von Blogs aberkannte:

Da heißt es doch immer „Ich, ich, ich! Ich erzähle von mir und ich rechne damit, dass jeder andere das liest, seht her, ich entblöße mein Inneres, so wie in den Nachmittagstalkshows.”

Wie viele verschiedene Arten von Blogs wird sie wohl kennen? Ihrer Meinung nach sicher genug, um mit ihrer Meinung missionieren zu können. Sich auf eine Couch zu setzen, ein Buch in die Kamera zu halten und darüber zu sprechen ist ja auch so viel wertvoller, als es in einem Blog ausführlich zu besprechen.

Den Vogel hat sie dann mit dieser Aussage abgeschossen:

Ich habe noch selten, fast nie, einen Autor interessant reden hören. Sie stottern rum. Sie sind Schreiber. Sie können nicht reden. […] Man muss da hingehen und taff sein. Und Autoren sind zarte, sensible Menschen. Sie sind nicht taff! Und man macht sie tot mit so was.

Wie schön die Vorstellung elfengleicher, verletzlicher Wesen als Schriftsteller auch ist: Es bleiben doch ganz normale Menschen. Zumeist sogar Menschen, die ein Examen abgelegt oder einen Doktortitel in der Tasche haben. (Beispiele: Tess Gerritsen ist Ärztin, Juli Zeh ist Juristin, genau wie Sebastian Fitzek, John Irving arbeitete als Literaturdozent, Tanja Kinkel studierte Kommunikationswissenschaft, Cecilia Ahern sogar Medienkommunikation und J.K. Rowling unter anderem Französisch)
Nicht dass man im Studium rhetorisch geschult wird, Referate halten muss, eventuell sogar Seminare leitet oder in der Kommunikationswissenschaft exakt auf dieses „Taffsein“ getrimmt wird. Neeeein. Autoren können nicht reden.
Nur komisch, wenn ich mich nicht irre, dann ist die gute Elke selbst Autorin.

Jedem seine Meinung, damit habe ich kein Problem. Nur finde ich es traurig, dass Menschen wie sie oder Reich-Ranicki („Ein Roman darf nicht mehr als 300 Seiten haben und muss von gebildeten Menschen handeln.“) so eine Macht im Bereich der Literatur haben.
Der Skandal von Reich-Ranicki war frech und witzig, ihre Aussagen über das ZDF auch – aber ihre persönlichen Meinungen derart zu pauschalisieren und damit die ganze bunte Vielfalt der Literatur in eine Schublade zu stecken: Ekelhaft!
Sie ist zurecht rausgeflogen!

NaNoWriMo Checkliste

Posted on 2008 10, 26 by Lilly

Noch 5 Tage liebe Leute, dann geht er los, der große Schreibmarathon.
Ich hoffe ihr habt schon einige nette Ideechen. Was ich hier und da schon gelesen habe, hat mich echt vom Hocker gehauen und ich bin echt neugierig auf das Endergebnis.

Für alle Anfänger habe ich eine kleine Checkliste zum downloaden oder ausdrucken zusammengestellt. Alles was ihr in Sachen Plot, Charaktererstellung usw. immer im Blick haben solltet. Klickt einfach auf das PDF-Icon!

Tana French – Grabesgrün

Posted on 2008 10, 24 by Lilly

Dieser Sommer explodiert auf der Zunge und schmeckt nach Grashalmen, eurem eigenen sauberen Schweiß, nach Doppelkeksen, aus denen die Cremefüllung quillt, und geschüttelten Flaschen roter Limonade, dem klassischen Baumhauspicknick. Er prickelt euch auf der Haut, wie der BMX-Fahrradwind im Gesicht, wie Marienkäferbeinchen auf den Armen.

Was für ein Krimi. Wie hervorragend und wie … verwirrend!

Die Detectives Rob und Cassie sind jung, humorvoll und unverbraucht. Sie geben ein perfektes Team ab, das jeglichem Stress im Morddezernat mit Witz, Sarkasmus und Freundschaft trotzt.
Nur per Zufall erhalten sie den Auftrag in einem brisanten Mordfall zu ermitteln, was ihre Welt komplett auf den Kopf stellt. Ein Mädchen wurde ermordet, vergewaltigt und wie ein eine Opfergabe auf einem historischen Stein präsentiert.
Was zunächst eindeutig erscheint, entpuppt sich mehr und mehr als kompliziertes Puzzle: Die Vergewaltigung war nur ein Vorwand- mit einem stumpfen Gegenstand ausgeführt, um die Ermittler auf eine falsche Fährte zu locken.
Wer hätte Interesse an einer solchen Tat? Vielleicht Investoren und Politiker, die den Bau einer Schnellstraße durchsetzen wollen und damit eine Warnung in Richtung Gegner und Demonstranten senden, zu denen auch der Vater des Mädchens gehört?


Oder verrückte Satanisten, die tatsächlich ein Opfer darbieten wollen? War es am Ende vielleicht auch der eigene Vater, der, so finden die Detectives heraus, keine schmeichelhafte Vergangenheit hatte? Man darf sich überraschen lassen.
Aber auch Rob trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum, eine mächtige Erinnerung, die die zweite Handlung dieses Romans ausmacht.
Zwei seiner Freunde verschwanden als Kinder spurlos im Wald, eben dieser Wald in dessen Nähe viele Jahre später das Mädchen gefunden wurde. Rob tauchte jedoch wieder auf, unter Schock stehend, mit Blut in den Schuhen und ohne jegliche Erinnerungen. Was ist mit seinen Freunden passiert?
Und was hat das ganze mit diesem Fall zu tun?

Wirklich wunderbare Handlungsstränge, die die Autorin herausgearbeitet hat – und auch wundervolle Figuren.
Auf über 600 Seiten verliert sie sich in Details, beschreibt winzige Einzelheiten, die das Geschehen so real machen, als würde man neben sich Menschen atmen hören.
Immer wieder werden Kindheitserinnerungen atmosphärisch aufgegriffen und liebevoll beschrieben: Wie wunderschön ein lange Sommer sein kann, den man augelassen im Wald verbringt. Ein Wald, der den Kindern Spielplatz, Trost und Freund zugleich ist. Immer wieder hallt das Kinderlachen im Kopf wider, um dann mit grausamen Details schnell wieder ausgelöscht zu werden und den Leser auf eine Gefühlsachterbahn zu schicken.
Tana spielt mit psychologischen Details, der Basis unserer Stimmungen und allzu menschlichen Abgründen.
Hervorragend!

Das dachte ich jedoch nur, bis ich heute Abend das Ende des Buches erreicht habe.
Der Schluss ist unbefriedigend – noch schlimmer als das Ende bekannter Fernsehsoaps. Alles, was sich der Leser wünscht, wird außer Acht gelassen.

Und viele Einzelheiten werden einfach nicht aufgeklärt.
Was war ich sauer. So ein wundervolles, viel versprechendes Buch und dann das. Wie kann das sein?
Zwischenzeitlich habe ich mich aber wieder beruhigt, als ich herausgefunden habe, dass dies eine Krimireihe werden soll und ein zweites Buch mit der Ermittlerin Cassie Maddox bereits auf Englisch erschienen ist. Ein kleiner Teil in mir, der nach Aufklärung geschrien hat, freute sich mordsmäßig (was für ein Wort in diesem Zusammenhang) und war schon bereit volle fünf Ratten zu vergeben.
Dann hab ich aber herausgefunden, dass dieses offene Ende gewollt war und auch im Nachfolgeroman nicht aufgeklärt wird. Ob das wirklich ihr Ernst ist?
Ehrlich, sie schreibt so wunderbar und alles war einfach perfekt. Aber ohne richtiges Ende ist eine Geschichte keine Geschichte, zumindest keine gute.
Auf Englisch heißt diese Geschichte „In the woods“, im Wald also. Und berechtigter Weise fragen diese Leser in ihrem Amazon-Reviews: „Was war denn nun bitte schön im Wald?“
Ich bin enttäuscht und vergebe nur drei Ratten.

3 Ratten


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