Archive for September, 2008

Zeitprobleme

Posted on 2008 09, 18 by Lilly

Auch wenn ich die pubertären Teenagerjahre einigermaßen heil überstanden habe, kann ich mich vom Naivität und unüberlegten Handlungen nicht freisprechen.
Derzeit steht eine wichtige Frage im Raum: Soll ich mein Studium aufgeben?
Aufgeben nicht in dem Sinne von es komplett sein zu lassen, weil ich nicht hinterherkomme oder mich nicht für den Stoff interessiere. Nein, ganz im Gegenteil: Ich liebe meine Studium. Alles, was ich lerne ist so unglaublich interessant und ich genieße die Vorlesungen vieler Professoren mehr als großes Entertainment.
Die Frage ist, ob ich nicht nur die Veranstaltungen besuchen sollte, dir mir tatsächlich einen Mehrwert bieten – und im Endeffekt dadurch auf meinen Abschluss zu scheißen?!

Ich weiß, was ich will. Ich will Schreiben. Ein Überlebenskünstler sein, der für sein Leben lebt und nicht für die Arbeit. Jemand, der Zeit hat für seine Familie und sich nicht den Gesellschaftskrankheiten á la Bluthochdruck, Diabetes und Depressionen hingeben will.
Den Abschluss, den ich letztendlich erreichen würde, befähigt mich dazu Berufe auszuüben, die nicht mit meinen Vorstellungen vom Leben übereinstimmen. Berufe, die Morgens um 8 Uhr beginnen und bis 17 Uhr dauern. Die tagein, tagaus den gleichen Trott bieten; Sonntage wieder zu trägen Tagen machen, die die lange, unheilvolle Woche ankündigen.
Jobs, die mich in das Zahnrad der Gesellschaft quetschen, mich der imaginären Mohrrübe des Wohlstandes hinterherlaufen lassen; Wohlstand, den ich gar nicht brauche- der nur als Lebensbestandteil propagiert wird.
Nein. Ich möchte nicht im Büro sitzen. In einer Bank schon gar nicht.
Wozu also einen akademischen Abschluss besitzen oder sogar einen Titel tragen? Aus Prestigegründen?
Ich fürchte ja.
Aber ganz ehrlich: wozu. Wem will ich gefallen? Bin ich nicht ein bemitleidenswertes Wesen, wenn ich mich nur wertvoll fühle, indem ich etwas Handfestes einer Institution in der Hand halte? Reichen mein Vertrauen in mich selbst, die guten Ergebnisse der Prüfungen und die Liebe meines Partners nicht aus, um mich selbst schätzen zu können?

Schriftsteller ist leider kein anerkannter Beruf; zumindest insofern nicht, als dass man nicht davon leben kann. Es gibt keine Lehrstätte der Welt, die mich erfolgsversprechend ausbilden kann. Alles liegt an mir selbst. Wie sehr will ich es? Wie viel Zeit kann ich opfern?
Als Vollzeitstudentin mit zahlreichen Hobbys, die nebenbei arbeiten gehen muss, um das Überleben zu sichern, bleibt nicht allzu viel Freiraum, um seinem eigentlichen Lebensinhalt genug Zeit zukommen zu lassen.
Und selbst wenn man effektiv arbeitet und ein gutes Zeitmanagement betreibt. Ist da nicht auch noch die Familie, der die meiste Aufmerksamkeit zukommen sollte?

Die Tage, ja das Leben an sich, ist einfach zu kurz, um sich in allen Bereichen zu verwirklichen. Ich kann keine Fiktionsautorin, Wissenschaftlerin, Hundezüchterin, Hobbygärtnerin, Leserratte, Sportskanone und liebevolle Partnerin sein; nicht gleichzeitig.
Und selbst wenn ich es könnte:
Wo bleibt dann das kostbarste aller Güter- die Zeit? Das Liegen in der Sonne, das Schnuppern an einer Blume, das Lauschen des Klanges der Wellen, die allgemeine Schönheit der Natur, der lange und ausführliche Kaffeeklatsch mit Freunden – die innere Ruhe?
Termine hier, Verpflichtungen da. Wer will das? Warum rennen wir der Anerkennung so sehr hinterher und vergessen uns dabei selbst?

Weil es wehtut?
Ja, es tut unendlich weh ein Ziel aufzugeben, um sich selbst ein kleines Stück näher zu kommen.

10 Bücher die man gelesen haben muss

Posted on 2008 09, 17 by Lilly

Marcel startet aktuell eine Blogparade. Er würde sich freuen bis zum 7. Oktober zahlreiche Listen mit Lieblingsbüchern zu erhalten, um einen Überblick auf seiner Seite zu präsentieren.

Ich bin zwar nicht der Meinung, dass man bestimmte Bücher gelesen haben MUSS, beteilige mich aber trotzdem gern an dieser Umfrage.
Geschmäcker sind verschieden- und wie heißt es nicht so schön? – Bücher können uns nur das geben, was irgendwo schon in uns steckt. Ein Buch an sich hat keinen Wert. Nur die Wechselwirkung zwischen Leser und Literatur macht das Erlebnis aus. Das Buch gibt es also nicht.

Folgende Bücher haben mich nachhaltig beeindruckt:

  • Die Stieg Larsson Trilogie

Ganz klar! Zwar habe ich den dritten Band noch nicht beendet, aber ich kann jetzt schon sagen, dass es die besten Krimis waren, die ich je gelesen habe. Diese Bücher sind tiefer und realer, als die normalen Massenmörder- Serien.

  • Die Tess Gerritsen Reihe

Eine Vielzahl von Krimis, in denen die starken, kantigen Frauen Jane Rizzoli und Maura Isles die Hauptrolle spielen.
Die Bücher fesseln dermaßen, dass man kaum mehr als zwei Tage mit ihnen verbringen kann.

  • John Irving – Hotel New Hampshire

Das tollste Buch auf Erden. Eine bunte, lange Geschichte über das Hinterherrennen von Träumen und dabei das eigentliche Leben zu verpassen.

  • Fitzgerald – Der große Gatsby

Ein sprachlicher Diamant. Eine Welt voller Cocktailparties, Jazz und Reichtum – mit einer leeren, verlassenen Seele.

  • Mark Twain – Huckleberry Finn

Einmal wieder Kind sein und Abenteuer am Mississippi erleben.

  • Jane Austen – Stolz und Vorurteil

Die schönste Liebesgeschichte der Welt und ein absolut „anhimmelungs-würdigen“ Mr. Darcy.

  • Emily Bronte – Sturmhöhe

Die Geschichte einer tiefen, grenzenlosen Liebe, die aufgrund von Hass, Prestige und Stolz nie ein Happy End findet.

  • Fynn – Hallo Mister Gott, hier spricht Anna

Ein kleines Mädchen ganz groß. Sie sieht die Welt wie sie ist, trotz allen Regeln und betrachtet die Dinge mit ihrer Seele. Zuckersüß, intelligent und unglaublich tiefsinnig und traurig.

  • J.K. Rowling – Harry Potter

Ohne Worte … Nicht ohne Grund dermaßen berühmt.

  • Carlos Ruiz Zafón – Der Schatten des Windes

Atmosphäre. Humor. Sarkasmus. Die Liebe zu Büchern, eine Welt die verzaubert und Sprache, die Gänsehaut verursacht.

Meine erste Veröffentlichung

Posted on 2008 09, 16 by Lilly

Meine erste Veröffentlichung steht zur Adventszeit an. Eigentlich ist es keine große Sache, nein ganz im Gegenteil, aber ich freue mich tierisch.
Ich habe einfach mal so aus Spaß ein Gedicht, welches meinem Partner gewidmet war, an die Brentano- Gesellschaft in Frankfurt am Main gesendet.

Gestern erhielt ich folgende postalische Nachricht:

[...]
Die Edition bietet einen repräsentativen Querschnitt durch die literarische Kultur unserer Gesellschaft. Die Herausgeberin sucht daher auch gerade nach Beiträgen noch nicht entdeckter Autoren, die ihre literarische Karriere noch vor sich haben.
Wir freuen uns besonders, dass ihr Beitrag zum Abdruck aufgenommen wurde, und ich darf ihnen dazu gratulieren!
[...]
Die Frankfurter Bibliothek gehört zu den am meisten verbreiteten Lyrikveröffentlichungen der letzten Jahrzehnte. Sie wird weltweit in den bedeutendsten Bibliotheken eingestellt, z.B. in der Wiener Staatsbibliothek, in der Schweizer Nationalbibliothek, in der Französischen Nationalbibliothek und in der National Library of Washington.
Nochmals Gratulation zu diesem Erfolg! Wir freuen uns sehr, dass Sie zu den in einem Standartwerk neuer Lyrik publizierten Autoren zählen werden.

Und das hier war mein kurzer Beitrag:

Ewigkeit

In der Fantasie der Ferne liegt die Zeit
Der Winter geht, der Frühling offenbart


sein buntes Kleid
Wärme liegt in der Luft

Goldenes Erwachen in sich trägt der
Morgen
Wir sind zusammen, niemand muss sich
mehr sorgen
Ein Hauch von Ewigkeit, der Liebe Duft

Wenn die Sehnsucht ruft …

.
.

Stieg Larsson – Verdammnis

Posted on 2008 09, 14 by Lilly

Nachdem ich von „Verblendung“ bereits restlos begeistert war, habe ich mich nun von „Verdammnis“ in den schwedischen Alltag entführen lassen.

Wie immer standen Kaffee und belegte Brote ganz oben auf der Erlebnisliste. Das heißt nicht, dass das Buch spannungsarm ist, sondern, dass die Protagonisten bei allem was sie tun nebenher diesen kleinen Snack genießen.

Nach dessen dritten oder vierten Erwähnung konnte ich mir ein schmunzeln nicht mehr verkneifen.

Lisbeth Salander hat sich nach dem letzten ereignisreichen Jahr abgesetzt und spielt Länderhopping. Italien, Thailand oder die Karibik – sie schaut überall vorbei und lässt es sich ein komplettes Jahr gut gehen, mit dem Geld, was sie Wennerström durch einen cleveren Schachzug entwendet hat.
Ob Liebeskummer der Grund war oder simpler Alltagsüberdruss: der Leser darf spekulieren.

Währenddessen plant Anwalt Bjurman einen Racheakt und kontaktiert zur Hilfe den Anführer der schwedischen Mädchenhandels-”Mafia”.

Wirtschaftsjournalist Mikael Blomkvist und seine Kollegen sind dieser Organisation aus Gewalt und Perversion auf der Schliche.

Zurück in Stockholm gerät Lisbeth durch ihre Neugier und das Hacken bestimmter Computer mit in ein Netz aus kriminellen Geschäften. Als zwei Morde geschehen gerät sie unter Verdacht – und ganz Stockholm kennt ihr Gesicht.

Blomkvist- von ihrer Unschuld überzeugt – macht sich unterdessen auf die Suche der Wahrheit.
Was er findet ist mehr als schockierend.

Als beide sich unter dubiosen und ungewöhnlichen Umständen endlich wieder sehen, schwebt Lisbeth in Lebensgefahr und das Buch endet – getreu einer cleveren Soap: „Lesen sie schnell weiter!“

Bei mir hat es funktioniert. Ich halte es kaum noch aus; musste mich regelrecht zwingen nicht gleich den dritten Band hinterher zu verschlingen.
Ich kann es immer wieder sagen: Schade, dass dieser Mann nicht mehr lebt. Die Figur der Lisbeth Salander ist einzigartig. So herrlich kompliziert, unnahbar und unendlich sympathisch.
Das Lesen lohnt sich nicht nur, das Lesen ist ein Abenteuer.

PS) Aber trotzdem, ich möchte wissen wie viel Sponsorengelder von IKEA und Apple gezahlt wurden.

5 Ratten

John Irving und das Ringen

Posted on 2008 09, 11 by Lilly

“Schreiben ist wie Ringen. Man braucht Disziplin und Technik. Man muss auf die Geschichte zugehen wie auf einen Gegner.”

Eine besonders interessante Darstellung von unserem Irving – im Ring. Sehr schön wurde auch das Tattoo, um das ich ihn beneide, in Szene gesetzt.
Gefunden auf: Bureau Comandantina.

Irving:

“I feel more a part of the wrestling community than I feel I belong to the community of arts and letters. Why? Because wrestling requires even more dedication than writing because wrestling represents the most difficult and rewarding objective that I have ever dedicated myself to; because wrestling and wrestling coaches are among the most disciplined and self-sacrificing people I have ever known”


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