Archive for September, 2008

Last Night in Twisted River

Posted on 2008 09, 30 by Lilly

Neues von John Irving: 2009 erscheint sein zwölfter Roman mit dem Titel “Last Night in Twisted River”. Da er keine offizielle Homepage hat und das deutsche Wikipedia ziemlich langsam und sparsam mit Informationen ist, habe ich das erst vor kurzem mitbekommen.

Zum Inhalt äußert er sich folgender Maßen:

There are two screenplays, adaptations of “A Son of the Circus” and “The Fourth Hand,” on the back of my desk, but I am focused on my twelfth novel, which is at the three-quarters mark, or thereabouts; I have finished eleven chapters, out of a probable fifteen or sixteen.
Titled “Last Night in Twisted River,” it is a fugitive novel about a cook and his son, who are forced to go on the run—due to events following a logging accident in northern New Hampshire in 1954. The story spans fifty years.
This is not the first first sentence I wrote for the novel, but—after much rewriting—it is probably the first sentence I will keep. “The young Canadian, who could not have been more than fifteen, had hesitated too long.”
Well, that’s it; back to work.

Im gleichen Jahr ein Buch zu veröffentlichen, wie mein großes Idol- das wär’s!

Laila El Omari – Tage des Monsuns

Posted on 2008 09, 28 by Lilly

Frisch, wie die indische Bergluft, geschmackvoll wie Nilgri Tee, romantisch wie eine bunte

Orchideenwiese und spannend, wie die Auskundschaft interessanter Ruten für den britischen Geheimdienst. So kommt der dritte Roman der jungen Autorin Laila El Omari daher.

Als die nach einer Scheidung gesellschaftlich geächtete Katrina das Angebot einer Vernunftsehe mit dem britischen Offizier Aiden erhält, zögert sie nicht lang. Ihr Sohn braucht einen Vater, sie braucht ihren Ruf zurück und Aiden erhofft sich durch die Mitgift den Kauf einer Teeplantage.
Alles scheint wunderbar, bis sich Gefühle ändern und jede Reise, jede Meinungsverschiedenheit, jede freie, spontane Entscheidung zu fast unüberwindbaren Verwirrungen führen.

Auf über 500 Seiten beschreibt die Autorin das Leben in den indischen Bergen, die soziale Ordnung zu Zeiten der britischen Kolonie und den Anbau von Indien-typischen Teesorten.
Nicht nur das Leben der Protagonisten wird ausführlich beleuchtet, auch die weiteren Akteure sind dreidimensional ausgestattet und mit Problemen versorgt.
Katrinas Freundin Ashley trägt ein düsteres Geheimnis mit sich herum, Katrinas Nichte Cynthia fühlt sich als Mutter unzulänglich und kompensiert ihre Unsicherheiten mit übelsten Klatsch und Tratsch – und Gillian, die ehemalige Geliebte von Aidens Freund Brian kämpft um das Überleben und gegen den Ruf eines gefallenen Mädchens.

Besonders beeindruckend sind die Szenen, in denen das Gefühlsleben der Beteiligten dargestellt wird. Wie Verletzungen, Eifersucht und falscher Stolz zu großen Distanzen in Beziehungen führen, erfährt man in nahezu jedem Kapitel. Alle menschlichen Schwächen, alle Probleme in Sachen Liebe werden liebevoll verpackt an den Leser gereicht, der dadurch mehr und mehr erkennt, dass Vernunft, anders wie ursprünglich gedacht, eine untergeordnete Rolle spielt.

Ich habe dieses Buch geliebt. Es war spannend bis zur letzten Seite. Sowohl Romantikliebhaber als auch Abenteuerfans kommen hier auf ihre Kosten.
Und wer Tee liebt, wird sich freuen. Wer es nicht tut, kommt spätestens mit dieser Lektüre auf seine Kosten. Ich habe mir umgehend diese Sorte bestellt und werde diese bei weiteren Werken der Autorin genießen.

5 Ratten

Ein Protagonist kann so viel mehr!

Posted on 2008 09, 25 by Lilly

Kirsten Marohn wird hier auf dieser Seite langsam so etwas wie meine zweite Hand. Weil ich ihre Ergänzungen zu meinem Artikel Schreibschule: Der Feinschliff wieder einmal sehr interessant finde, veröffentliche an dieser Stelle einen weiteren Gastbeitrag:

Stephen King schreibt in seinem Buch “Das Leben und das Schreiben” man solle gut auf seine Adverbien achtgeben. Hat man erst mal eines auf dem Acker, vermehren sie sich, und im Nu, hust, keuch, ist die Wiese voller Löwenzahn.

Adverbien finde ich spannend. Im Feinschliff, d.h. nach dem Rohentwurf eines Manuskripts, gehe ich liebend gerne an diese kleinen Teufelsdinger und versuche sie mit dem Kartoffelschälmesser aus meiner Wiese zu stechen. Natürlich bekommt man sie nie alle zu fassen – unmöglich! Und das ist gut so, selbst der Bestsellerkönig klammert sich gerne an das eine oder andere liebgewonne Adverb, und dem wollen/können wir nicht nachstehen.

Meine Vorgehensweise ist stets die gleiche: Ich spüre die Adverbien auf und versuche sie durch ein aktives Verb auszutauschen. Das ist, als ob man einem Comic Farbe einhaucht, als ob man mit ein paar Farbkleksern ein ehemals blasses Bild in ein leuchtendes Gemälde verwandelt. Nichts liest sich langweiliger, als eine Handlung, die aus blassen Verben besteht, der Protagonist geht, steht, sagt, tut, macht. Diese Verben sind so langweilig, so blass, dass sie geradezu nach einem Adverb schreien, das sie aufbläht, nur bläht sich damit leider auch der Satz auf. Jeder hat schon Sätze gelesen wie Er machte die Tür leise auf. Er tat es schnell. Er sagte leise. Er ging schnell. An diesen Sätzen ist ansich nichts schlimmes, kommen sie jedoch in erdrückender Vielfalt daher, kann eine eigentlich spannende Geschichte schnell langweilig ausarten. Dabei geht es auch anders.

Mit dem Austausch farbloser Verben und ihrer faden Adverbien durch aktive Verben verleiht man der Handlung mehr Farbkraft und Lebendigkeit. Die Handlung blüht geradezu auf. Der Protagonist geht langsam die Straße entlang. Das ist hübsch, aber auch ziemlich langweilig. Ein Protagonist kann so viel mehr. Er kann die Straße hinab schlendern, flanieren, rennen, jagen, sausen, sprinten, hasten, hechten, eilen, huschen, stolpern, taumeln, rasen, schlittern, spurten. Er kann die Tür aufschieben, aufstoßen,ins Schloss schieben, ins Schloss krachen, ranschieben, anlehnen, einen Spalt weit öffnen, ranziehen. Er kann raunen, fluchen, flüstern, wispern, säuseln, und wenn’s denn unbedingt sein muss, kann er auch keuchen, stöhnen, hervorstoßen, fiepsen, quengeln, stottern, stammeln, hervorbringen, sich herauszureden versuchen, eingestehen, zugeben, kapitulieren, zustimmen, verneinen, ablehnen, sich zu rechtfertigen versuchen, herausposaunen – all das kann ein Protagonist, und das alles kann er ohne Adverb. Welches Verb man letztendlich wählt, liegt ganz bei einem selbst, aber man tut gut daran, den Bleistift beiseite zu legen und zu den Filzstiften zu greifen.

Familienglück

Posted on 2008 09, 22 by Lilly

“I have lived through much, and now I think I have found what is needed for happiness. A quiet secluded life in the country, with the possibility of being useful to people to whom it is easy to do good, and who are not accustomed to have it done to them; then work which one hopes may be of some use; then rest, nature, books, music, love for ones neighbor, such is my idea of happiness.”

(Leo Tolstoi)

You have bewitched me in body and soul

Posted on 2008 09, 19 by Lilly

Das ist meine Lieblingsszene aus Jane Austens “Stolz und Vorurteil”. Und nicht nur das, eigentlich ist es generell die schönste Liebesszene, die ich kenne. (nur eine ebenbürtige aus “Eiskalte Engel” würde mir noch einfallen).
Leider ließen sich die Videos, die die Szene komplett darstellen, nicht einbetten. Aber bei Youtube wird jeder fündig. :-)


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