Archive for August, 2008

Die Agatha Christie Sammlung

Posted on 2008 08, 20 by Lilly

… ist jetzt in verschiedenen Heftausgaben super günstig zu erhalten. Wer die Werbung im TV noch nicht gesehen hat, sollte mal hier einen Blick vorbeiwerfen: www.die-agatha-christie-sammlung.de

Ich bin heute sofort losmaschiert und habe mir das erste Magazin gekauft, welches 2 schön gebundene Kriminalromane enthielt: “Die Tote in der Bibliothek” und “Mord im Orientexpress”. Das ganze für nur 3€ zum Kennenlernen!

Als Enkelin eines Miss Marple-Fans ist das für mich natürlich ein Muss.

Sinnliche Bücherliebe

Posted on 2008 08, 18 by Lilly

James Salter in “Zirkuskind”

Posted on 2008 08, 16 by Lilly

Achtung, nicht jugendfrei!
Dass sich Irvings “Zirkuskind” in diese Richtung entwickelt, habe ich nicht erwartet … obwohl es dem alten Mann durchaus zuzutrauen war.
Er zitiert aus James Salters “A Sport and a Pastime”, um das Liebesleben eines verheirateten Paars anzuheizen.
Ein kurzer Ausschnitt:

Sie ist so feucht, bis er ihr die Kissen unter den schimmernden Bauch geschoben hat, dass er mit einer langen köstlichen Bewegung ganz in sie eintaucht. Sie beginnen langsam.
Als er nahe dran ist zu kommen, zieht er seinen Schwanz heraus und lässt ihn abkühlen.
Dann fängt er wieder an, lenkt ihn mit einer Hand, führt ihn wie ein Seil.
Sie beginnt mit den Hüften zu rollen, kleine Schreie auszustoßen. Es ist, als würde er einer Verrückten behilflich sein. Schließlich zieht er in wieder heraus. Während er wartet, ruhig, ganz bewusst, fällt sein Blick auf Gleitmittel – ihre Gesichtscreme, Fläschchen im Schrank. Sie lenken ihn ab. Ihre Anwesenheit ist beängstigend, wie Beweismittel kommen sie ihm vor. Sie beginnen wieder, und diesmal hören sie nicht auf, bis sie aufschreit und er in langen bebenden Anläufen kommt, wobei es ihm so vorkommt, als stieße die Spitze seines Schwanzes auf Knochen.

Na dann … ;-)

Gedanken um Glaubwürdigkeit

Posted on 2008 08, 13 by Lilly

Ich habe lange überlegt, mich aber trotzdem dazu entschlossen hier einen eher intimeren Tagebucheintrag zu veröffentlichen:

Ich kann nicht mehr vernünftig schreiben. Was ist los? Wo sind die Morgen, an denen ich fröhlich von der Leber schnacken konnte?

Habe ein paar verworrene Gedanken gedacht. Seit Wochen nun schon. Sie haben keine Hand und kein Fuß, nichts was irgendwie belastend wäre. Aber es ist auffällig.
Liebe. Beziehungen. Wozu? Was ist es?
There’s nothing as pure love. Unsere Liebe ist nicht rein. Egoismus.
Gut, nichts ist nicht egoistisch. Wir können nur von unserem “point of view” handeln; selbst wenn wir in der Lage sind uns in andere Menschen hineinzuverstzen, ist es trotzdem noch unser Geist, der da herumwandert.

Ist die Liebe nicht eine Art Zweckbeziehung? Nicht bewusst. Aber auch nicht wirklich unbewusst.
Aber wenn man liebt, dann macht man sich selbst zum besseren Menschen. Man arbeitet an sich. Man verkauft sich als die Person, die man gern sein möchte.
Ein Abbild von sich. Ein Abbild, was bewundert, wiedergeliebt werden soll.

Kennt eine Person unser wahres Ich – ich meine nicht dieses Ich, was sich aus ewiger Zweisamkeit ergibt, sondern das innere, ganz intime – auch unterbewusste Traum-Ich, dann wird sie wohl kaum noch reizvoll erscheinen.
Zeigt eine Person all ihre Abgründe – ist so bedingungslos ehrlich und vertrauenswürdig, dass wir es nicht mehr für nötig halten nach unserem besseren Ich zu streben, wird diese genauso uninteressant.

Lieben ist so schön. Es macht Spaß. Es hat eine Menge Vorteile. Man träumt viele Träume. Und in der Tat, man begehrt das Gegenstück. Man möchte es unversehrt, unverletzt – in Watte gepackt und glitzernd wie der Staub von gemähten Feldern im Spätsommer.
Aber irgendwo ganz tief in uns drin wollen wir uns … uns als Abbild eines Ideals.
Ein Ideal, welches sich in der Liebe ergibt.
Anders ausgedrückt: Wir lieben die Person, die uns wachsen lässt. Die ein Vorbild ist, für immer ein ungelöstes Rätsel bleibt.
Alles andere ist nur Nettigkeit und körperliche Anziehung.

Eine andere Frage, die mich seit einigen Tage beschäftigt:
Ist es von Bedeutung welcher Nationalität ein Autor angehört? Oder anders: Sind deutsche Autoren, die ihre Handlung ins Ausland versetzen, glaubwürdig?`
Ich sehe mich nicht als Deutsche. Der einzige Fleck Erde in diesem Land, wo ich mich wirklich wohl fühle, ist meine Heimatinsel und mein Rostock.
Gegenden mit viel Wald, von der salzigen Ostsee umzingelt – mit den meisten Sonnenstunden im Jahr.
Menschen mit rauhen Charakteren, schwedischen Wurzeln und bescheidenen Leben. Wie heißt es so schön? “Hier bin ich Mensch, hier will ich sein.”
Nun ist es natürlich nicht schwer einen Roman in dieser Kulisse spielen zu lassen – aber nicht diesen Roman. Nicht diese Geschichte, nicht dieser Charakter. Die Nord-Ostdeutsche Küste wird dem, was ich zu erzählen habe, was ich ausdrücken möchte nicht gerecht.
Also bleiben wir bei der Realität. Eine Neuseeländerin bleibt eine Neuseeländerin. Wir schicken sie nach Afrika und lassen sie ihre Erkenntnisse ziehen.
Platz für Spannung? Viel!
Aber glaubwürdig? Ich weiß nicht.

Ich habe seit einiger Zeit Emailkontakt mit einer lieben Autorin. Sie gibt mir wertvolle Tipps- nicht aufdringlich, nicht besserwisserisch – einfach nur das, an was sie wirklich glaubt, was Experten ihr geraten haben.
Sie meinte das beste was sie mir raten könnte, ist meinen Roman in Deutschland spielen zu lassen. Es wäre nicht nur wichtig für mich, weil es mehr Identifikation bietet, sondern auch für die Verlagswelt.
Warum sollte jemand deutsche Autoren einkaufen, die das Ausland beschreiben, anstatt die (wahrscheinlich günstigeren) Rechte eines dort ansässigen Autors zu erwerben?
Ich weiß es nicht.

Aber Identifikation? Mit Deutschland? Das geht nicht. Ich fühle mich nicht Deutsch.
Ich habe nicht vor meine Nationalität zu verraten, aber ist Fiktion nicht frei von nationalen Grenzen? Ist es nicht die Fantasie und Kreativität, die sie zum Leben bringt?

Kurzfristig habe ich mir überlegt, meinen Wohnort einfach vorzuverlegen. Sprich – ich werde angeben, dass ich schon heute in Nordschweden lebe. Eine deutsche Autorin mit ausländischen Wohnsitz kann wohl etwas mehr überzeugen.
Aber das ist dumm (vor allem dumm, weil ich meinen studivz-Uniort vorschnell geändert habe).
Ich bin was ich bin – und ich will mit einer Geschichte überzeugen. Eine Geschichte, die ich für wirklich erzählenswert halte, nicht durch meine Person.
Ich werde mich schlichtweg weigern, mich durch mein Deutschsein in bestimmte Schubladen stecken zu lassen.

Warum sollte ich einen Krimi, der in München spielt besser rüberbringen können, als eine Identifikationsreise nach Liberia?
Ich kenne München genauso wenig wie Afrika – und kriminaltechnisch bin ich auch ein Anfänger.
Vielleicht müsste ich auch ein Mörder sein, um möglichst detaillgenaue Gefühle und Kriminalakte rüberbringen zu können?

Wer weiß. Ich weiß nur eines. Ich darf nicht enden wie Edgar Allen Poe. Das heißt Finger weg vom Alkohol!

… das hatten wir schon!

Ich bin nur ein Ideal. Ein Ideal der Gedanken von Person X.
Sie hält im Grunde nichts von mir. Ich könnte heute Nacht sterben und sie würde nicht eine Träne vergießen.
Meine Gefühle sind ihr egal – was ich brauche, was ich will – alles nicht wichtig.
Aber sie hat da diese Person im Kopf – ein Abbild einer jungen Frau. Eine junge Frau, die selbstbewusst, frech, clever und sympathisch ist. Gewiss, etwas zu neugierig, viel zu zynisch für ihr Alter, ein bisschen selbstverliebt und psychisch gestört. Aber verdammt attraktiv – ein Arsch wie ein Apfel, die Titten einer 15-jährigen und die Libido eines Mannes.
Eine Person, die man jede Nacht im Traum durchnehmen kann, ohne dass irgendetwas passiert. Ohne dass man sich verbrennt.
Aber herrgott! Ich bin es leid.
Ich will nicht deine Phantasie sein. Sei nicht so feige und rede gefälligst mit mir. Sieh den Tatsachen ins Gesicht und schau wer ich bin:
jämmerlich, unsicher, krank, innerlich verwahrlost, langweilig – und vor allem … vergeben (!!!)

Sam Savage – Firmin, Ein Rattenleben

Posted on 2008 08, 12 by Lilly

Eine Ratte, die keine Ratte sein wollte, nimmt uns an die Hand, um uns ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Die Reise führt durch viele klassische Bücher, in einen sympathischen Buchladen, ein altes Kino inklusive Pornoaufführungen und in die Wohnung eines tierlieben, chaotischen Autors.
Sam Savage begeistert durch seinen Humor, seinen schönen Beschreibungen und die einfachen, leicht lesbaren – aber dennoch intelligenten Sätzen.
Er schafft es, dass man das Buch nicht langweilig findet und sich eine hohe Erwartungshaltung aufbaut.
Am Ende versäumt er es aber einen zentralen Konflikt herauszuarbeiten um dadurch Spannung zu erzeugen. Die Geschichte plätschert vor sich hin, ohne, dass irgendetwas Aufregendes passiert.

Ein Kompliment an die Sprache; an die Kreativität.
Aber ein enttäuschtes Kopfschütteln, weil der klassische Aufbau eines Romans vollkommen außer Acht gelassen worden ist.

Trotz vielversprechendem Anfang nur 2 Leseratten für die kleine Leseratte. ;)

2 Ratten


« Older EntriesNewer Entries »