Kein Heim ohne Buch
Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.
Hermann Hesse
Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.
Hermann Hesse
Wie bereits angekündigt werde ich das “neue” Buch von J.K. Rowling in meiner nächsten Blogparade verlosen. Es wird demnächst erscheinen. Das Cover der englischen Ausgabe steht schon fest – und spricht mich persönlich sehr an. Das deutsche bleibt eine Überraschung, die hoffentlich positiver wird, als die lächerliche Übersetzung: “Die Märchen von Beedle dem Barden”.
Nun kann ich ja nicht von mir auf andere schließen, weshalb ich gern wissen würde welche Ausgabe ihr euch zulegen werdet bzw. im Falle eines Gewinns lieber hättet:
Das Licht der Schneedecke wurde in meinen Tränen gebrochen, die wie kleine Wasserprismen an meinen Wimpern hingen. In dieser Kanonade aus Licht glaubte ich zu sehen, dass jede einzelne Schneeflocke regenbogenfarben war. Alles um mich herum erstrahlte in kleinen Farbblitzen, die verschwunden waren, noch ehe ich sie richtig zu fassen bekam.
Norwegen. Es ist eiskalt. Tödliche Kälte. Ein Orkan mit unbeschreiblichen Ausmaßen tobt durch die Berge, reißt alles mit sich, was nicht fest im Boden verankert ist.
Die Insassen eines verunglückten Zuges hatten Glück. Ganz in der Nähe befindet sich das Finse 1222, ein gemütliches Berghotel, was all die überlebenden Menschen gastfreundlich aufnimmt. Die Stimmung ist ausgelassen, fast schon euphorisch- denn bis auf den Lokomotivführer haben alle den Unfall – bis auf wenige Blessuren – heil überstanden.
Einzig Hanne Wilhelmsen, ehemalige Polizeikommissarin, traut der Idylle nicht.
Leicht schwerhörig und, nach einer Schießerei, auf den Rollstuhl angewiesen weigert sie sich den Rezeptionsbereich zu verlassen, ekelt freundliche und hilfsbereite Menschen von sich fort und überschafft sich einen Überblick aller Gäste.
Das Getuschel, dass sich die Königsfamilie inklusive Sicherheitskräfte mit an Bord befand, geht ihr auf die Nerven und verstärkt ihre Abseitsposition weiterhin. Die stille, unsoziale Beobachterin, von der nur wenige Leute Notiz nehmen.
Erst eine Nacht ist vergangen und ihr ungutes Gefühl sollte sich bewahrheiten. Ein Toter wird gefunden. Erschossen. Die Hotelchefin, ein kleinwüchsiger Arzt und ein unkomplizierter Anwalt, der mehr Bergmensch und Überlebenskünstler ist, bilden ein Team, welches das weitere Vorgehen bespricht.
Auf keinen Fall soll riskiert werden, dass die Masse aufgestachelt wird, mit ihrer Anführerin Kari Thue, eine bekannte Journalistin mit rechtsradikalen Einstellungen brodelt sie ohnehin schon vor Angst und Ungeduld.
Und der Sturm nimmt weiter zu. Unheimliche Geräusche und zerschlagene Fenster zerstören allmählich die gemütliche Wohlfühlatmosphäre. Wird das Gebäude den Belastungen der Natur standhalten?
Lange kann man darüber nicht nachdenken, denn schon findet man den nächsten Toten und Hanne kommt langsam der Verdacht, dass sich ein Terrorist unter ihnen befindet.
Eine spannende Geschichte zwischen Hunden, eine gemischte norwegische Gesellschaft mit geringem Ausländeranteil, mysteriösen und dunklen Teenies, Kirchenmitgliedern, Anführerin, Ängstlichen, Kriminellen und einer unberechenbaren Naturgewalt.
Bis zum Schluss gibt es keine eindeutigen Anzeichen, wer der Mörder sein könnte. Die Leser sind genauso in diesem Puzzlespiel von Taten und Motiven integriert, wie die Gäste des Hotels.
Zwischen wohligen Gesprächen, heißen Getränken und zugeschneiten Fenstern betrachtet man das Geschehen durch die Augen der in sich zurückgezogenen und zynischen Hanne.
Die Personen sind mit vielen Details versehen – von schleimigen Spuren in Mundwinkeln bis hin zu widerlichem Körpergestank wird nichts ausgelassen.
Was die Angst mit den Menschen anstellt, bringt die Autorin eindrucksvoll auf den Punkt: es ist wie eine Kriegssituation. Nur wenige bewahren Ruhe und stellen sich als hilfsbereite, empathische und freundliche Mitmenschen dar.
Ein wenig Liebe und Zärtlichkeit hat mir gefehlt. Nicht, dass das in jedem Buch eine Rolle spielen sollte, aber die Atmosphäre war wie geschaffen dafür.
Was die Nebenhandlung der angeblichen Terroristen sollte, habe ich nicht ganz verstanden. Teilweise hat es ja schon etwas Spannung ins Geschehen gebracht – aber die Auflösung empfand ich nicht als Befriedigung.
Trotzdem ein Buch, dass sich lohnt. Etwas zu wenig Handlung für meinen Geschmack – aber doch eindeutig spannend.

Und das beste Detail hat die Autorin zum Schluss preisgegeben: Das Finse 1222 ist ein real existierender Ort. Es ist spannend Bilder auf google mit seiner Phantasie abzugleichen. Wenn man merkt wie nahe die eigene Vorstellung den wirklichen Bildern kommen, dann weiß man, dass die Autorin ganze Arbeit geleistet hat: www.finse1222.no
Für das unfreiwillige Offline-Gehen in den letzten Tagen möchte ich mich entschuldigen. Es hat einen kleinen Disput zwischen mir und meinem Anbieter gegeben.
Alle Unstimmigkeiten sind aber nun beigelegt – von mir aus auch alle Klarheiten beseitigt. ^^
Jedenfalls ist lillyberry.de wieder online und wird es auch bleiben.
Nein, ich habe mich nicht entschlossen diese Seite in einen Seelsorger- Blog umzuwandeln oder einen Missionar in Sachen: „Keine Macht den Drogen“ zu spielen. Gerade ich sollte das sein lassen, womit wir wieder bei der Glaubwürdigkeit wären.
Viele große Schriftsteller waren Alkoholiker, ganz vorne an Edgar Allen Poe. Er fabrizierte wundervolle
Texte, aber um James N. Frey zu zitieren: „ […] aber er starb mit 40, unzurechnungsfähig und ohne Kontrolle über seine Schließmuskeln.“
Ein weiterer Name, der vielen in diesem Zusammenhang sofort einfällt ist sicherlich Charles Bukowski. Vierzig Bücher mit Gedichten und Prosa sind eine wahnsinnige Leistung, da muss man den Hut vor ziehen. Aufenthalte im Gefängnis, in der Psychiatrie, eine labile Persönlichkeit und Magenblutungen, die fast zum Tod führen, sind die Kehrseite des Erfolgs.
Und wer denkt, dass dies Ausnahmen sind, sei eines besseren belehrt:
Goethe trank bis zu vier Flaschen Wein am Tag, E.T.A. Hoffmann hat soviel getrunken, dass er von Zwangsideen und Wahnvorstellungen heimgesucht worden ist und Ernest Hemingway hat sich jeden Tag vollaufen lassen – wurde von Depressionen und Manien gequält und erschoss sich letztendlich selbst.
Auch Henry Miller, Oscar Wilde und James Joyce haben sich der Sucht hingegeben, ganz zu schweigen von vielen noch lebenden Autoren, die der Diskretion wegen natürlich versuchen den Schein zu wahren.
Die berauschende Wirkung von Alkohol kennt wahrscheinlich jeder. Und ich fürchte, dass die meisten auch schon einmal die Erfahrung gemacht haben, dass ein Rausch Kreativitäts- fördernd sein kann.
Ich nehme mich da nicht aus und behaupte: „Ja, es funktioniert wirklich.“
Einem wird warm und wohl ums Herz, die Umgebung beginnt sich zu drehen, man selbst hat einen Art Tunnelblick – kann sich ganz klar auf einen Gedanken konzentrieren und ihn ohne Scheu, ohne Ablenkung, ohne störende Zwischengefühle niederschreiben.
Man begibt sich in einem Sog der bunten Lichter, des „Ich lebe jetzt und Morgen ist so fern“, berührt sein Unterbewusstsein und liebt das, was man schreibt und was man denkt.
Es ist eine Art Leichtigkeit, eine Melancholie – man selbst mit sich allein.
Diesen Text habe ich vor zwei Jahren dazu geschrieben:
Melancholie- Die traurige Leichtigkeit des Sein…
Warum ich in meinem Alter nicht das tue, was andere tun-weggehen und Spaß haben?!Mein Leben lebe ich nicht; ich träume es nur.
Es führt mich von einem Kaffee in einem kleinen amerikanischen Lokal an den Atlantik über Lissabon an den schwedischen Öresund.Realistisch betrachtet bin ich eine einfache Studentin.
Zu perfektionistisch, um den Alltag auf die Reihe zu bekommen, zu sentimental, um mein Glück in vollsten Zügen genießen zu können, zu moralisch um aufgeschlossen zu sein und zu beschränkt um der Welt mit offenen Augen entgegen zu treten.In mir lebt der Blues: die Melodie, die ich nicht ausdrücken kann.
Die Philosohie,die sich nicht niederschreiben lässt, der Teufel der den Engel einengt und der Engel, der dem Teufel keine Chance gibt.Und so kommt es,dass ich Samstag Nachts auf dem Balkon liege,in die Sterne schaue, mich mit Prosecco betrinke, die NDR 1 Nacht höre- die Vergangenheit Revue passieren lasse und heule… einfach nur heule.
Dass es mir zu dem Zeitpunkt nicht sonderlich gut ging, ist ersichtlich. Tatsache ist aber, dass es meinem Schreiben gut getan hat. Ich wusste wie es mir geht, was ich brauche, was mir fehlt. Ich schrieb fast tagtäglich Tagebücher und kleine Kurzgeschichten; Sachen, die mir auch heute noch gefallen.
Es waren Zeiten, da wurde jeden Abend eine Flasche geleert. In meinem Leben ging es drunter und drüber, ich habe nichts auf die Reihe bekommen; konnte mich nur ins Schreiben flüchten.
10 Gründe habe ich einmal zusammengefasst
Schreibflaute habe“, wandelt sich ganz schnell in ein „Heute das letzte Mal“, was man sich dann Tag für Tag wieder sagt, bis man sich eingestehen muss die Kontrolle verloren zu haben. Es sind nicht die anderen, denen das passiert. Du bist es. Und ich.
Sicher ist das jetzt alles etwas übertrieben … und für den Ausnahmefall fehlen auch noch etliche Punkte, die gegen das anregende Gläschen sprechen. Ich denke ich habe diese Liste vielleicht auch mehr für mich selbst, als für meine Leser geschrieben- wobei ich natürlich hoffe, dass es auch anderen etwas bringt.

Ich werde mir ein Beispiel an John Irving nehmen. Seine Romane strotzen vor Phantasie, Humor, Trauer und Tragik. Sie sind unendlich lang und verworren – verlieren jedoch nie den roten Faden.
Herr Irving schreibt nüchtern. Und er ist der beste!
Er persönlich sagt zu dem Thema: „Es gibt viele Alkoholiker, und manche davon sind halt Schriftsteller. Sie litten wohl eher an der Welt als am Schreiben.“
… was natürlich stimmen mag. Ich glaube auch nicht, dass es das Schreiben ist, was zum Alkohol führt, sondern das nicht mit sich selbst im Reinen sein.
Wer das nicht ist, wird immer an sich und seinen Worten zweifeln.