[Trigami-Review]
Ob dieser Artikel jetzt Werbung ist oder nicht, darf jeder ganz für sich allein entscheiden.
Ich wurde mit einer kostenlosen Tafel Schokolade “bestochen”, dass ich hier kurz das Angebot der Firma MySwissChocolate vorstelle.
Dass ich mich positiv äußern muss, war nicht Teil der Aufgabe. Ich werde es zwar trotzdem tun … und zwar nur aus dem Grund, weil ich wirklich begeistert bin.

Ein Buch, das mich an jemanden erinnert? Das ist “Zwei an einem Tag” von David Nicholls. Wie sich die beiden Protagonisten in einer Konsequenz immer wieder verpasst haben, wie immer grundsätzlich irgendetwas dazwischen kam- das hat mich die ganze Zeit an eine bestimmte Person erinnert.
Ich habe ihr, also der Person, dieses Buch anschließend auch geschenkt. Zum einen, weil ich die Geschichte natürlich ganz toll fand, zum anderen, weil ich gehofft habe oder vielleicht immer noch hoffe, dass ich nicht die einzige bin, die diese kleine Botschaft darin gefunden hat.
Heute mache ich weiter mit Tag sechs, obwohl schon einige Tage mehr ins Land gestrichen sind, an denen ich nichts geschrieben habe. Ich hatte kleine technische Probleme mit meiner Seite. Der ein- oder andere wird vielleicht bemerkt haben, dass sie sogar kurz einmal offline ging. Tja, deswegen verschiebt sich jetzt alles ein wenig, aber das ist ja kein Drama.

Also zurück zum eigentlichen Thema:
Dass ich ein Buch, was mir absolut nicht gefallen hat, nicht unbedingt noch einmal lesen würde, versteht sich ja von selbst. Deswegen habe ich mir heute eins rausgesucht, dass mir wirklich gefallen hat: “Der Regen, bevor er fällt” von Jonathan Coe.
Das Buch hat mich sehr berührt. Nicht nur, weil es traurig und weise ist, sondern auch, weil es das Thema Endlichkeit aufgreift. Wenn eine Person, die dahinscheidet, ihre Lebenserinnerungen zurücklässt, dann finde ich das einerseits unglaublich interessant, andererseits drückt es mir aber regelrecht die Kehle zu. Zu verstehen, wie schnell alles vorbeigeht, dass der Mensch eigentlich nicht länger als 960 Monate lebt (ich meine, herje, wie schnell ist ein Monat vergangen?), das macht mich fertig.
Die jugendliche Unbekümmertheit verliert man doch sowieso viel zu schnell; dazu brauche ich solche Bücher nicht. Und wenn ich dann doch ab und zu in so eine Geschichte hineingerate, dann verschenke, verkaufe oder verstecke ich das Buch anschließend. Ich würde den Teufel tun, es noch einmal von vorn zu beginnen.
Ein Buch, das ich erst einmal gelesen habe, aber immer und immer wieder lesen könnte, ist Tana Frenchs “Totengleich”. Warum? Es ist ein Roman, der alles hat und vieles in den Schatten stellt.
Es geht um Liebe, aber sie ist nicht seicht, es geht um Mord und Polizeiarbeit, aber sie verfällt keinen Klischees, es geht und Freundschaft, aber um ganz und gar ungewöhnliche und das Ganze wird von spitzfindigen psychologischen Details, von tiefer Melancholie und von cleverem Humor getragen.
Richtig spannende Bücher lesen sich schnell weg, aber nur wenige berühren oder bleiben in Erinnerung. Anrührende oder dramatische Romane sind hingegen oft schwer, machen einen (also zumindest mich) weinerlich und leicht depressiv.
Tana French nimmt aber von allem das Beste: Drei Seiten lang gruselt man sich, dann denkt man, man müsste weinen, dann kringelt man sich wegen einer frechen Bemerkung und danach fiebert man dem nächsten Ereignis entgegen, während man die ganze Zeit die Spuren auswertet und jede Person genau auf eine mögliche Schuld untersucht.
Das ist ein Buch, das kein Kritiker seicht finden dürfte und kein Mainstream-Liebhaber als trocken oder zäh bezeichnen kann. Ich liebe es!
Und ich möchte unbedingt noch in Erfahrung bringen, wie die Autorin das hinbekommen hat.
Aus hobbypsychologischer Sicht kann ich nur sagen, dass Hass, egal auf wen oder was, immer ein Warnzeichen ist. Hass ist nicht gesund, denn er richtet sich am Ende immer gegen sich selbst. Das Gefühl ist einfach zu stark und hat keine Richtung, in die es sich (produktiv bzw. positiv) entladen kann. Hassbücher zu haben, zu pöbeln und womöglich noch andere anzufeinden, halte ich also für bedenklich. Wisst ihr Bescheid ;-).
Aber natürlich kenne auch ich die Bücher, die einem eine Menge negativer Gefühle entlocken – und zwar nicht nur, weil sie langweilen, sondern weil sie provozieren, hinters Licht führen, sich dreist mancher Stilelemente bedienen oder grauenvolle Orte bzw. unsympathische Menschen umreißen.

Ein Beispiel dafür ist für mich Sybille Bergs “Der Mann schläft”. Das Buch bestand nicht aus Handlung, sondern aus Gedanken und Behauptungen. Und da die Protagonistin kaum charakterisiert wurde, konnte man sich nie der Vermutung entziehen, dass es eigentlich die Autorin ist, die da von sich spricht.
Beim Lesen habe ich ständig diese neunmalkluge Person vor mir gesehen, die auf andere herabblickt, sie belächelt, vielleicht auch bemitleidet, weil sie einfach anders ticken.
In dem Roman wurde nicht nur eine stille und beruhigende Liebe dargestellt, sie wurde immer wieder im Vergleich zur wilden Leidenschaft gesetzt, die ja angeblich so unecht und unbeständig wäre.
Ich denke jeder hat in diesem Roman etwas anderes gelesen, aber ich habe eine Frau erkannt, die sich ihre eigene Welt schön- und die der anderen mit einer ungeheuerlichen Arroganz schlecht reden musste, um ihren Lebenssinn nicht zu verlieren.
Für mich war das keine Unterhaltung, das waren 312 Seiten Kopfschütteln. Meine Rezension dazu gibt es hier.

Mein Lieblingsbuch ist noch immer, und wahrscheinlich auf ewig, John Irvings “Das Hotel New Hampshire”.
Was mir an dem Buch gefällt und vor allem, worum es geht, habe ich im letzten Jahr ganz ausführlich abgehandelt. Das kann man alles hier nachlesen, falls Interesse besteht. Falls nicht, gibt es hier die Kurzversion:
Irving schreibt Märchen für Erwachsene. Märchen, die unwirklich und weit weg wirken, die aber nichts mit Drachen und rosa Zuckerwolken gemeinsam haben. Er deutet an, beschreibt das, was man sonst nicht in dieser Art wahrnimmt, er geht unkonventionelle Wege und thematisiert das Phantom in jedem von uns.
Er lässt uns sehen und verstehen, ohne dass er mit dem Finger drauf zeigt.
Zu erklären, warum ich dieses Buch zu liebe, ist genauso schwer zu erklären warum man einen bestimmten Mann und keinen anderen liebt.
Man kann alles aufzählen, was einem gefällt und die nächste Person nimmt genau die Aspekte und sagt, warum sie ihn nicht begeistern konnten.
Es ist das Gefühl, was wichtig ist. Sich in einem Buch zuhause zu fühlen, zu spüren, dass das Herz schneller klopft, weil man etwas zu wunderschön findet und Gänsehaut zu bekommen, weil man eine Wahrheit für sich erkannt hat – das ist entscheidend. Und damit hat das Hotel bei mir genau ins Schwarze getroffen.
Würde ich jetzt in diesem Moment ein neues Buch auswählen müssen, wäre es wohl “Shiver” von Maggie Stiefvater. Lange Zeit habe ich den Roman mit Ignoranz bestraft, aber Hollys Begeisterungsstürme haben mich schließlich dazu gebracht, es mir doch einmal anzuschaffen.

Es geht um Werwölfe und es handelt sich um einen Jugendroman, das ist alles, was ich weiß. Da ich die Taschenbuchausgabe habe, (gibt es überhaupt ein Hardcover?) lässt es sich leicht überall mit hintransportieren. Und da es relativ dünn ist und die Buchstaben sehr groß sind, werde ich es ziemlich flink gelesen haben. Das ist bestimmt kein Argument für ein gutes Buch, aber doch ein Argument, warum ein Roman nicht lange auf dem SuB verweilen muss. So etwas kriege ich locker-flockig nebenbei gelesen.
Ob es dann wirklich “Shiver” sein wird, entscheide ich, nachdem ich meine aktuelle Lektüre beendet habe. Denn die ist immer ausschlaggebend für das nächste Buch. Lese ich ein Jugendroman, der wirklich spannend ist, dann habe ich Lust auf mehr Jugendromane. Lese ich etwas Seichtes, steht mir der Sinn nach Poesie und Tiefe. War es dann aber zu schwerverdaulich, greife ich gern wieder zu Fantasy und Liebesschmökern.
31 Tage und 31 Bücher – und was steht bei Euch als nächstes an?
Older Posts »